• 30.12.2014, 11:37:24
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Breites Bündnis und Demo gegen rechten Burschenbundball!

Das Bündnis "Linz gegen Rechts", dem über 60 Organisationen angehören, ruft am 10.01.15 zu Demonstration gegen zeitgleich stattfindenden Burschenbundball auf.

Utl.: Das Bündnis "Linz gegen Rechts", dem über 60 Organisationen
angehören, ruft am 10.01.15 zu Demonstration gegen zeitgleich
stattfindenden Burschenbundball auf. =

Linz (OTS) - In wenigen Tagen am Samstag, dem 10. Jänner, eröffnet
der Burschenbundball im Linzer Palais des Kaufmännischen Vereins die
rechtsextreme Ballsaison im Jahr 2015. Die Burschenschaft Arminia
Czernowitz, die maßgeblich an der Durchführung des Balls beteiligt
ist, gehört laut dem Dokumentationsarchiv des österreichischen
Widerstandes auch innerhalb der Burschenschaften klar dem extrem
rechten Flügel an. Neben rechtsextremen Burschenschaftern und
etlichen FPÖ-PolitikerInnen dürften wohl auch diesmal wieder
Persönlichkeiten aus konservativen Kreisen auf der Gästeliste stehen.
Die Teilnahme reichte in den vergangenen Jahren von Landeshauptmann
Pühringer bis hin zu VertreterInnen der Johannes Kepler Universität
Linz.

Bündnis fordert: Kein Ehrenschutz und kein Sponsoring für
rechtsextremen Ball!
Der Burschenbundball ist nichts anderes als eine rechtsextreme
Großveranstaltung. Doch gerade die bereitwillige Unterstützung aus
Wirtschaft und Politik werten den deutschnationalen Burschenbundball
auf und schlagen eine Brücke von der extremen Rechten hinein in die
bürgerliche Mitte. Das Bündnis "Linz gegen Rechts" fordert deshalb
PolitikerInnen aller demokratischen Parteien und VertreterInnen der
Universität Linz auf, dem Ball fernzubleiben und keinen Ehrenschutz
zu übernehmen. Gleichzeitig richtet das Bündnis auch einen Appell an
die Ball-SponsorInnen der letzten Jahre diesen Ball aufgrund seines
rechtsextremen Hintergrunds nicht mehr zu unterstützen.

Großdemo gegen Burschenbundball!
Wie bereits im Vorjahr ruft das breite, antifaschistische Bündnis
"Linz gegen Rechts" zu einer Demonstration gegen den Burschenbundball
auf. Im Jahr 2014 konnte der Protest mit weit mehr als 2.000
TeilnehmerInnen in Relation zu den Vorjahren verzehnfacht werden.
"Wir wollen auch 2015 unsere gemeinsamen Kräfte bündeln, um möglichst
breit und lautstark unseren Unmut gegen diesen ewiggestrigen
Burschenschafterball kundzutun!", erklärt Dominik Samassa für das
Bündnis "Linz gegen Rechts".

Unter dem Motto "No pasarán - wir weichen nicht zurück!" werden sich
die TeilnehmerInnen am Samstag, dem 10. Jänner 2015, um 17:30 Uhr am
Linzer Hauptbahnhof versammeln und anschließend friedlich aber
lautstark durch das Linzer Stadtgebiet demonstrieren. Unterstützt und
getragen wird das Bündnis "Linz gegen Rechts" mittlerweile von 61
Organisationen.

Statements gegen den Linzer Burschenbundball:
"Deutschnationale Burschenschafter waren schon immer Motoren von
Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Sie waren
Wegbereiter der grausamen faschistischen Nazidiktatur, der
Auslöschung Österreichs und damit des verbrecherischen
Vernichtungskrieges." - Irma Schwager, Widerstandskämpferin,
Überlebende des NS-Regimes und KPÖ-Ehrenvorsitzende

"Es geht eben nicht nur um Kellernazis, rechtsextreme Hooligans oder
glatzköpfige Skinheads. Das gleiche braune Gedankengut wird nicht
besser, wenn es in akademischen Speech, adrett gekleidet und mit
Unicharme daher kommt. Es bleibt immer noch das, was es ist: brauner
Dreck!" - Willi Mernyi, Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich

"Man kann sich natürlich das Gesicht zerkratzen, hässliche Kappen
aufsetzen und mit grimmer Miene vom deutschen Reich schwafeln. Man
kann aber auch friedlich gegen Rechtsextremismus und Ewiggestrigkeit
demonstrieren. Wir empfehlen zweiteres." - Christoph & Lollo,
Liedermacher-Duo aus Wien

"Der Burschenbundball ist ein Treffpunkt ewiggestriger Kreise, die
ihre gefährliche Ideologie als unbedenklich darstellen wollen. Wer
wie Oberösterreichs Landeshauptmann oder der Vizerektor der Kepler-
Universität dieses Spiel mitspielt, indem er den Burschenbundball
besucht, fördert den Rechtsextremismus und schadet der Demokratie, ob
er es nun will oder nicht." - Robert Eiter, Sprecher des OÖ.
Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus

"Der Linzer Burschenbundball stellt eine wichtige Schnittstelle der
deutschnationalen extremen Rechten hinein in die bürgerliche Mitte
der Gesellschaft dar. Daher ist es - knapp 70 Jahre nach der
Befreiung Österreichs vom Faschismus - wichtig, ein starkes Zeichen
zu setzen und dagegen zu demonstrieren." - Harald Grünn,
KZ-Verband/VdA Bundesvorsitzender

"Ausgrenzen bestimmter Bevölkerungsgruppen wie etwa Asylwerber,
Homosexuelle, Muslime kann nicht zu einem friedlichen Miteinander in
unserem Lande führen. Wir finden es daher sehr bedenklich, diesem
Gedankengut einen Raum im Rahmen des Burschenschaftsballes zu geben."
- Christine Schacht, Vorsitzende von Pax Christi Oberösterreich

"Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Wir müssen
zeigen, dass der Burschenbundball und andere Zusammenkünfte
Rechtsextremer aus ganz Europa keinen Platz haben." - Florian
Hohenauer, GPA-djp Bundesjugendvorsitzender

"Die Stimmung verschärft sich - wir brauchen nur nach Deutschland
blicken, wo 15.000 Pegida- RassistInnen in Dresden marschieren oder
in Bayern geplante Asylunterkünfte brennen. Wir müssen etwas
unternehmen gegen dieses Klima des Hasses - wir müssen kämpfen für
Solidarität." - Fiona Kaiser, Landesvorsitzende der SJ Oberösterreich

"Für uns verläuft die Grenze nicht zwischen den Völkern, sondern
zwischen oben und unten. Wir werden nicht müde gegen rechte Umtriebe
aller Spielarten auf die Straße zu gehen. Wir lassen uns nicht
kriminalisieren und wir lassen uns nicht einschüchtern." - David
Lang, Bundesvorsitzender der Kommunistischen Jugend Österreichs

"Wenn sich Rechtsextreme treffen und feiern wollen, ist es unsere
Aufgabe zu zeigen, dass der Spruch "Keine Toleranz der Intoleranz"
nach wie vor gilt. Auch in Linz werden wir ein klares Zeichen für
eine weltoffene Gesellschaft setzen und zeigen, dass Diskriminierung
in unserer Stadt keinen Platz hat." - Christina Götschhofer,
Bundesvorsitzende Aktion kritischer SchülerInnen

"Wir müssen weiterhin wachsam sein, wenn es um gefährliche,
faschistische Tendenzen geht. Stehen wir auf und schreien wir es
raus, dass Faschismus ein Verbrechen ist, dass es nicht sein kann,
dass linke Proteste kriminalisiert werden, während Neonazis,
Rassisten und Faschisten munter durch die Straßen ziehen." - Helmut
Gotthartsleitner, Bundesvorsitzender der Roten Falken Österreich

"Die Kritik an den Burschenschaften und deren Ball ist immer auch
eine Kritik an jenen Politiker_innen, welche Burschenschaften und FPÖ
legitimieren. Daher kein Ehrenschutz für den Burschenbundball durch
Landeshauptmann und Uni-Rektorat und kein Sponsoring für diesen
Ball." - Leo Furtlehner, KPÖ-Landessprecher Oberösterreich

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