• 24.03.2015, 09:41:38
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Neue EU-Fleischkennzeichnung: Wichtige Informationen werden dem Verbraucher vorenthalten

VIER PFOTEN Kritik: Erster Schritt, aber völlig unzureichend

Utl.: VIER PFOTEN Kritik: Erster Schritt, aber völlig unzureichend =

Wien (OTS) - Die ab 1. April 2015 geltende Kennzeichnungsverordnung
der EU für Fleisch ist laut VIER PFOTEN ein wichtiger erster Schritt
in die richtige Richtung. Dennoch ist sie für die
Tierschutzorganisation völlig unzureichend. Denn wichtige
Informationen werden den Konsumenten nach wie vor vorenthalten, da
die Herkunft von Fleisch in der Gastronomie, von mariniertem und
verarbeitetem Fleisch sowie von offenem Fleisch an der Theke nicht
deklariert werden muss. Gekennzeichnet werden muss künftig die
Herkunft von abgepacktem frischen Schweine-, Geflügel-, Schaf- und
Ziegenfleisch. Bei Rind- und Kalbfleisch müssen die Verbraucher
bereits seit einigen Jahren über Geburtsort und Aufzucht informiert
werden.

"Natürlich schafft diese neue Verordnung mehr Transparenz für die
Konsumenten, was wir grundsätzlich positiv sehen", erklärt Heli
Dungler, Gründer und Präsident von VIER PFOTEN. "Die Verbraucher
können sich aktiv für ein Herkunftsland mit besseren
Tierschutzgesetzen entscheiden bzw. jenes Land wählen, das kürzere
Transportwege garantiert."

Dennoch greift die Verordnung laut VIER PFOTEN viel zu kurz. Dungler:
"Das von der Kennzeichnung betroffene Fleisch ist ja nur ein Teil des
tatsächlich konsumierten Fleisches. Immer mehr Menschen essen außer
Haus, der Trend zu Fertigprodukten hält an. Unter diesen
Gesichtspunkten geht es völlig an den Bedürfnissen der Konsumenten
vorbei, wenn in der Verordnung Gastronomie und verarbeitete Produkte
ausgenommen werden." Auch die Tatsache, dass offenes Fleisch an der
Theke nicht betroffen ist, ist für ihn nicht akzeptabel. Alles in
allem würden dem Konsumenten nach wie vor wirklich wichtige
Informationen vorenthalten.

Laut VIER PFOTEN sollten konsequenterweise außerdem die
unterschiedlichen Haltungsformen gekennzeichnet werden. Heli
Dungler: "Ein ethisch bewusster Verbraucher möchte wissen , wie das
Tier gelebt hat." Ein Beispiel für eine gelungene Kennzeichnung ist
für ihn das Schalenei: "Hier kann der Konsument über die Ziffern 0-3
neben dem Herkunftsland auch die Haltungsart wählen. Warum sollte das
nicht beim Fleisch funktionieren?"

Unverständlich ist es für VIER PFOTEN, dass - anders als bei Rind-
und Kalbfleisch - bei den neu zu kennzeichnenden Fleischsorten der
Geburtsort nicht angegeben werden muss; es reicht der so genannte
Aufzuchtsort. "Die Information, ob das Tier zwischen Geburts- und
Aufzuchtsort eine lange Transportstrecke zurücklegen musste, ist doch
eine extrem wichtige. Wieso bekomme ich sie bei Rind- und
Kalbfleisch, aber sonst nicht? Das ist total inkonsequent", sagt Heli
Dungler.

Vor wenigen Wochen erst hat auch das EU-Parlament eine verpflichtende
Herkunftskennzeichnung auch für verarbeitete Fleischprodukte
gefordert. "Wir begrüßen diese Initiative der EU-Parlamentarier,
wenngleich sie auch noch immer nicht alle unsere Forderungen abdeckt.
Bleibt zu hoffen, dass die EU-Kommission dieser auch so rasch wie
möglich mit einer entsprechenden Ausweitung der
Kennzeichnungsverordnung nachkommt", sagt Dungler. Dies wäre für
VIER PFOTEN nicht nur im Sinne des Tierschutzes, sondern käme auch
den Wünschen der Verbraucher entgegen.

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