- 11.07.2014, 13:30:37
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Kaske: Wirtschaft muss Blockade bei Pensionsmonitoring und Bonus-Malus aufgeben
Wien (OTS) - Die Pensionsreformen wirken: Das faktische Antrittsalter
ist gegenüber 2003 von 58,1 auf 58,8 Jahre gestiegen. Das belegt der
heute vom Sozialminister vorgestellte Beschäftigungs- und
Pensionsmonitor. Dass Wirtschaft und Industrie trotzdem in ihrer
Blockadehaltung verharren, kritisiert AK Präsident Rudi Kaske: "Die
Wirtschaft ignoriert permanent den Beitrag, den die Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer aufbringen, die steigende Arbeitslosigkeit bei den
Älteren und blockiert ungebrochen beim Bonus-Malus. Das muss endlich
ein Ende haben."
Faktisches Pensionsantrittsalter steigt
Die Wirtschaftsseite ignoriert die Pensionsreformen der letzten Jahre
und den Beitrag der ArbeitnehmerInnen zur Sicherung des
Pensionssystems. Die Abschaffung der befristeten
Invaliditätspensionen verlangt den Menschen mit schweren und
schwersten Erkrankungen viel ab, nämlich die Bereitschaft an
langwierigen medizinischen und beruflichen Prozessen mitzuwirken.
Auch nach Besserung des Gesundheitszustandes müssen sie unter
schwierigen Bedingungen einen Arbeitsplatz zu suchen, auch schlechter
bezahlte Stellen annehmen und sehen sich der Gefahr gegenüber, wieder
arbeitslos zu werden. "Diese Menschen brauchen Verständnis und vor
allem Arbeitsplätze", sagt Kaske, "sich jetzt hinzustellen und die
Abschaffung der befristeten Pensionen als "statistischen Trick" zu
bezeichnen, ist zynisch. Die Forderung, dass diese Menschen, die nach
dem Willen des Gesetzgebers alles tun müssen, um im Arbeitsleben
verankert zu bleiben, als Pensionsbezieher gezählt werden sollen, ist
unzumutbar." Kaske vermutet, dass es der Wirtschaft nur darum geht,
zu verhindern, dass die Anhebung des faktischen Antrittsalters auf
60,1 bis 2018 gelingt. "Ihr Ziel ist die politische Rechtfertigung
für weitere Pensionsreformen mit weiteren Belastungen für die
Beschäftigten", kritisiert der AK Präsident.
Arbeitslosigkeit Älterer steigt - Wirtschaft blockiert Bonus-Malus
Seit Monaten steigt die Zahl der älteren Arbeitslosen stetig an. Im
Juni gab es einen erneuten Zuwachs von über 23 Prozent. "Um die
Beschäftigungschancen für diese Personengruppe zu erhöhen, braucht es
dringend ein wirksames Bonus-Malus-System", sagt Kaske. Laut Erhebung
des Sozialministeriums beschäftigen rund 1.300 Mittel- und
Großbetriebe mit 25 und mehr ArbeitnehmerInnen keinen einzigen
Älteren über 55. Hinzu kommen jene Betriebe, die kaum Ältere
beschäftigen und damit deutlich unter dem durchschnittlichen Anteil
von 11 Prozent liegen. "Andererseits gibt es in allen Branchen
Betriebe mit einem überdurchschnittlichen Anteil Älterer. Ein großer
Teil der Betriebe nimmt sich also völlig aus der Verantwortung,
während andere Unternehmen derselben Branche zeigen, dass ein Anteil
der Älteren von 11 Prozent und mehr ohne weiteres möglich ist. Dieses
Trittbrettfahren muss aufhören. Deshalb brauchen wir ein
Bonus-Malus-System mit einer Älterenquote. Wir müssen vor allem die
Unternehmen in die Pflicht nehmen, die keine oder kaum Ältere
beschäftigen. Die Wirtschaft muss sich davor nicht fürchten. Das
Bonus-Malus-System muss auch keine zusätzliche Belastung für die
Wirtschaft darstellen, wenn die Malus-Einhebungen als Bonuszahlungen
an die Betriebe zurückfließen" sagt Kaske. Ziel muss sein, dass die
Beschäftigungsquoten deutlich über den jetzigen Durchschnitt von 11
Prozent hinausgehen. Maßstab müssen die Beschäftigungsquoten sein,
auf die man sich im Regierungsprogramm geeinigt hat. Soll dieses Ziel
erreicht werden, müssen bis 2018 rund 155.000 Ältere mehr in
Beschäftigung als jetzt. Kaske: "Die Unternehmen sind gefordert und
müssen da mitmachen."
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