- 28.01.2015, 12:24:44
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Bundespräsident Fischer betreibt Vogelstraußpolitik
Wien (OTS) - Mit großem Befremden hat die Israelitische
Kultusgemeinde die gestrige Aussage von Bundespräsident Dr. Fischer
im ZIB 2-Interview zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz
vernommen: Die gestiegene Anzahl von wahrgenommenen antisemitischen
Vorfällen in Österreich sei einer gewachsenen Sensibilität
zuzuschreiben. Dies zeugt von einem eklatanten Mangel an
Einfühlungsvermögen, aber auch von einer bewussten Verdrängung des
Problems, spricht doch die Kultusgemeinde von einer drastischen
Zunahme von 2013 auf 2014.
Angesichts der brutalen antisemitischen Übergriffe und Anschläge in
Belgien und Frankreich, der massiv gestiegenen Vorfälle in ganz
Europa, auch in Österreich, grenzt die Aussage des Herrn
Bundespräsidenten an Verharmlosung. Im Gegensatz dazu haben sowohl
die Innenministerin, Außenminister, als auch Justizminister und
Unterrichtsministerin die Situation sehr ernst genommen und
entsprechend reagiert.
Es ist eine Frage der Haltung vor der Realität die Augen zu
verschließen oder sich ihr zu stellen.
Oskar Deutsch
Präsident
Israelitische Kultusgemeinde Wien
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