- 22.09.2014, 09:13:48
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Immer mehr und immer länger: AK fordert Kampf gegen die Arbeitslosigkeit
Linz (OTS) - Seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise ist in
Österreich die Zahl der Personen, die über einen langen Zeitraum
arbeitslos sind, deutlich gestiegen. Im Jahresdurchschnitt 2013
hatten 32.850 (OÖ: 3115) Personen eine Arbeitslosigkeitsvormerkdauer
von über sechs Monaten und unter einem Jahr - um 11.945 Personen mehr
als im Jahr 2008. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen (länger als ein
Jahr) stieg im gleichen Zeitraum von 5746 auf 6795 Personen.
Das zentrale Problem ist die Knappheit an Arbeitsplätzen. Es
braucht daher eine aktive Wirtschaftspolitik, die durch
konjunkturbelebende Maßnahmen mehr Beschäftigung ermöglicht. Der
Entlastungseffekt auf dem Arbeitsmarkt würde auch zu kürzeren
Arbeitslosigkeitsperioden führen und die Anzahl an
Langzeitarbeitslosen senken. Darüber hinaus können
Qualifizierungsmaßnahmen die Wiedereingliederungschancen von
Langzeitarbeitslosen verbessern.
Während junge Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren im Falle
von Arbeitslosigkeit wieder relativ schnell in den Arbeitsmarkt
integriert werden können, steigt die Gefahr der
Langzeitarbeitslosigkeit mit zunehmendem Alter stark an. Knapp 60
Prozent aller Langzeitarbeitslosen sind älter als 45 Jahre. "Die
Einführung eines Bonus-Malus-Systems, wie es im
Regierungsübereinkommen verankert ist, ist daher ein wichtiges
Instrument zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen von älteren
Arbeitnehmern", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Unternehmen,
die den geforderten Anteil älterer Beschäftigter nicht erreichen,
müssen Strafe zahlen und damit einen Teil der Kosten, die sie durch
ihre altersfeindliche Personalpolitik auf die Allgemeinheit abwälzen,
selber tragen. Unternehmen, die mehr Ältere beschäftigen bzw.
einstellen als vorgeschrieben, werden mit einem Bonus belohnt.
Lang anhaltende Arbeitslosigkeit führt vor allem zu Resignation
und Apathie und kann soziale Isolation und politische Inaktivität
auslösen. Erwerbsarbeit hat nach wie vor einen zentralen Stellenwert
in der Gesellschaft, fördert soziale Beziehungen und verschafft
Anerkennung. Arbeitslosigkeit hingegen bringt Einkommensverlust,
erhöhte Armutsgefährdung und oftmals gesundheitliche Probleme mit
sich. "Ein Teufelskreis, denn die Armut der Arbeitslosen dämpft den
privaten Konsum und schwächt die Konjunktur. Das führt zu einem
weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit", erklärt Kalliauer.
Je länger die Arbeitslosigkeit andauert, desto höher ist das
Armutsrisiko: Liegt dieses bei Menschen, die bis zu fünf Monate
arbeitslos sind, noch bei 22 Prozent, so ist es bei ganzjährig
arbeitslosen Menschen mehr als doppelt so hoch (47 Prozent).
Hauptgrund dafür ist, dass Arbeitslosengeld und Notstandshilfe in
Österreich viel zu niedrig sind.
Arbeitslosigkeit und Armut machen krank: Personen mit Erkrankungen
haben ein erhöhtes Arbeitslosigkeitsrisiko und längere
Arbeitslosigkeitsperioden. Auf der anderen Seite wirkt sich lang
anhaltende Arbeitslosigkeit negativ auf die Gesundheit aus. Häufig
führt somit Arbeitslosigkeit auch zu einer Verschärfung von schon
bestehenden gesundheitlichen Problemen.
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