• 27.12.2014, 09:18:18
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Tierärzte appellieren an die Bevölkerung

"Gelebter Tierschutz auch zu Sylvester"

Utl.: "Gelebter Tierschutz auch zu Sylvester" =

Wien (OTS) - Ein Großteil der österreichischen Bevölkerung bekennt
sich zum Tierschutz. Nur in der Zeit rund um den Jahreswechsel
scheint dieses Bekenntnis in Vergessenheit zu geraten. Obwohl es
grundsätzlich verboten ist Feuerwerkskörper und Knaller im Ortsgebiet
zu verwenden, wird diese Vorschrift oft weitgehend ignoriert.

§5 des Österreichischen Tierschutzgesetzes sagt:
"Es ist verboten, einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder
Schäden zuzufügen oder es in schwere Angst zu versetzen."

Laut Wirtschaftskammer lassen sich die Österreicher die laute
Begrüßung des neuen Jahres bis Sylvester rund 10 Millionen Euro
kosten. Leider beschränkt sich die Knallerei aber nicht nur auf den
Jahreswechsel. Schon Wochen vorher und nachher wird das Nervenkostüm
von Mensch und Tier strapaziert. Für viele Tiere bedeutet das
Dauerstress. Die Tiere können die belastende Situation nicht ändern
oder verhindern. Die Stresshormone werden nicht abgebaut und die
körperliche Anspannung bleibt erhalten. Vor allem viele Hunde sind in
der angeblich ruhigsten Zeit des Jahres nur schwer zu überzeugen, die
schützende Wohnung zu verlassen, wenn sie einmal Bekanntschaft mit
einem Kracher gemacht haben. Im schlimmsten Fall reicht ein
belastendes Erlebnis für eine lebenslange Traumatisierung. Die
angstanfälligen Tiere mit Tabletten - oft starke Psychopharmaka -
ruhig zu stellen, ist im Falle der wochenlangen Belastung nur eine
suboptimale Lösung, eine starke medikamentöse Beruhigung (=
Sedierung) über einen so langen Zeitraum, eben ohne klinische
Betreuung und Überwachung nicht möglich.

Das Feuerwerk für einige Stunden kurz nach dem Jahreswechsel ist für
empfindliche Tier hingegen mit Hilfe von richtig ausgewählten
Medikamenten durchaus erträglich zu gestalten. Bei wochenlanger
Belastung, ist effektive Hilfe allerdings schwierig, man sollte sich
am besten doch eher entschließen einen ruhigen Aufenthaltsort abseits
der Städte aufzusuchen.

Die österreichische Tierärztekammer appelliert daher an die
Bevölkerung, den Einsatz von Raketen und Knallkörpern nur kurz auf
den eigentlichen Jahreswechsel abseits gestresster Tiere unter
Beachtung der geltenden Gesetze zu beschränken oder darauf zu
verzichten.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | TIE

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