• 26.11.2014, 13:09:34
  • /
  • OTS0177 OTW0177

Top-Platzierungen für Uni-Supercomputer VSC-3

Wien (OTS) - Österreichs größter Supercomputer VSC-3 gehört nicht nur
zu den leistungsfähigsten Großrechnern der Welt, sondern auch zu den
umweltfreundlichsten. Am Superrechner arbeiten WissenschafterInnen
von sieben Universitäten. Begonnen wurde das Projekt von der TU Wien,
der Universität Wien und der BOKU.

Auf der Top-500-Liste der leistungsfähigsten Supercomputer erreichte
der österreichische VSC-3 Platz 85, und nun kann man sich zusätzlich
auch noch über einen Platz auf der Liste der energieeffizientesten
Großrechner der Welt freuen: Das "Green-500-Ranking" weist den VSC-3
auf Platz 86 aus. Für die beteiligten österreichischen Universitäten
ist das ein wichtiger Erfolg, denn von Anfang an legte man bei der
Planung des VSC-3 großen Wert auf Energieeffizienz.

Stark und grün

"Für uns musste der VSC-3 zwei wichtige Anforderungen erfüllen:
Erstens wollten wir ein optimales Werkzeug für die Wissenschaft, das
den gehobenen Anforderungen der österreichischen Forschung gerecht
wird, und zweitens war es uns wichtig, einen ökologisch
vorbildlichen, energieeffizienten Großrechner aufzubauen", sagt Prof.
Johannes Fröhlich, Vizerektor für Forschung der TU Wien.

TU Wien, Universität Wien und die Universität für Bodenkultur hatten
schon zuvor gemeinsam die Vorgängermodelle VSC-1 und VSC-2 mit großem
Erfolg betrieben. An der dritten Ausbaustufe VSC-3 sind die
Universität Innsbruck und die TU Graz beteiligt, sowie durch diese
als Partner koordiniert die Karl-Franzens-Universität Graz, die
Montanuniversität Leoben und die Alpen-Adria Universität Klagenfurt.

"Dass beim Projekt VSC mehrere Universitäten zusammenarbeiten, hat
sich bestens bewährt. Nur durch die Kooperation ist es möglich, einen
derart leistungsfähigen Großrechner zu betreiben, der der die
Attraktivität des Wissenschaftsstandorts Österreich ganz wesentlich
erhöht", sagt Dr. Karl Schwaha, Vizerektor für Infrastruktur der
Universität Wien.

Ein Supercomputer, eingelegt in Öl

Bei näherer Betrachtung stellt sich der österreichische Supercomputer
sogar als noch umweltfreundlicher heraus, als der Listenplatz
vermuten ließe: "Viele der Anlagen, die auf dem Green-500-Ranking vor
uns liegen, sind mit dem VSC-3 nicht unbedingt vergleichbar", erklärt
Dr. Ernst Haunschmid, der Leiter des VSC-Teams. Einige verwenden
Spezialhardware (etwa Grafikkarten-Prozessoren), die zwar
leistungsfähig ist, aber aufwändig zu programmieren. Für den
wissenschaftlichen Einsatz, bei dem man oft bestehende, jahrelang
entwickelte und optimierte Computercodes verwendet, wären sie nicht
geeignet.

Außerdem bewertet das Green-500-Ranking nur das Verhältnis von
Rechenleistung zum Energiebedarf des Supercomputers selbst. Was den
VSC-3 zum ökologischen Vorzeigeprojekt macht, ist allerdings sein
Kühlsystem. Die gesamte Hardware des Clusters ist in Tanks
installiert, die mit einem speziellen Weißöl gefüllt sind. Das Öl
(insgesamt mehr als 30.000 Liter) hat besonders gute
Wärmetransporteigenschaften, dadurch kann die an den Prozessoren
anfallende Wärme sehr effizient abgeleitet werden. So kann man auf
Lüfter verzichten, die in luftgekühlten Systemen 10% und mehr des
gesamten Energieverbrauches verursachen.

"Das Öl verträgt eine Temperatur von über 50GradC, dadurch ist auch
im Hochsommer eine sehr effiziente Kühlung möglich. Über "Free
Cooling" Einheiten am Dach kann ohne den Einsatz von
energieintensiven Kompressoren das Öl rückgekühlt werden. Außerdem
ermöglicht die hohe Temperatur des Kühlmittels eine energetische
Nachnutzung, zum Beispiel für die Beheizung des Gebäudes. Dieser
Vorteil ist im Green-500-Ranking natürlich nicht berücksichtigt, weil
es dort nur um den Stromverbrauch des Rechners selbst geht", erklärt
Ernst Haunschmid.

Bilder von der Eröffnung des VSC-3:
http://www.ots.at/redirect/supercomputer

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NEF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel