Willi zu Wien-Bratislava-Flügen: Noch mehr Lärm und Schadstoffe

Grüne kritisieren politische Fehlsteuerung

Wien (OTS) - "Absurder geht's nicht, die CO2- und Lärmbelastung des neuen Niki-Flugangebotes zwischen Wien und Bratislava dürfen die AnrainerInnen zwischen den beiden Städten ausbaden - und das in einem Raum, der Feinstaub-Sanierungsgebiet ist. Diese neue Flugverbindung zeigt die politische Fehlsteuerung im Flugverkehr: keine Mineralölsteuer auf Flugbenzin, eine zu niedrige Flugticketabgabe, keine nach Lärm stark gestaffelten Start- und Landegebühren. Genau das ist der Mix, aus dem solche Unsinnigkeiten kommen", sagt der Grüne Verkehrssprecher Georg Willi.

"Vier Tonnen CO2 pro Flug von Wien nach Bratislava, das ist grob geschätzt das 50fache im Vergleich zum Autobus. Während derzeit mit einem großen Aufwand an Fahrverboten ein paar Alt-LKW von der Straße vertrieben werden, darf oben drüber in geringer Höhe munter geflogen und Dreck hinausgeblasen werden. Wegen des hohen Luftwiderstands bei relativ geringer Flughöhe (1500 Meter) braucht ein Flugzeug über eine Tonne Treibstoff für die geplante Flugzeit. Darüber hinaus werden pro Kilogramm emittiertem Feinstaub zehnmal so viele Feinstpartikel (in der besonders gesundheitsgefährdenden Größenklasse PM 2,5 und kleiner) im Vergleich zu modernen Diesel-Kfz produziert", meint Willi.

"Ich wundere mich, dass in der Sitzung des Zivilluftfahrtbeirates kurz vor Weihnachten von all dem nichts zu hören war. Gleichzeitig erklärt dies vielleicht den hohen Zeitdruck, mit dem die Änderung der Luftverkehrsregeln durchgeführt wurde, obwohl es viele Bedenken gab", sagt Willi.

Diese Entwicklung ist nach Ansicht der Grünen ein gewichtiger Grund mehr, endlich eine ökosoziale Steuerreform auf den Weg zu bringen, die fossile Energieträger stärker besteuert - im besonderen Flugbenzin - und die Flugticketabgabe höher setzt. Im Gegenzug müssen Lohnnebenkosten gesenkt und ein Ökobonus gewährt werden. "Wenn Fliegen vielfach wesentlich billiger ist als mit der Bahn zu fahren, dann hat die politische Steuerung versagt. Das gehört im Zuge der Steuerreform dringend korrigiert" verlangt Willi.

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