MASELTOV: Alles Gute!

Smartphone-App als persönliche Alltagshilfe für MigrantInnen

Wien (ots) - EU fördert soziale und kulturelle Inklusion von MigrantInnen - vier mittelständische Unternehmen (KMU) aus Wien und Graz maßgeblich beteiligt

Derzeit leben in Österreich etwa 1,6 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund. Über ein Drittel (34,6 %)* stammt aus EU-Mitgliedsstaaten. Bei der Einwanderung in ein fremdes Land müssen sich MigrantInnen mit zahlreichen Herausforderungen im Alltag auseinandersetzen. Vor allem sprachliche und kulturelle Barrieren sind in der Anfangszeit schwer zu überwinden. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts MASELTOV (Mobile Assistance for Social Inclusion and Empowerment of Immigrants with Persuasive Learning Technologies and Social Network Services) entwickelte die JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH aus Graz mit 13 Konsortiumspartnern eine mobile Applikation (M-App), die MigrantInnen hilft, sich im Gastland besser zurecht zu finden. Eine erste Version soll bereits im Mai kommenden Jahres erhältlich sein, der Launch der gesamten App ist für Ende 2015 geplant.

* Statistisches Jahrbuch für Migration und Integration, Statistik Austria, August 2013.

So funktioniert MASELTOV

Die Smartphone-Applikation MASELTOV kann den Alltag von MigrantInnen enorm erleichtern und dabei helfen, sich im neuen kulturellen Umfeld schnell zurecht zu finden und wohl zu fühlen. MASELTOV kann aus dem Google Playstore als Android-Service direkt auf das Smartphone geladen werden. Mit Hilfe der "Textlupen-Funktion" können Schriftzüge an Gebäuden, auf Formularen oder in Geschäften per Video aufgenommen und direkt in die Muttersprache übersetzt werden: spanische, deutsche, italienische und türkische Übersetzungen können vom Nutzer ausgewählt werden. Das sogenannte "Serious Game" simuliert Alltagssituationen, um Sprachkenntnisse zu trainieren. Zudem ist die App mit einer sogenannten "Kontextsensitivität" ausgestattet: Über den lokalen Aufenthaltsort des Nutzers, dessen Informations- und Themensuchverhalten sowie anhand der Nutzung der Lernangebote erkennt MASELTOV die individuellen Bedürfnisse des Nutzers und wird so zu einem hilfreichen persönlichen Assistenten. Mit dem integrierten "Recommender Engine" gibt die App dem Nutzer entsprechend personalisierte Empfehlungen, um auf individuelle Interessen und Bedürfnisse einzugehen, wie zum Beispiel Sprachenlernen.

"Mazel tov bedeutet 'Viel Glück, Alles Gute' und ist damit ein positives Zeichen der EU an die Ankommenden", fasst Dr. Lucas Paletta, Projektkoordinator bei der zusammen. "Integration ist bilateral und kann nur in Kooperation mit lokalen BürgerInnen und MigrantInnen funktionieren - daher ist die Kommunikation über Sprache das Hauptziel des Projektes. Vor allem die Funktion 'Serious Game' regt zur aktiven Kontaktaufnahme und Anwendung von neu erworbenen Sprachkenntnissen an."

EU fördert Integration

Rund 3,7 Mio. EUR investierte die Europäische Kommission in das Projekt MASELTOV, um MigrantInnen eine Chance zu bieten, den Alltag in einem fremden Land zu meistern und die Integration zu fördern. "Eine bessere soziale Einbindung von MigrantInnen nützt letztlich allen EU-Bürgern. Ziel des EU-geförderten Projektes ist es, die kulturelle Vielfalt erfolgreich in den Alltag und das Arbeitsleben zu integrieren, gegenseitiges Verständnis zu fördern und so sozialen Spannungen vorzubeugen", erklärt Dr. Paletta.

Die Applikation wird im Frühjahr und Herbst 2014 getestet, die ersten Teilversionen werden ab Mai 2015 zum Download bereit stehen. Die Vollversion der App wird voraussichtlich Ende 2015 zur Verfügung gestellt. Über verschiedene Kanäle werden MigrantInnen auf die neue App aufmerksam gemacht: ortsansässige NGOs und Ämter, die von MigratInnen aufgesucht werden, informieren persönlich und auf ihren Webseiten über MASELTOV. Zudem werden Einrichtungen, die Sprachkurse anbieten, über die App informieren und bei der Anwendung mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die Nutzer können die App einfach über URL oder QR-Code direkt auf das Smartphone laden.

Das MASELTOV-Konsortium

Dem MASELTOV-Konsortium gehören insgesamt 14 Partner aus verschiedenen europäischen Ländern an. Die österreichische JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH aus Graz hat die Projektkoordination inne und ist zudem fachlich für die Systemintegration und für Analysen zuständig. Zwei weitere Partnerunternehmen aus Österreich sind für die Umsetzung des Information-Services zuständig: die FH JOANNEUM Gesellschaft mbH aus Graz und die Fluidtime Data Services GmbH mit Sitz in Wien. Zudem ist das Wiener Unternehmen Cure Centrum für die Untersuchung und Realisierung endbenutzerorientierter interaktiver Systeme in das Projekt involviert und beschäftigt sich mit der Anwenderanalyse und Evaluierung. Im Bereich der technischen Entwicklung sind das Research and Education Laboratory in Information Technologies (Griechenland), The Open University (UK), die Coventry University (UK), die Ceske Vysoke Uceni Technicke V Praze (Tschechische Republik), die Telecom Italia S.p.A (Italien) sowie das Unternehmen Pearson Publishing Limited (UK) beteiligt. Diese Partner kümmern sich um die technische Umsetzung verschiedener Funktionsmerkmale. Für soziologische Analysen und die Veranstaltung von Workshops für die Zielgruppen ist die Fundació per a la Universitat Oberta de la Catalunya (Spanien) zuständig. Die NGOs Fundacion Desarollo Sostenido (Spanien), der Verein Danaida aus Graz und The Migrants' Resource Centre (UK) geben MigrantInnen Hilfestellung vor Ort.

Weitere Informationen zum EU-geförderten Projekt MASELTOV und zu allen beteiligten Partnern unter: http://www.maseltov.eu/.

EU-Mittel für Forschung und Innovation

Am 1. Jänner 2014 hat die Europäische Union das neue Förderprogramm "Horizon 2020" für Forschung und Innovation aufgelegt. Die Laufzeit dieses Programms beträgt sieben Jahre. Innerhalb dieses Zeitraums werden seitens der EU fast 80 Mrd. EUR in Forschungs- und Innovationsprojekte investiert, um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken und den Horizont des menschlichen Wissens zu erweitern.

Das EU-Forschungsbudget dient hauptsächlich der Erforschung von Technologien zur Verbesserung des alltäglichen Lebens und ist vornehmlich auf Bereiche wie Gesundheit, Umwelt, Verkehr, Lebensmittel und Energie (siehe Aufstellung) ausgerichtet. Ferner wurden mit der Pharma-, Luft- und Raumfahrt- sowie mit der Automobil-und Unterhaltungsindustrie Forschungspartnerschaften gegründet, um Investitionen des privaten Sektors anzuregen, die für mehr Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen mit hohen Qualifikationsanforderungen sorgen. "Horizon 2020" wird sich in noch größerem Maße dafür einsetzen, ausgezeichnete Ideen in marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen umzuwandeln.

Aktuelle Informationen zu Forschung und Innovation in Europa erhalten Sie unter: http://ec.europa.eu/programmes/horizon2020/ http://www.facebook.com/innovation.union http://twitter.com/innovationunion

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