Taming Aviation (Zähmung der Luftfahrt): Eine Petition weist den Flugverkehr in die Schranken

20 Vertreter von über 140 Bürgerinitiativen aus 10 EU-Staaten übergeben Petition an das Europäische Parlament.

Wien/Brüssel (OTS) - Eine Petition an das Europäische Parlament, die in Österreich ihren Ausgang genommen und sich über Europa verbreitet hat, wurde heute im Europäischen Parlament übergeben.

Die Petition fordert die Abschaffung von Steuerprivilegien und staatlichen Subventionen an die Luftfahrtindustrie sowie ein Nachtflugverbot zum Schutz der europäischen Bevölkerung. Mehr als 140 Bürgerinitiativen aus 10 EU-Staaten haben die Petition unterzeichnet.

Über 20 Delegierte der Bürgerinitiativen aus Österreich, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Italien und Holland waren anwesend, als die beiden Initiatorinnen der Vorsitzenden des Petitionsausschusses, Cecilia Wikström, im Europäischen Parlament die Petition überreichten. Eingeladen in das Parlament hatte der Abgeordnete der englischen Grünen Keith Taylor.

"Man verbindet die Luftfahrt immer nur mit Lärmproblemen, aber das greift viel zu kurz", sagt Rechtsanwalt Dr. Heger, eine der beiden österreichischen Initiatorinnen. "Im Kern geht es um ein völliges Versagen der Lenkungsfunktion des Steuerrechts. Kerosin ist von der Energiesteuer befreit, während Benzin und Diesel einem Mindestsatz von mehr als 30 Cent pro Liter unterliegen, und Flugtickets sind überdies innereuropäisch umsatzsteuerbefreit. Die Flugabgabe, die auf Flugtickets in einigen Staaten eingehoben wird, ist so gering, dass sie kaum nennenswert ist. Daraus ergibt sich für die EU-Staaten ein Steuerausfall von rund 40 Milliarden Euro."

Nicht nur die Verletzung der Steuergerechtigkeit, auch die extrem gesundheitsschädliche Störung der Nachtruhe und in deren Folge die Verletzung des Grundsatzes der Kostenwahrheit sind ein zentrales Thema von Taming Aviation. "Wenn man von Kostenwahrheit spricht, dann muss man auch die immensen Gesundheitskosten einbeziehen, die Nachtflüge verursachen. Bisher wurde das völlig ignoriert. Eine erst jüngst erschienene Studie der Universität Bremen hat für das Umfeld des Flughafens Frankfurt eine Prognose über die Entwicklung von Krankheitskosten in Abhängigkeit von nächtlichem Fluglärm erstellt. Das Ergebnis ist alarmierend: über den Zehnjahreszeitraum 2012 bis 2021 ist mit circa 23.400 Erkrankten bedingt durch nächtlichen Fluglärm zu rechnen, von denen circa 3400 versterben. Die dadurch entstehenden Krankheitskosten übersteigen 1,5 Milliarden Euro.", ergänzt Psychiaterin Dr. Jutta Leth, die zweite Initiatorin der Petition.

Beide Initiatorinnen sind überzeugt, dass es zu einem Bewusstseinswandel in der EU kommen wird. "Der Appell von so vielen Menschen quer durch die EU kann nicht ungehört bleiben", zeigen sich beide Initiatorinnen überzeugt.

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