• 27.02.2015, 09:10:34
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Grüner Protest führte zum Erfolg: Ehrentafel für NS-Kriegsverbrecher Löhr entfernt

Grüne: Stiftskirche soll nun auch verbliebene Tafeln für Wehrmachtsangehörige kritisch untersuchen

Utl.: Grüne: Stiftskirche soll nun auch verbliebene Tafeln für
Wehrmachtsangehörige kritisch untersuchen =

Wien (OTS) - "Ich freue mich, dass die Ehrentafel für den
NS-Kriegsverbrecher und Massenmörder Alexander Löhr aus der Wiener
Stiftskirche nun endlich entfernt wurde", zeigt sich der Grüne
Nationalratsabgeordnete Harald Walser hoch zufrieden. Nachdem General
a.D. Hubertus Trauttenberg via profil die Verhängung der Tafel
angekündigt hatte, wurde diese nun entfernt.

Im September letzten Jahres hatte eine Gruppe von Grünen aus dem
Bezirk Neubau, der Stadt Wien und dem Parlamentsklub mit einer Aktion
vor der Stiftskirche darauf aufmerksam gemacht, dass in der unter der
Verantwortung der Militärdiözese stehenden Stiftskirche eine Tafel an
den "unvergesslichen Kameraden Alexander Löhr" erinnerte. Löhr
zeichnete für zahlreiche Kriegsverbrechen während der NS-Zeit
verantwortlich und wurde deswegen 1947 in Belgrad hingerichtet.

Für Nikolaus Kunrath von den Wiener Grünen "ist es zwar traurig, dass
es unserer Aktion bedurfte, um unter diese unwürdige Affäre einen
Schlussstrich zu setzen, aber wir werten es als positives Zeichen
seitens der Militärdiözese, dass sie hier gerade im heurigen
Gedenkjahr Einsicht gezeigt hat."

Für die Neubauer Politikerin Ursula Berner sind nun die in der Kirche
noch verbliebenen zahlreichen Ehrentafeln für zu Tode gekommene
Wehrmachtsangehörige schleunigst abzunehmen oder noch besser in einen
historischen Kontext zu setzen: "Ich will nicht, dass hier direkt an
der Mariahilfer Straße oder anderswo Kriegsverbrecher auch nur
ansatzweise als Helden dargestellt werden." Dem stimmt auch Walser
zu: "Es ist stark davon auszugehen, dass in der Stiftskirche zur Zeit
noch weiterer Kriegsverbrecher gedacht wird. Die katholische Kirche
täte gut daran, ein deutliches Zeichen zu setzen und einen Platz für
ein Gedenken zu schaffen, das sich unmissverständlich von der NS-Zeit
distanziert", appelliert Walser eindringlich an die Verantwortlichen.

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