• 04.09.2014, 09:07:37
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ÖGfE-Schmidt: Abstrakte EU muss für Jugendliche stärker fassbar werden

Für zwei Drittel der Jugendlichen ist die EU "wichtig", "sozial" aber "kompliziert" - Jede/r Zweite/r sieht sie als "fremd" und "fern" - Umfrage

Utl.: Für zwei Drittel der Jugendlichen ist die EU "wichtig",
"sozial" aber "kompliziert" - Jede/r Zweite/r sieht sie als
"fremd" und "fern" - Umfrage =

Wien (OTS) - "Österreichs Jugendliche halten die Europäische Union
für wichtig und sozial, gleichzeitig sehen sie sie jedoch als
kompliziert und fremd an. Es ist daher hoch an der Zeit, den oft
abstrakten Begriff "EU" mit Leben zu füllen und sie jungen Menschen
praxisnah näher zu bringen", sagt ÖGfE-Leiter Paul Schmidt zum
Ergebnis einer österreichweiten Jugend-Umfrage der Österreichischen
Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), die im Zeitraum September 2013
bis Mai 2014 unter 4.278 Jugendlichen aller Schulstufen ab 14 Jahren
durchgeführt wurde.

Mit vorgegebenen Gegensatzpaaren konfrontiert, gaben 68 Prozent der
befragten Jugendlichen an, die Europäische Union für "wichtig" zu
halten. Nur 15 Prozent entschieden sich für die Option "unwichtig"
(Rest auf 100 Prozent = keine Antwort). In einem ebenfalls großen Maß
wurden der EU die Eigenschaften "sozial" (66 Prozent), "nötig" bzw.
"einflussreich" (je 64 Prozent) zugeschrieben. 15 Prozent sahen die
EU als "unsozial", 17 Prozent als "unnötig" und 16 Prozent als
"einflusslos" an.

Mehrheitlich wird die EU auch mit dem Begriff "Freiheit" (58 Prozent)
verbunden. Auch die Eigenschaften "solidarisch" (56 Prozent),
"modern" (55 Prozent) und "interessant" (50 Prozent) werden ihr
zugeschrieben. 30 Prozent halten die EU hingegen für "langweilig", 23
Prozent verbinden die Union mit "Zwang" und betrachten sie als
"altmodisch". 17 Prozent werten sie als "unsolidarisch".

Die Umfrage zeigt zudem, dass die EU von den Jugendlichen als schwer
fassbar und abstrakt begriffen wird. 52 Prozent bezeichnen sie als
"fremd", 51 Prozent als "fern", 72 Prozent als "kompliziert". Nur 29
Prozent sehen sie als "vertraut", 31 Prozent als "nahe", gar nur 12
Prozent als "einfach" an.

"Dass es schwer fällt, die Europäische Union einzuordnen, zeigt auch
die Tatsache, dass im Durchschnitt 20 Prozent der Befragten keine
Bewertung zu den genannten Gegensatzpaaren abgaben. Besonders stark
trifft dies auf die Gruppe der Berufs-, Fach-, Hauptschulen bzw.
Polytechnikum zu", so Schmidt.

Eine Mehrheit der befragten Jugendlichen (58 Prozent) spricht sich
dafür aus, dass in Zukunft innerhalb der EU eher mehr "gemeinsam auf
europäischer Ebene" entschieden wird. 38 Prozent würden jedoch eine
Entscheidungsfindung bevorzugen, die sich eher "mehr einzeln auf
nationalstaatlicher Ebene" vollzieht. Die stärksten BefürworterInnen
gemeinsamer Beschlüsse finden sich in der der Gruppe der jüngsten
Befragten (15 Jahre oder jünger), die sich zu 64 Prozent dafür
aussprechen (33 Prozent dagegen). Bei den 16 bis 18-Jährigen liegt
der entsprechende Wert bei 59 Prozent (37 Prozent dagegen), bei den
19-Jährigen und Älteren sinkt er auf 52 Prozent (42 Prozent dagegen).
Jugendliche aus einer AHS/NMS treten zu 62 Prozent für mehr
europäische Lösungen ein (34 Prozent dagegen), in den anderen
Schultypen sind es rund 56 Prozent (rd. 39 Prozent dagegen).

"Gerade zu Schulbeginn gilt es, entsprechende Dialog- und
Informationsmöglichkeiten speziell für Jugendliche anzubieten, um die
von vielen jungen Menschen wahrgenommene Distanz zur Europäischen
Integration verringern zu helfen. Europäische Entscheidungen
betreffen jede/n Einzelne/n in immer stärkerem Maße. Daher ist es aus
demokratiepolitischer Sicht umso wichtiger, die Abläufe dahinter
kennenzulernen und zu verstehen", meint Schmidt abschließend.

Download Tabelle
http://www.oegfe.at/cms/uploads/media/Tabelle_Jugendumfrage_01.pdf

Hintergrund:
Die Umfrage wurde im Rahmen der Wanderausstellung "Europa-was ist
jetzt?" österreichweit im Zeitraum September 2013 bis Ende Mai 2014
durchgeführt. 4278 SchülerInnen aus rund 100 Schulen haben sich an
der schriftlichen Umfrage beteiligt. 11 Prozent der Befragten waren
15 Jahre oder jünger, 74 Prozent 16 bis 18 Jahre und 15 Prozent 19
Jahre und älter; Überhang an Teilnehmerinnen (54 Prozent); alle
Schultypen (35 Prozent AHS/NMS, 49 Prozent BHS und 16 Prozent
Berufs-, Haupt-, Polytechnische Schule) einbezogen.
Bundesländerverteilung in Prozent: BGLD: 4, KTN: 8, NÖ: 15, OÖ: 16,
SBG: 9, STMK: 11, TIR: 9, VBG: 9, WIEN: 19. Fehlende Werte auf 100
Prozent = "weiß nicht/Keine Angabe". Auswertung der Umfrage:
Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft.

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