• 22.08.2014, 10:38:26
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ORF-"Kulturmontag"-Doku "State of the Art - Stimmen zur Kunst" präsentiert

Momentaufnahme der zeitgenössischen Kunst mit Erwin Wurm, Gottfried Helnwein, Hermann Nitsch u. v. a.

Utl.: Momentaufnahme der zeitgenössischen Kunst mit Erwin Wurm,
Gottfried Helnwein, Hermann Nitsch u. v. a. =

Wien (OTS) - Was kann die Kunst? Brauchen wir sie wirklich? Warum
lautet ihr Nachname scheinbar "Kommerz"? 15 Jahre nach Robert
Dornhelms "The Venice Project", bei dem während der letzten Biennale
des Jahrtausends Künstler Sammler und Galeristen zur ganz
persönlichen Kunstbeichte in ein von Frank Gehry entworfenes Objekt
gebeten wurden, machte der Kunstbeichtstuhl Station im Wiener Museum
Belvedere. Drei Wochen im Juni und Juli stand der "Art Confessional"
im historischen Marmorsaal und empfing Elite und Avantgarde des
österreichischen Kulturbetriebs. Entstanden ist eine spannende
Momentaufnahme der zeitgenössischen Kunst - die 45-minütige Doku
"State of the Art - Stimmen zur Kunst", die ORF 2 im "Kulturmontag"
am 1. September 2014 zeigt. Die Beichten des "Venice Project" sind
ebenfalls am 1. September in ORF 2 zu sehen - im Anschluss um 0.00
Uhr.

Gestern, am Donnerstag, dem 21. August, wurde der Film, eine in HD
hergestellte Koproduktion von ORF und Terra International
Filmproduktion mit Unterstützung des Landes Niederösterreich, der
Stadt Wien, des Fernsehfonds Austria und der Sammlung Lenikus, im
Wiener Novomatic Forum präsentiert. Zahlreiche Künstler, die im Film
von Barbara Heraut und Nadia Weiss mitwirken, waren anwesend,
darunter Gottfried Helnwein, Karl Merkatz und Robert Dornhelm und
ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz, der ebenfalls eine
Kunstbeichte ablegte.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: "Als kultureller
Content-Leader an Weiterentwicklung des Kulturbegriffs mitgestalten"

"Es gehört zum Selbstverständnis des ORF, nicht nur ausführlich über
das reichhaltige Kulturgeschehen in Österreich zu berichten, sondern
als kultureller Content-Leader an maßgeblicher Stelle die
Weiterentwicklung des Kulturbegriffs mitzugestalten. Deshalb ist es
so logisch wie willkommen, dass wir den 15. Jahrestag des legendären
'Venice Project' für eine aktuelle Bestandsaufnahme nützen und mit
'State of the Art' erneut eine Plattform bieten, auf der namhafte
Künstler/innen bzw. Kulturvermittler/innen ganz intim über Gegenwart
und Zukunft der Kunst sinnieren können. Herausgekommen ist eine
spannende Metadoku, die hinter die Kunst und den Kunstmarkt blickt,
eine Doku, in der Künstler ihre Theorie der Ästhetik offenbaren."

Von "The Venice Project" zu "State of the Art - Stimmen zur Kunst"

1999 sorgte ein Filmprojekt bei der letzten Biennale des vergangenen
Jahrtausends für Aufsehen: Robert Dornhelm stellte in einem
venezianischen Palazzo den von Frank Gehry entworfenen "Confessional"
auf und nahm unterschiedlichsten Persönlichkeiten aus Film, Kunst,
Medien, Politik und dem "ganz normalen Leben" eine Kunstbeichte ab.
Rund um dieses Projekt entstand der vom ORF geförderte Kinofilm "The
Venice Project", der mit einer hochkarätigen Besetzung (Dennis
Hopper, Lauren Bacall, Ed Ruscha) das Wesen der Kunst und ihren
Stellenwert am Ende des Millenniums spielerisch erforschte.

Dornhelms prominent besetzte Zeitreise (1699 bis 1999) rankte sich
episodisch um das Gefüge von Künstlern und Kunsthandel, Förderern,
Kritikern und Zensoren. Die Protagonisten wurden dafür im Beichtstuhl
frontal vor eine Kamera gesetzt und mit ihren Monologen und Aktionen
alleine gelassen. Wünsche, Hoffnungen, Ängste offenbarten sich in
dieser intimen Situation.

Seitdem hat sich die Welt dramatisch verändert - doch damals und
heute geht es um dieselbe Frage: "Wohin geht die Kunst?" Wie wirken
die damals teils nicht veröffentlichten "Beichten" heute? Welche
neuen Ein- und Ausblicke offenbaren sich in neuen "Beichten"?

Was hat sich seit der Jahrtausendwende geändert?

In der ORF-"Kulturmontag"-Doku "State of the Art - Stimmen zur Kunst"
begeben sich am Montag, dem 1. September, um 22.30 Uhr in ORF 2 die
Regisseurinnen Barbara Heraut und Nadia Weiss, die u. a. 1999 die
Making-of-Doku zum "Venice Project" drehte, auf eine Spurensuche und
Weiterführung des einstigen "Venice Project". Für "State of the Art -
Stimmen zur Kunst", so der Titel der High-Definition-Koproduktion von
ORF und Terra International Filmproduktion mit Unterstützung des
Landes Niederösterreich, der Stadt Wien, des Fernsehfonds Austria und
der Sammlung Lenikus, wurde der "Confessional" im Marmorsaal im
Oberen Belvedere aufgebaut. Dort (und an weiteren Orten, an denen der
Beichtstuhl aufgebaut war) legten prominente Künstler, Kunstsammler
und Vermittler ihre Kunstbeichten ab - u. a. Erwin Wurm, Hermann
Nitsch, Gottfried Helnwein, Arnulf Rainer und Karl Merkatz, die
Hollywoodstars Nicole Kidman und George Clooney, weiters Gunter
Damisch, Deborah Sengl, Christian Eisenberger, Les Tardes
Goldscheyder, Francesca Habsburg, Künstlergruppe Gelitin, Helge
Timmerberg, Agnes Husslein und Alexander Wrabetz.

Chor der "Stimmen zur Kunst"

Die Geständnisse im Marmorsaal des Belvedere kreisen erstaunlich oft
um das liebe Geld und die Industrialisierung des Kunstmarktes. "Ich
hasse den Kunstmarkt. Die Kunst hat sich zu einer Welt entwickelt,
die nur nach kommerzieller Stärke urteilt und von Galerien und
Auktionshäusern getrieben wird. Die Welt der Philanthropie ist
hingegen zum großen Teil missverstanden oder vergessen", so etwa
Mäzenin Francesca Habsburg. Künstler, die ihr Metier immer noch als
einziges Überlebens-Mittel sehen, beziehen sich indessen nicht auf
den schnöden Mammon. So meint Erwin Wurm: "Das Leben ist der Einsatz
und man opfert auch alles dieser Idee der Kunst, was auch immer das
ist. Im Laufe eines Lebens, im Laufe einer Künstlerkarriere stellt
sich erst heraus, wie langsam sich das entwickelt. Das ist wie ein
Blindflug, auf den man sich da einlässt. Ohne Ausgang."

Ein abgeklärter Hermann Nitsch überrascht mit Pragmatismus: "Es wäre
naiv zu glauben, dass man als Künstler etwas verändert. Man verändert
vielleicht insofern etwas, dass ein gewisser Gewöhnungseffekt
eintritt. Auf die Bilder der Impressionisten sind die Menschen mit
Regenschirmen und Spazierstöcken losgegangen. Heute hängen sie in
jedem Arzt-Wartezimmer."

So ist ein Chor der "Stimmen zur Kunst" entstanden, eine
Momentaufnahme, die mit pointierten Aussagen um die Themen Show,
Macht, Sex, Tod und Geld kreist.

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