Gatterjäger Josef Pröll, Landesjägermeister, spricht bei Messe im Dom zur Jagd

VGT-Protest gegen Gatterjagd: bei Hubertusmesse der nö. Landesjägerschaft in Wr. Neustadt wird in den Fürbitten göttliche Erleuchtung für TierschützerInnen erbeten

Wien (OTS) - Hundert JägerInnen werden zur heurigen Hubertusmesse der nö Landesjägerschaft in den Dom von Wr. Neustadt gekommen sein, doch niemand davon fand den Mut, seinen Landesjägermeister wegen dessen Gatterjagd zu kritisieren. Josef Pröll hatte noch letzten Herbst mit seinen Jagdkameraden Alfons Mensdorff-Pouilly und Christian Konrad fast 100 gezüchtete und in einer Umzäunung gehaltene Wildschweine abgeknallt, weitere 60 sind nach Zeugenaussagen in den nächsten Tagen und Wochen an ihren Verletzungen langsam und qualvoll zugrunde gegangen. Die Ermittlungen wegen Tierquälerei laufen noch. Deshalb protestierte der VGT vor dem Dom und forderte Pröll zu einer Stellungnahme heraus. Doch dieser umging bei seiner Rede im Dom das Thema und lobte stattdessen die Hegeaktivitäten der Jägerschaft. Ob damit auch die Zucht der ca. 500-700 Wildschweine, sowie Hirsche, Mufflons und Rehe in jenem Gatter bei Kaumberg im Bezirk Lilienfeld gemeint ist, die für ihn zum Abschuss bereitgestellt werden?

Gatter als allgemeine Jagdpraxis nehmen überhand. Zwar sind Jagdgatter der Art, wie sie von Josef Pröll genutzt werden, nur in Niederösterreich und dem Burgenland erlaubt, doch auch in den anderen Bundesländern werden ständig weitere sogenannte "Wintergatter" errichtet, die praktisch demselben Zweck dienen. Diese Umzäunungen zur Zucht abschussreifer Wildtiere bleiben 8-9 Monate pro Jahr versperrt - und zwar nicht nur für die darin gefangenen Tiere, sondern auch für jene Menschen, die die so blockierten Alpentäler zur Wanderung nutzen wollen. Der Name "Wintergatter" ist dabei nur ein Euphemismus, in Wahrheit öffnet man die Pforten nur sehr kurzzeitig, um die Tiere dann "in Freiheit" abschießen zu können. Im Bezirk Liezen in der Obersteiermark allein befinden sich mehr als 100 solcher Gatter, im beliebten Wandergebiet des Hochschwab sind weitere 25 Gatter eingerichtet. Bei der Jagdmesse in Wr. Neustadt wurde in den Fürbitten aufgefordert dafür zu beten, dass die kritischen TierschützerInnen von Gott erleuchtet würden und einsehen mögen, dass die (Gatter-)Jagd gottgewollt wäre. Dabei ist die Jagdpraxis alles andere als von christlichem Respekt vor einer göttlichen Schöpfung geprägt.

VGT-Obmann Martin Balluch will Pröll weiterhin zu einer Stellungnahme auffordern: "Die große Mehrheit der Menschen im Land wünscht sich sowohl ein Ende der Gatterjagd als auch der Praxis, Wildtiergatter zu errichten. Doch Josef Pröll schweigt dazu eisern. Unsere Kritik kann man aber nicht aussitzen, dazu ist sie zu wichtig. Es ist heuchlerisch, in einer katholischen Messe den Segen Gottes für eine Jagd zu erbitten, die darin besteht, gezüchtete Tiere in einer Umzäunung abzuknallen. Vielleicht sollten die frommen JägerInnen eher für die Erleuchtung ihres Landesjägermeisters bitten, dass sich dieser, wie einst der heilige Hubertus, besinnt und seine tierquälerische Praxis einstellt."

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