• 20.04.2015, 16:04:09
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FCG-Gemeindebedienstete: Beamten-Bashing der Kurier-Kopieranstalt

Wien (OTS) - Die Sonntags-Ausgabe des Kurier vom 19. April 2015
erschien mit der Schlagzeile "Ade, Beamten-Paradies!" auf der
Titelseite. Optisch aufgeputzt wurde das Thema mit einer "himmlischen
Karikatur" von Michael Pammesberger. Im Innenteil wurden von den
Journalist/innen Bernhard Gaul und Karin Leitner auf zwei Seiten die
angeblichen Beamten-Privilegien einem Kurier-Faktencheck unterzogen.
Das Ergebnis dieses Fakten-Checks wurde durch einen Zombie
illustriert, der ein vergilbtes Plakat mit der Aufschrift "Schule,
Verwaltung, Landtage, Gesundheit" in Händen hält.

Inhaltlich handelt es sich dabei um eine Mischung aus einigen Fakten
und Halbwahrheiten, wobei vielfach klärende Hintergrundinformationen
weggelassen werden. So wird aus der Pragmatisierung ansatzlos ein
Privileg, ohne zu erwähnen, dass dies in vielen Fällen eine
unabhängige Verwaltung garantieren soll, die den Bürger/innen nutzt.
Es hat andererseits aber Zeiten gegeben, in denen die Pragmatisierung
anderen Berufsgruppen "gewährt" wurde, weil man sie nicht adäquat
bezahlen konnte. Diesen Weg hat man aber längst verlassen, es wird
nur mehr in wenigen Bereichen pragmatisiert.

Insgesamt werden die Standard-Themen Einkommen, Krankenstände und
Pensionen abgehandelt. Ab und zu gibt es einzelne Hinweise auf
Unterschiede zwischen Beamt/innen und dem Privatsektor, wie z. B.
Akademikeranteil, höheres Durchschnittsalter, die Berücksichtigung
der Kurzkrankenstände, oder höhere Aktivbezüge. Immer bleibt aber
zumindest die unterschwellige Behauptung bestehen, dass Beamt/innen
privilegiert sind.

Dieser Umgang mit Halbwahrheiten und verzerrenden Darstellungen kann
nur als Beamten-Bashing bezeichnet werden. Die Regelmäßigkeit mit der
die immer gleichen Halbwahrheiten mit großen Überschriften versehen
als "Privilegien-Skandal" der Öffentlichkeit präsentiert werden,
lässt keinen anderen Schluss zu.

Mittlerweile scheint es, als ob die durch Budgetkürzungen
verschlankten Redaktionen das gut verkaufbare "Beamten-Bashing" aus
dem Hut zaubern, wenn vorweg eine Wochenendausgabe vorzubereiten ist.
Anfang dieses Monats brachte etwa "Die Presse" einen Dreiseiter, nun
der Kurier.

Der Kurier zeigte nun sogar eine ganz herausragende Sparsamkeit. Es
wurde nicht nur die Illustration der Titelseite recycelt - diese
erschien schon am 13. November 2011 zum Thema "Beamtenparadies
Österreich?". Auch der aktuelle Inhalt hat sehr viele
Übereinstimmungen mit dem damaligen Text. Dabei könnte man sich schon
fragen, ob nicht die damaligen Verfasser/innen Philipp Hacker und
Maria Kern ein Honorar für die wiederverwendete "Grundlagenarbeit"
erhalten sollten.

Es wird jedenfalls Zeit, dass sich die öffentlich Bediensteten gegen
dieses "Beamten-Bashing" der Medien gemeinsam zur Wehr setzen. Bei
allem Verständnis für die Eigenlogiken und Probleme der Medien und
der Notwendigkeit substantieller Kritik an Fehlentwicklungen im
öffentlichen Dienst, wenn derart unseriös Stimmung gegen "eine"
Berufsgruppe gemacht wird, dann kann dies nicht einfach hingenommen
werden.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NEF

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