• 11.02.2015, 11:53:51
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Nominierungen und Preisträger der "Senioren-Rose" und "Senioren-Nessel" 2014

Medienpreise im Parlament überreicht

Utl.: Medienpreise im Parlament überreicht =

Wien (OTS) - Am 10. Februar 2015 fand auf Einladung von
Nationalratspräsidentin Doris Bures, des Österreichischen
Seniorenrates und des Österreichischen Journalisten Club die
Preisvergabe der Medienpreise "Senioren-Rose" und "Senioren-Nessel"
für das Jahr 2014 statt.

In Vertretung der Nationalratspräsidentin begrüßte der Zweite
Präsident des Nationalrates Karlheinz Kopf rund 160 Gäste im
Abgeordnetensprechzimmer des Parlaments.

Präsident Kopf hob in seinen Begrüßungsworten die große
Verantwortung der Medien hervor, die wesentlich das Bild der Älteren
Menschen in der Gesellschaft prägen und betonte die Wichtigkeit, dass
alle gesellschaftlichen Akteure sensibilisiert werden. "Erfreulich
ist, dass die Journalisten durch die Einbindung des Österreichischen
Journalisten Clubs diese Verantwortung ernst nehmen. Stereotype
Bilder, die sich eingeprägt haben, sind nicht leicht zu korrigieren,
auch wenn die Realität diese bereits widerlegt." Auch für die Politik
hält Präsident Kopf eine realistisches Bild als Grundlage für
Entscheidungen und eine Sensibilisierung im Umgang mit der Sprache
für wichtig: "Die Senioren-Nessel soll als Ermunterung für größere
Sensibilität mit dem Älterwerden betrachtet werden." so der Zweite
Präsident des Nationalrates abschließend.

Der im Jahr 2015 vorsitzführende Seniorenrats-Präsident Karl
Blecha wies in seinem Eröffnungs-Statement auf den "Sturm der
Veränderung" in unserer Gesellschaft hin. Die steigende
Lebenserwartung und die Digitalen Medien führen zu einer 4.
Industriellen Revolution, die alle Generationen vor neue
Herausforderungen stellt. "Gerade in einer solchen Umbruchssituation
ist die Erfahrung der älteren Generation unendlich wertvoll. Der
Begriff 'die Alten' hat ausgedient. Es ist bezeichnend, dass in
Europa immer häufiger von 'Reifen Erwachsenen' gesprochen wird. Das
ist der neue Begriff. Und es braucht die Medien, damit dieses
Umdenken vorangetrieben wird!", betont Präsident Blecha. "Das Bild,
das die Medien früher gezeichnet haben, war richtiggehend
'grauslich'. Ein Bild von 'taubenfütternden Parkbankdauerparkern' und
'gierigen Alten, die den Jungen den Kuchen wegfressen'. Seit wir vor
sechs Jahren die Medienpreise Senioren-Rose und Senioren-Nessel ins
Leben gerufen haben, hat sich glücklicherweise schon vieles zum
Positiven verändert. Und wir werden diesen Weg konsequent
weitergehen. Denn wie ein altes chinesisches Sprichwort sagt: Wenn
der Wind der Veränderung weht, dann bauen die einen Mauern, die
anderen Windmühlen! Wir sind für die Windmühlen, die Veränderung, die
Bewegung und lachen über jene, die versuchen dagegen anzukämpfen wie
einst Don Quijote!"

Seniorenrats-Präsident Dr. Andreas Khol betonte in seinem
Statement: "Unsere Seniorinnen und Senioren sind noch nie so mobil,
gesund, produktiv und gut versorgt gewesen wie heute. Es handelt sich
um eine ganz neue Generation, die mit früheren nicht zu vergleichen
ist. Die Seniorinnen und Senioren sind vollwertige Bürgerinnen und
Bürger, unternehmenslustig und stark in der Familienarbeit und
Freiwilligenarbeit eingebunden. Sie haben daher auch Anspruch auf
volle Mitbestimmung und Teilhabe sowohl im gesellschaftlichen als
auch politischen Bereich. Dieses, der jetzigen Realität entsprechende
Bild der Seniorinnen und Senioren wollen wir auch in den Medien
sehen, keine Klischees, sondern wahrheitsgetreue Abbilder. Daher die
Preise Senioren-Rose für eine echte und lebensnahe Vermittlung des
Bildes der heutigen Senioren und eine Senioren-Nessel als sanfte
"Rüge" wo dies noch nicht so gut gelungen ist. Die Berichterstattung
ist in den letzten Jahren insgesamt besser geworden, aber es gibt
eben immer noch Mängel. Ich danke allen, die an der Durchführung und
Verwirklichung der heutigen Preisverleihung mitgewirkt haben,
insbesondere natürlich auch den Jurorinnen und Juroren."

Der Präsident des Österreichischen Journalisten Club Fred Turnheim
zum Hintergrund der Preisverleihung: "In den vergangenen 6 Jahren hat
sich einiges verändert. Besonders die Werbung hat dazugelernt, der
Journalismus leider nur zum Teil. In den Bildredaktionen greift man
aber noch immer gerne in die Klischeekiste. Die "taubenfütternden
Alten im Park" mögen praktisch in der Bebilderung sein, doch spiegeln
diese Fotos nicht das reale Leben wider. Durch die Rose und die
Nessel wollen wir die Qualität in der Berichterstattung über
Seniorinnen und Senioren verbessern und wir wollen den oft
zeitgeplagten Journalisten helfend unter die Archivarme greifen. Aus
diesem Grund bieten der Österreichische Journalisten Club und der
Österreichische Seniorenrat demnächst im Rahmen der Journalismus &
Medien Akademie Seminare für Bildredakteure und Pressefotografen zum
Thema "Bildliche und redaktionelle Darstellung von Senioren" an. Für
die Teilnehmer, natürlich kostenlos, wollen wir damit einen
Schneeballeffekt in den Redaktionen lostreten, mit dem Ziel, künftig
keine Nesseln mehr vergeben zu müssen." Anschließend stellte
ÖJC-Präsident Turnheim fest: "Eine demokratische Gesellschaft kann
nur dann funktionieren, wenn es zwischen allen Gruppen der
Gesellschaft eine sensible, vertrauensvolle und solidarische
Zusammenarbeit gibt."

Der prominent besetzten Jury gehörten heuer an: Dr. Harald Glatz,
BR-Präs. a.D. Prof. Herwig Hösele, Frau Mag. Carina Kerschbaumer,
Chefredakteur Prof. Oswald Klotz, Vizepräsidentin Mag.a Christiane
Laszlo, Prim. STR Abg.z.NR a.D. Dr. Elisabeth Pittermann,
ÖJC-Vorstandmitglied Harald Vaca, Stellvertretende Generalsekretärin
des Seniorenbundes Susanne Walpitscheker und der Generalsekretär des
Pensionistenverbandes Andreas Wohlmuth. Die Moderatorin Heilwig
Pfanzelter führte durch den Abend.

Kategorie Werbung

Die Preisverleihung begann mit der erfreulichen Nachricht, dass
keine Senioren-Nessel in der Kategorie Werbung vergeben werden
musste.

Für die Senioren-Rose in der Kategorie Werbung dagegen gab es drei
Nominierte:
1.) "Wofür schlägt Ihr Herz?", eine Schaltung der Stadt Wien mit dem
Ziel, älteren Menschen zu versichern, dass sie bis ins hohe Alter
ihre Träume verwirklichen können.
2.) "GeHsundheit" von wienzufuss.at: Regelmäßiges Gehen ist gesund,
stärkt das Immunsystem und beugt Krankheiten vor, vermittelte durch
ein Paar, das Lebensfreude ausstrahlt.
3.) "Als Gastarbeiter gekommen. Als Wiener geblieben." Eine sehr
freundliche, generationenübergreifende Werbung der
Magistratsabteilung 17 der Stadt Wien, die für Integration zuständig
ist.

Überreicht wurde die Senioren-Rose in Form eines Kristallpokals
und einer Urkunde durch Dr. Elisabeth Pittermann an die Stadt Wien
für das Sujet "Als Gastarbeiter gekommen. Als Wiener geblieben."
Ausschlaggebend für die Jury war der ausdrückliche Hinweis auf die
gesellschaftliche Leistung der älteren Gastarbeiter-Generationen und
das Gelingen der Integration.

Mit großer Freude entgegengenommen wurde der Medienpreis durch die
Leiterin der MA17 Dr.in Ursula Struppe in Vertretung von Frau
Stadträtin Sandra Frauenberger. In ihren Dankesworten bezeichnete
Dr.in Struppe das Bild als realistische Alltäglichkeit und als ein
Stück "echtes Wien". Danke wurde auch der Agentur Friedl und Partner
ausgesprochen.

Kategorie Bild

Nominiert für die Nessel in der Kategorie Bild waren:
1.) Das Bild zum Artikel "Wissen was man bekommt" zum Thema
Pensionskonto im ÖGB-Magazin "Solidarität" in der Ausgabe April 2014.
Der Text wird von einem Bild begleitet, das ein älteres Paar vor dem
Sonnenuntergang abbildet.
2.) Ein Bild mit "Händen am Stock" im Leseforum der Wiener Zeitung
vom 14.10.2014 im Zusammenhang mit Rezeptgebühren.
3.) Als dritte Nominierung genannt wurde das Bild in der Grafik zum
Artikel "Wandel bei den Altersbildern" in den Salzburger Nachrichten
vom 01.04.2014. Ein stereotypes Bild älterer Menschen auf der
Parkbank.

Die Nessel verliehen wurde nach Erörterung der Juryentscheidung
durch Prof. Oswald Klotz letztlich an die Wiener Zeitung für die
Verbindung von bewusst negativen Attributen mit dem Altern von
Menschen.

Walter Hämmerle, Chefredakteur-Stv. der Wiener Zeitung, nahm unter
großem Applaus der Anwesenden die Senioren-Rose für die Bildredaktion
entgegen und ersuchte die Seniorenorganisationen den Medien Bilder
zur Verfügung zu stellen, die die Lebensrealität älterer Menschen
besser darstellen.

Als positives Beispiel wurde in Folge die Senioren-Rose für das
Bild vergeben, wobei wiederum drei Nominierungen bekannt gegeben
werden konnten:
1.) Nominiert war die Fotoserie von Heinz Henninger zum Artikel
"Autofahren jenseits der 65" des ÖAMTC-Magazins "auto touring",
Ausgabe Oktober 2014.
2.) Das Bild von Christine Schweinöster zu "Wie ein 95-Jähriger die
digitale Welt erlebt" aus den Salzburger Nachrichten vom 12.7.2014
3.) "Zimmer frei in der Senioren-WG", Kurier vom 2.10.2014. Auch hier
eine lebendige, freundliche Darstellung des Zusammenlebens, ein Foto
von Juerg Christandl.

Die begehrte Senioren-Rose für sein Bild erhielt Heinz Henninger
für das ÖAMTC-Magazin. Der Jury besonders gefallen hat die
Darstellung der älteren Generationen mit dem Stellenwert eines von
heute gerecht werdenden Bildes als Autofahrer. Prof. Oswald Klotz
oblag es, diesen Preis dem Fotographen Heinz Henninger persönlich zu
übergeben.

Peter Pisecker, der Chefredakteur von auto touring erläuterte in
seinen Dankesworten kurz das große Interesse der teilnehmenden
Autofahrer 65+ an Neuerungen und Hilfestellungen bei modernen
Fahrzeugen.

Kategorie Journalismus

Die Nominierten für die Nessel in der Kategorie Journalismus
waren:
1.) "Schicke keinen Opa nach Europa", ein Gastkommentar von
Botschafter a.D. Gregor Woschnagg im NEWS vom 22.5.2014 wegen der -
wenn auch scherzhaften - Verwendung des Wortes "Opa" in medialer
Berichterstattung.
2.) Andreas Schnauder, Ressortleiter Wirtschaft vom STANDARD für die
Betitelung seines Artikels vom 30. 4. 2014 mit "Pensionsplus toppt
Hypo".
3.) Als dritter Mitstreiter um die Senioren-Nessel wurde die
Zeitschrift "IV-Positionen", das Mitglieder-Magazin der
Industriellenvereinigung nominiert.

Die Senioren-Nessel für Journalismus ging an die Zeitschrift
"IV-Positionen". Andreas Wohlmuth, Jury-Mitglied und Generalsekretär
des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ) kritisierte die darin
enthaltenden Passagen, die Pensionen als "vergangenheitsbezogene
Aufwendungen" oder "Hauptausgabentreiber" titulierten, aufs Schärfste
als "pauschale, undifferenzierte, negative Stimmungsmache gegen eine
ganze Bevölkerungsgruppe." Für Aussagen wie diese - oder ihre immer
wieder gebrachten Vergleiche zwischen den Kosten für die Pleite der
Hypo-Alpe-Adria und jenen für das Pensionssystem - habe die
Industriellenvereinigung "eigentlich einen ganzen Nessel-Strauß"
verdient.

Nachdem der Preis von keinem Vertreter der
Industriellenvereinigung entgegen genommen wurde, wird dieser bei
passender Gelegenheit nachträglich übergeben werden.

Als letzter Preis wurde die Senioren-Rose für Journalismus
vergeben.
1.) Normiert war dazu der Artikel "Autofahren jenseits der 65" im
"auto touring", Ausgabe Oktober 2014 von Cornelia Buczolich und Kurt
Zeillinger
2.) Der Artikel "Wandel bei den Altersbildern" in den Salzburger
Nachrichten vom 1. 4. 2014, worin von Univ.-Prof. Dr. Reinhold Popp
und Mag.a Ernestine Depner-Berger treffend feststellt wurde, dass die
in der Gesellschaft verbreiteten Altersbilder überwiegend negativ
besetzt sind.
3.) Die dritte und letzte Nominierung war der TV-Beitrag der
Redakteurin Dr. Christa Hofmann vom ORF Weltjournal vom 16.11.2014
mit dem Titel "Europa - Arbeiten bis zum Umfallen". Dieser
halbstündige Beitrag verglich eindrucksvoll die Pensionssysteme und
Lebensbedingungen älterer Menschen in Europa.

Als Laudator konnte Prof. Herwig Hösele die Preisträgerin Dr.
Christa Hofmann bekannt gegeben wird. Da diese beruflich im Ausland
weilt, nahmen in ihrer Vertretung Weltjournal-Plus-Chefin Claudia
Neuhauser und Weltjournal-Chef Walter Erdelitsch den Preis entgegen
und dankten für die Anerkennung.

Fotos der Veranstaltung stehen auf der Homepage des Parlaments zur
Verfügung unter:
http://www.parlament.gv.at/SERV/FOTO/VER/628828/index.shtml

Im Anhang finden Sie ergänzend die Präsentation der einzelnen Sujets.

Einreichungen für 2015 werden ab sofort entgegen genommen!

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