- 27.10.2014, 08:33:26
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Caritas unterstützt Initiative Neustart Schule
Caritas Präsident Michael Landau: "Bildung ist beste Armutsprävention. Kein Kind darf dabei zurückgelassen werden!"
Utl.: Caritas Präsident Michael Landau: "Bildung ist beste
Armutsprävention. Kein Kind darf dabei zurückgelassen werden!" =
Wien (OTS) - "Bildung schützt wesentlich vor Armut. Jedes Kind muss
daher ein Recht auf optimale Unterstützung und Förderung haben. Alle
Kinder müssen auf die Bildungsreise mitgenommen werden, damit kein
Talent und keine Begabung verloren geht", so Caritas Präsident
Michael Landau. "Daher begrüßt die Caritas die Initiative Neustart
Schule, ins Leben gerufen von der Industriellenvereinigung. Gemeinsam
mit anderen Bildungsinitiativen, Bildungsinteressierten und der
österreichischen Bevölkerung soll auf die Politik eingewirkt werden,
eine grundlegende Neukonzeption des Bildungssystems anzugehen.
300.000 Sekundär - Analphabeten und vererbte Bildungsarmut
Heute oder Aktuell können immer mehr junge Menschen trotz positiven
Pflichtschulabschlusses nur unzureichend lesen, schreiben und
rechnen. BildungsforscherInnen schätzen, dass es mittlerweile etwa
300.000 funktionelle AnalphabetInnen in Österreich gibt. Während 21
Prozent der PflichtschulabsolventInnen armutsgefährdet sind, sind es
nur neun Prozent der Personen mit Matura. Mehr als die Hälfte der
arbeitlosen Wienerinnen und Wiener hat maximal einen
Pflichtschulabschluss in der Tasche und österreichweit leben schon
heute neun Prozent der Personen mit Pflichtschulabschluss in
manifester Armut. Zum Vergleich: Bei Personen mit Matura sind es
lediglich drei Prozent. Noch immer wechseln aus bildungsfernen
Schichten nur 15 von 100 Kindern nach der Volksschule in ein
Gymnasium. Bei Kindern von Akademikerinnen und Akademikern sind es
hingegen 69 von 100. Und der Anteil der Studierenden aus niedrigen
sozialen Schichten beträgt lediglich 18 Prozent. Im Jahr 1998 waren
es noch 26 Prozent. "Bildungsarmut wird in Österreich noch immer
vererbt. Das ist untragbar. Bildung ist das Transportmittel für
bessere Lebenschancen. Das Kind, seine Entwicklung und seine
Zukunftsperspektiven sind dabei in den Mittelpunkt zu stellen: Die
Würde des Kindes und die Wertschätzung gegenüber jedem Kind sind das
Fundament, auf dem ein nachhaltig erfolgreiches Bildungssystem
aufbaut", ergänzt Landau
Caritas Lerncafés
Österreichweit sind derzeit 34 Caritas Lerncafés in Betrieb. Im
Schuljahr 2013/14 wurden über 1000 SchülerInnen aus sozial
benachteiligten Familien mit oder ohne Migrationshintergrund
kostenlos, individuell und altersgerecht betreut und gefördert. 94
Prozent der Kinder haben das Schuljahr positiv abgeschlossen. Konkret
bieten die österreichweiten Lerncafés Betreuung bei Hausaufgaben und
Unterstützung in Lerngruppen. Das kostenlose Lern- und
Nachmittagsbetreuungsangebot gibt Kindern Vertrauen in ihre eigenen
Fähigkeiten, stärkt ihre Deutsch-Kenntnisse und vermittelt Freude am
Lernen. Damit soll den Kindern über den Weg der Bildung der Einstieg
in eine bessere Zukunft erleichtert werden. Eine gesunde Jause sowie
der regelmäßige Kontakt mit den Eltern gehören im Lerncafé ebenfalls
zum Alltag.
"Natürlich bin ich stolz auf die Erfolgsgeschichte der Lerncafés.
Klar ist aber auch, dass die Caritas hier einen Bereich kompensiert,
den eigentlich das Schulsystem abdecken sollte", so Caritas Präsident
Michael Landau.
Die Arbeit in den Lerncafés ist nur durch den engagierten Einsatz von
freiwilligen MitarbeiterInnen möglich. Österreichweit unterstützten
im Schuljahr 2013/14 über 470 Freiwillige SchülerInnen in Lerncafés.
LernbegleiterInnen werden aber weiterhin dringend gesucht, denn die
Nachfrage ist groß: Über 470 Kinder warteten auf einen Platz im
Lerncafé.
www.neustart-schule.at
www.caritas.at
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