• 25.09.2014, 10:45:58
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Russland-Embargo: Jetzt auch heimische Milchbauern unter starkem Druck

LK Steiermark verlangt von der EU wirksame Marktentlastung.

Utl.: LK Steiermark verlangt von der EU wirksame Marktentlastung. =

Graz (OTS) - Das Russland-Embargo trifft jetzt auch die Milchbauern
empfindlich. "Durch die Importsperre drängen derzeit verstärkt
ausländische Milch und Milchprodukte wie Käse und Butter zu
Billigstpreisen auf den Markt und stören das Marktgeschehen",
unterstreicht der Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark,
Franz Titschenbacher. Der Preisdruck bei allen Milchprodukten ist
enorm. Rund 250.000 t Käse oder 35.000 t Butter, die Russland
jährlich aus der EU importiert hat, kommen jetzt europaweit auf den
Markt. Auch heimische Molkereien können den für Russland
hergestellten Käse nicht liefern.

Appell an Handel, diese Situation nicht künstlich auszunützen

Titschenbacher appelliert an die Lebensmittelketten, diese
angespannte Marktsituation nicht auszunützen und die Preise nicht
künstlich auf Kosten der Bauern zu drücken. "Eine faire Partnerschaft
bedeutet auch faire Preise für die Molkereien und Milchbauern sowie
für die Schweinebauern." Gleichzeitig fordert der Bauernvertreter von
der EU, endlich wirksame und spürbare marktentlastende Maßnahmen für
die Milch-, Schweine- und Gemüsebauern zu setzen und die für solche
Turbulenzen vorgesehenen Exporthilfen zu aktivieren, um den Markt zu
räumen.

Lage der Schweinebauern anhaltend dramatisch - Resignation
macht sich breit

Der Notierungspreis für Schweinefleisch ist gestern Abend um
weitere vier Cent zurückgegangen und liegt jetzt nur mehr bei EUR
1,33 pro Kilo, die Talsohle ist noch nicht erreicht. "Bei den
Schweinebauern macht sich jetzt Resignation breit", so
Vizepräsidentin Maria Pein. Zu unverschämten Billigstpreisen
verschleudern derzeit deutsche Unternehmen Schweinefleisch und setzen
die heimischen Verarbeitungsbetriebe sowie Schweinebauern enorm unter
Druck. Den Handel ruft Pein auf, diesen Verlockungen Stand zu halten
und eine faire Partnerschaft zu fairen Preisen für die Bauern
tatsächlich zu leben.

Ersuchen um Solidarität von Gastronomie und Großküchen

Mehr als 30% des Schweinefleisches beziehen die heimische
Gastronomie, die Hotellerie und Großküchen aus dem Ausland. Sie
könnten für rasche Abhilfe sorgen. Pein rechnet vor: "Würden diese
drei Käuferschienen anonymes, ausländisches Schweinefleisch durch
heimisches ersetzen, könnte der ins Stocken geratene Schweinemarkt
wieder in Schwung gebracht werden. Wöchentlich könnten 3.500
steirische Schweine (Österreich: 10.000) in diesem Segment abgesetzt
und die heimischen Schweinebauern so merklich entlastet werden."

Herkunft des Schweinefleisches auf Speisekarte kennzeichnen

In diesem Zusammenhang bekräftigt die Landwirtschaftskammer ihre
langjährige Forderung nach einer verpflichtenden Kennzeichnung des
Schweinefleisches in Gastronomie, Hotellerie und Großküchen. Einige
Gastronomiebetriebe gehen hier mit gutem Beispiel voran und
kennzeichnen freiwillig die Herkunft des Schweinefleisches nach
Schweizer Vorbild auf der Speisekarte. Das soll zur verpflichtenden
Regel werden.
(Schluss)

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