Start der internationalen Mobilisierung gegen den Wiener Akademikerball

Bündnisse– NOWKR und »... ums Ganze!« rufen zur Blockade auf

Wien (OTS) - Am 22. Dezember starten das kommunistische Bündnis »...ums Ganze!« und das Wiener NOWKR-Bündnis die internationale Mobilisierung gegen den Wiener Akademikerball. Erwartet werden mehrere tausend Teilnehmende aus diversen europäischen Ländern. "Auch 2015 ist es notwendig, dass wir viele Antifaschist_innen aus den Nachbarländern nach Wien mobilisieren, um das Treffen von Rassist_innen und Antisemit_innen von der Hofburg auf den Müllhaufen der Geschichte befördern"." so Elisabeth Litwak vom NOWKR-Bündnis.****

Aus Deutschland fahren zahlreiche Busse nach Wien. Auch aus Italien, Slowenien, der Slowakei und Tschechien werden Teilnehmer_innen der Demonstrationen erwartet. Lars Fischer, Pressesprecher des »... ums Ganze!«-Bündnisses erklärt: "Für uns macht es überhaupt keinen Unterschied, ob ein solches Treffen in Österreich oder in Deutschland stattfindet. Rassismus und Antisemitismus beschränken sich schließlich nicht auf Nationalstaatsgrenzen. Dieses Treffen der menschenverachtenden Internationalen kann nur mit einem beantwortet werden: antinationale Solidarität." Daher sei es dringend geboten, den Ball auch international zu skandalisieren.

"Die Wiener Polizei und Justiz haben im Laufe des Jahres 2014 versucht, mit massiver Repression die Proteste zu delegitimieren und Antifaschist_innen einzuschüchtern. Diese Strategie manifestierte sich in gewalttätigen Polizeieinsätzen gegen antifaschistische Aktionen, weitreichenden Sperrzonen, wie auch der sechsmonatigen U-Haft und anschließenden Verurteilung von Josef ohne einen einzigen Beweis." meinte Litwak. "Davon werden wir uns nicht in unseren Handlungsoptionen einschränken lassen. Gerade angesichts staatlicher Verfolgung und öffentlich propagierter Bedrohungsszenarien freuen wir uns, bei den Protesten mit großer internationaler Beteiligung rechnen zu können." Lars Fischer stellte dazu fest: "Jetzt nicht nach Wien zu fahren, würde ja bedeuten diese Abschreckungsstrategie aufgehen zu lassen. Erst durch die Internationalisierung der Proteste konnte der Ball in die Defensive gedrängt werden, in der er sich jetzt befindet." Beide erwarten, dass die Proteste noch größer und kreativer werden als im vergangenen Jahr.

Das »... ums Ganze!«- und das NOWKR-Bündnis mobilisieren gemeinsam unter der Parole "Für ein Ende der Gewalt", denn, so Fischer: "Wir wollen es nicht bei Protesten gegen antisemitische, rassistische Männerbünde und Polizeigewalt belassen, sondern auch für eine ganz andere Gesellschaft werben, in der Gewalt nicht mehr notwendig ist. Diese Gesellschaft nennen wir Kommunismus."

Zum Hintergrund: Seit 1952 treffen sich in Wien jedes Jahr im Januar Angehörige rechtsextremer Burschenschaften und Parteien zum WKR-Ball, der 2012 nach massiven antifaschistischen Protesten in Akademikerball umbenannt wurde und nun von der FPÖ ausgerichtet wird. Der Ball in der Wiener Hofburg ist ein Treffen offener Antisemit_innen und Rassist_innen aus ganz Europa. Die Proteste der vergangenen Jahre und die Störung der Anreise der Gäste hat bereits jetzt zu einem erheblichen Bedeutungsverlust und drastisch gesunkenen Teilnehmer_innenzahlen des Balls beigetragen. Gleichzeitig hat der antifaschistische Widerstand die Skandalträchtigkeit eines Rassist_innentreffens in der symbolbeladenen Wiener Hofburg ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt.

Rückfragen & Kontakt:

Pressesprecherin NOWKR: Elisabeth Litwak
Handy: 0660 618 82 98
Email: nowkr.at@riseup.net
www.nowkr.at

Pressesprecher ...ums ganze: Lars Fischer
Email: presse@umsganze.org
www.umsganze.org

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