• 19.02.2015, 11:02:04
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Wehsely/Frauenberger: Angebote in der Pflege stehen allen WienerInnen offen

IFES-Studie zeigt Wunsch von Homosexuellen und Transgender nach Sensibilität und Diskriminierungsfreiheit in der Pflege auf

Utl.: IFES-Studie zeigt Wunsch von Homosexuellen und Transgender
nach Sensibilität und Diskriminierungsfreiheit in der Pflege
auf =

Wien (OTS) - Die Studie "Wohnen, Pflege und Betreuung im Alter bei
Homosexuellen und Transgender" wurde von IFES, im Auftrag von Sozial
Global GmbH und Wiener Sozialdienste, erstellt und untersuchte die
Wünsche und Erwartungen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und
Transgender-Personen zur Pflegesituation im Alter.

Das zentrale Ergebnis der Studie ist, dass Lesben, Schwule und
Transgender-Personen kein eigenes Betreuungsangebot wünschen, sondern
am liebsten zu Hause oder in für LGBTIQ-Themen sensiblen
Pflegeeinrichtungen betreut werden wollen. Das vorrangige Ziel für
eine adäquate Altersbetreuung ist laut Studie eine Struktur, die
LGBTIQs integriert. Zudem ist an einem gesellschaftlichen Klima zu
arbeiten, in dem alle ihre sexuelle Orientierung ohne Probleme
thematisieren können. Die Nutzung des Angebots durch "auch andere"
Schwulen/Lesben/Transgender-Personen wird wesentlich stärker
befürwortet (ca. 80 Prozent), als eine ausschließliche Nutzung durch
die Zielgruppe (ca. 20 Prozent). "Es wäre mir nicht wichtig, ja fast
unangenehm, nur mit Schwulen und Lesben zu leben, aber der Einzige
will man doch wieder nicht sein. Dieses Gefühl hatte man wohl bereits
oft genug", lautete etwa ein Kommentar aus der Befragung. Worauf es
in der Qualität der Betreuung ankommt, geht ebenfalls aus den
Ergebnissen hervor: An vorderster Stelle soll die Pflege
diskriminierungsfrei, respektvoll und wertschätzend sein.

Pflege: respektvoll und diskriminierungsfrei

"Alle älteren und pflegebedürftigen Menschen in Wien sollen ein
möglichst selbstbestimmtes und sicheres Leben führen können. Die
Stadt Wien macht das durch ein maßgeschneidertes Pflege- und
Betreuungsangebot möglich", so Gesundheits- und Sozialstadträtin
Sonja Wehsely anlässlich der Ergebnisse der IFES-Studie "Wohnen,
Betreuung und Pflege im Alter bei Lesben, Schwulen und
Transgender-Personen".

"Homophobie und Transphobie sind leider immer noch Realität.
Gerade in den Sozialberufen ist es notwendig, hier an der
Sensibilisierung und Akzeptanz zu arbeiten. Auch im Alter dürfen
Wienerinnen und Wiener keine negativen Erfahrungen aufgrund ihrer
sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität befürchten
müssen. Daher setzen wir darauf, zukünftig verstärkt
Pflegeeinrichtungen der Stadt auf die Lebenssituation von Lesben,
Schwulen, Intersexuellen oder Transgender-Personen vorzubereiten. Die
Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und
transgender Lebensweisen (WASt) hat hierfür bereits ein Pilotseminar
für das Pflege-Personal gestartet. Pflege unter dem Regenbogen
bedeutet dabei Menschen und ihre Lebenserfahrung ernst zu nehmen und
ihnen ein Altern in Würde zu ermöglichen", so Sandra Frauenberger,
Stadträtin für Antidiskriminierung.

Ambulant vor stationär

Ein wichtiger Aspekt des Wiener Geriatriekonzepts ist der Ausbau
mobiler Pflege- und Betreuungsleistungen. Rund 34.000 Wienerinnen und
Wiener nehmen Heimhilfe, Hauskrankenpflege, Besuchsdienst oder
weitere Angebote mobiler Diensten in Anspruch. Der erste Schritt
dazu: Case ManagerInnen machen einen Hausbesuch bei der Kundin oder
dem Kunden. So können sie am besten feststellen, in welchen Bereichen
wie viel Hilfe gebraucht wird. Gemeinsam mit den KundInnen und
gegebenenfalls auch deren Angehörigen wird der individuelle
Unterstützungsbedarf festgelegt. Besuche von Pflege- bzw.
Betreuungspersonen sind je nach Bedarf von einmal in der Woche bis
hin zu mehrmals täglich möglich.

Wohnortnahe Betreuung

In verschiedenen vom Fonds Soziales Wien (FSW) geförderten
Einrichtungen bzw. in Wohn- und Pflegehäusern anerkannter
PartnerInnenorganisationen des FSW finden WienerInnen ein Zuhause,
wenn ihnen ein selbstständiges Leben in ihren Wohnungen nicht mehr
möglich ist. Aktuell werden über den FSW stationäre Pflege- und
Betreuungsleistungen für rund 22.000 KundInnen gefördert. Wohnortnahe
Betreuung und Pflege nach modernsten baulichen, medizinischen und
pflegerischen Standards sind dabei wesentliche Eckpunkte. Das Wiener
Geriatriekonzept sieht ein dichtes und leistungsfähiges Netz aus
städtischen und privaten gemeinnützigen Pflegeeinrichtungen vor. 2015
werden die letzten Meilensteine umgesetzt. Insgesamt wurden 36
Pflegewohnhäuser und PensionistInnenwohnhäuser neu errichtet, saniert
oder modernisiert. Damit macht sich Wien fit für die Zukunft der
Pflege und die steigende Lebenserwartung der Menschen in dieser
Stadt.

Details zur Studie

Die Studie "Wohnen, Betreuung und Pflege im Alter bei Lesben,
Schwulen und Transgender-Personen" wurde von den Sozialdienstleistern
Sozial Global und Wiener Sozialdienste in Auftrag gegeben und vom
Fonds Soziales Wien finanziert. Ziel war, die Vorstellungen und
Wünsche für das Leben und Wohnen im Alter von Lesben, Schwulen und
Transgender-Personen in den Bereichen in Wien zu erheben.
Durchgeführt wurde sie vom Markt-, Meinungs- und
Sozialforschungsinstitut IFES, 1.140 Lesben, Schwule, Bisexuelle und
Transgender-Personen haben daran teilgenommen. (Schluss)

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