• 21.07.2014, 13:24:01
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ÖBB: "Ignorieragenda Österreich"

Der BTV Vorstand Matthias Moncher, Peter Gaugg und
Gerhard Burtscher (v. l.) freuen sich über das solide
Halbjahresergebnis.

Wien (OTS) - "Kennen sie den? Die ÖVP lädt zu einer Pressekonferenz
'Reformagenda für Österreich' ein und raus kommt kein ÖBB-Bashing?"

Die ÖBB hat in den vergangenen Jahren eine erhebliche Entwicklung zu
mehr Kundenfreundlichkeit und höherer wirtschaftlicher Effizienz
genommen. Die Entwicklung des Unternehmens als auch die
Infrastrukturpolitik gelten unter Experten mittlerweile als
europäische Vorreiter.

"Es ist ganz und gar unverständlich, warum das seitens einer
Regierungspartei ständig schlecht geredet wird," erklärte Christian
Kern, Vorstandsvorsitzender der ÖBB zur heutigen ÖBB-Pressekonferenz
der VP-Spitze. "Es gibt vielfältige Möglichkeiten den Reformprozess
bei der ÖBB zu unterstützen, sicher nicht in dem man die Reputation
von Unternehmen und Mitarbeitern diskreditiert."

Kern verwies in diesem Zusammenhang auf das heute veröffentlichte
Online-Ranking "Best to start", in dem die ÖBB von den
österreichischen Schul- und Hochschulabgängern erstmals als
begehrtester Arbeitgeber eingestuft wurde. "Das ist enorm wichtig für
den Modernisierungsprozess und entscheidend für unsere zukünftige
Wettbewerbsfähigkeit," unterstrich Kern. Parteipolitische Debatten
sind dabei alles andere als unterstützend.

Zu einigen Aussagen im Detail

Ad Pensionsantrittsalter: Die ÖBB weisen erneut darauf hin, dass das
Pensionsantrittsalter im Konzern nicht bei 53,9 Jahren liegt. Konkret
liegt das Pensionsantrittsalter bei den regulären Alterspensionen bei
den ÖBB bei 59,4 Jahren und damit knapp am durchschnittlichen ASVG
Pensionsantrittsalter von 60,8 Jahren. Bei den krankheitsbedingten
Pensionierungen liegt das Antrittsalter bei den ÖBB bei 52,2 Jahren
und damit sogar über dem ASVG-Durchschnitt. Insgesamt wurde die Zahl
der Pensionierung bei den ÖBB - nicht zuletzt aufgrund der
Abschaffung der sogenannten Organisatorischen Ruhestandsversetzungen
im Jahr 2012 - in den letzten Jahren deutlich reduziert. Waren es in
den 2000er Jahren über weite Strecken noch deutlich über 2000
Personen (der Spitzenwert aus dem Jahr 2006 lag bei 2.971
Pensionierungen), so gab es im Jahr 2013 bei den ÖBB nur noch 572
Neu-Pensionierungen. Es ist logisch, dass aufgrund der exzessiven
Pensionierungswellen unter der allseits bekannten
Regierungsverantwortung Anfang und Mitte der 2000er kaum
ÖBB-Mitarbeiter im gesetzlichen Pensionsantrittsalter sind.
Dementsprechend sind die heutigen Pensionsfälle vor allem
krankheitsbedingte, die auf Basis von ärztlichen bzw. Gutachten der
Pensionsversicherungsanstalt erfolgen. Beide Pensionsarten zu
addieren, den Durchschnitt zu bilden und dann von Pensions-Oasen zu
sprechen, ist wohl keine atmosphärische Frage sondern eine Frage der
sachlichen Diskussion.

Ad Kraftwerke: Die Bahn fährt bekanntlich mit Strom. Dementsprechend
sind Kraftwerke und ihre Stromproduktion sehr wohl ein notwendiges
Betriebsmittel. Ein Verkauf der ÖBB-eigenen Kraftwerke würde
dementsprechend zu Mehrkosten für das Unternehmen führen. Die ÖBB
müssten dann den selbst produzierten Bahnstrom teuer am Markt
zukaufen.

Ad Annuitäten: 30 Prozent Einsparungen bei den Annuitäten zu erzielen
ohne Großprojekte anzugreifen, ist eine reine Fiktion. Die jährliche
Belastung des Bundeshaushaltes mit Annuitäten beträgt pro
investierter Milliarde lediglich 39 Mio Euro.

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