- 31.10.2014, 10:52:50
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"Ruhe in Frieden" - Keine Grabsteine aus Kinderarbeit!
Jugend Eine Welt fordert zum Kauf von Grab- und Natursteinen aus fairer Produktion auf

Utl.: Jugend Eine Welt fordert zum Kauf von Grab- und Natursteinen
aus fairer Produktion auf =
Wien (OTS) - Tausende ÖsterreicherInnen besuchen zu Allerheiligen und
Allerseelen einen Friedhof. Doch nur wenigen ist bewusst, dass viele
importierte Grabsteine unter menschenunwürdigen Bedingungen
hergestellt werden bzw. aus Kinderarbeit stammen. Das gilt
insbesondere für Granit-und andere Natursteine, die aus Indien
importiert werden, wo geschätzte 15 Prozent der ArbeiterInnen in der
Natursteinbranche Kinder sind, die unter lebensgefährlichen
Bedingungen in Steinbrüchen schuften. Doch auch Steine aus China als
dem weltweit größten Importeur von indischem Rohgranit sind
verdächtig.
Die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt ruft dazu auf, beim Kauf von
Grab- und Natursteinen genau nachzufragen, ob diese nachweislich ohne
ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt wurden und im Zweifelsfall
Steinen aus Europa bzw. Österreich den Vorzug zu geben, auch wenn
diese etwas teurer sind. "Bei vielen Grabsteinen, aber auch bei
Pflastersteinen sowie Küchen- und Bodenplatten, die bei uns
vergleichsmäßig billig sind, zahlen diejenigen Menschen drauf, die
sie unter katastrophalen Bedingungen herstellen. Und sehr oft
bezahlen sie dafür mit ihrem Leben", so Reinhard Heiserer von Jugend
Eine Welt. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Kindern, die in
Steinbrüchen arbeiten, liege bei unter 40 Jahren - eine von vielen
tödlichen Bedrohungen sei z.B. das dauernde Einatmen von
kieselsäurehaltigem Staub, das zur so genannten "Quarzstaublunge"
(Silikose) führt.
Fehlendes Angebot
Nach einem Todesfall sind viele Trauernden sicherlich damit
überfordert, sich eigeninitiativ auf die Suche nach einem fair
gehandelten Grabstein zu machen. Darum appelliert Jugend Eine Welt an
die Bundesinnung der Steinmetze sowie an den Verband der
Baustoffhändler Österreich (VBÖ), alles daran zu setzen, um das
Angebot fair gehandelter und mit Zertifikat versehener Grab- und
Natursteine in Österreich signifikant zu erhöhen. So ist in der
Firmenliste von Xertifix, eines der wichtigsten
Zertifizierungs-Labels im deutschsprachigen Raum, nur ein einziger
österreichischer Händler genannt. Doch auch die Politik bzw. Stadt-
und Gemeindeverwaltungen sind gefordert: In Deutschland haben bereits
mehr als 20 Kommunen die Aufstellung von Grabsteinen aus Kinderarbeit
verboten. In Österreich sind derartige Beschlüsse bis jetzt äußerst
selten - so hat der Niederösterreichische Landtag im Jahr 2010 die
"Vermeidung des Erwerbes von Produkten aus ausbeuterischer
Kinderarbeit im öffentlichen Beschaffungswesen" beschlossen.
Don Bosco Hilfsprojekte verhindern Kinderarbeit
Jugend Eine Welt unterstützt in Indien zahlreiche Don Bosco
Hilfsprojekte, die Kinderarbeit bekämpfen bzw. KinderarbeiterInnen,
darunter "Ziegelkindern", durch Schul- und Berufsbildung eine
Zukunftschance geben. In "Kinderparlamenten" lernen die Kinder ihre
eigenen Rechte kennen - z.B. dass gefährliche Formen von Kinderarbeit
gesetzlich verboten sind.
TIPP: Wichtige Zertifizierungs-Labels, die viel öfter zum Einsatz
kommen sollten, sind Win=Win Fair Stone,TFT Responsible Stone Program
sowie Xertifix
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