• 27.05.2014, 10:00:32
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Fachverband warnt vor AK-Idee einer "Lebensmittel-Ampel"

Koßdorff: Die "Ampel" ist und bleibt ein Irrlicht für die Konsumenten

Utl.: Koßdorff: Die "Ampel" ist und bleibt ein Irrlicht für die
Konsumenten =

Wien (OTS) - "Die 'Lebensmittel-Ampel' wurde vor Jahren europaweit
ausführlich diskutiert und aus sachlichen Gründen abgelehnt. Dass die
Arbeiterkammer das Thema im Zuge der Europawahl wieder hervorgeholt
hat, kann wohl nur wahltaktischen Gründen geschuldet gewesen sein. Ab
13. Dezember 2014 gilt die neue Lebensmittelinformationsverordnung
der EU. Sie bringt zusätzliche Informationen über Lebensmittel auf
den Verpackungen, ua über die Nährwerte wie Zucker, Fett oder Salz.
Jetzt erneut über alte Konzepte wie die 'Ampel' zu diskutieren, ist
daher nicht nachvollziehbar. Tatsache ist: Die 'Ampel' ist und bleibt
ein Irrlicht für den Konsumenten", stellt Mag. Katharina Koßdorff,
Geschäftsführerin des Fachverbandes der österreichischen
Lebensmittelindustrie, zur kürzlich erhobenen Forderung der
Arbeiterkammer klar.

Ernährung funktioniert nicht wie Straßenverkehr

Im Straßenverkehr steht "Rot" für "Stopp", bei Lebensmitteln würde
"Rot" laut "Ampel"-Modell aber (nur) "Achtung" heißen. Somit könnten
Verbraucherinnen fälschlicherweise annehmen, Lebensmittel seien
gefährlich. Die Ursachen für Übergewicht sind allerdings
vielschichtig (ua Arbeits- und Familienstruktur, persönlicher
Lebensstil, mangelnde Bewegung). Die Vereinfachung dieser komplexen
Zusammenhänge durch Bewertung individueller Lebensmittel allein
mittels "Ampel" ist nicht nur unwissenschaftlich, vor allem führt sie
Verbraucher in die Irre.

Auf eine ausgewogene Ernährungsweise kommt es an - die "Ampel"
gibt dabei keine Hilfestellung

Die Einteilung in "Rot", "Gelb" und "Grün" und damit verschiedene
"Gefahrenkategorien" widerspricht allen bisherigen Erkenntnissen der
Ernährungswissenschaft, nach denen es keine per se "guten" oder
"schlechten" Lebensmittel gibt. Entscheidend ist die Ausgewogenheit
der Ernährung in Kombination mit ausreichend Bewegung, also einem
gesunden Lebensstil. Einzelne Lebensmittel können nie isoliert
betrachtet werden, es kommt auf die Ernährungsweise an. Eine "Ampel"
greift also zu kurz.

Essentielle Lebensmittel wären "Rot"

Die "Ampel" würde auch Produkte, die wissenschaftlich anerkannt
von hohem ernährungsphysiologischem Wert sind, mit "Rot" kennzeichnen
und damit zu falschen Entscheidungen führen. Etwa würde die "Ampel"
bei Olivenöl, Nüssen oder bestimmten Käsesorten "Rot" leuchten und
diese Produkte somit in der Einschätzung der Verbraucherinnen und
Verbraucher fälschlicherweise als "gefährlich" eingestuft.

Klare Information statt Bevormundung von Bürgern

Statt mündigen europäischen Bürgerinnen und Bürgern konkrete
Informationen über Lebensmittelinhaltsstoffe zu geben und ihnen die
freie Entscheidung zu überlassen, was sie kaufen möchten, macht die
"Ampel" Vorgaben. Die Lebensmittelindustrie unterstützt dagegen klare
und unmissverständliche Information über die Nährwerte von
Lebensmitteln, etwa Richtwerte zur Tageszufuhr bestimmter Nährstoffe
in der Nährwerttabelle auf Verpackungen.

Koßdorff abschließend: "Ich gehe davon aus, dass es sich lediglich
um Wahlkampfgetöse gehandelt hat. Schließlich existieren in der EU
für Lebensmittel so viele und umfangreiche Regelungen wie für keine
anderen Produktgruppen. Da gäbe es in anderen Bereichen genug Raum
für sinnvolle Initiativen der Arbeiterkammer."

Stellenwert der Lebensmittelindustrie in Österreich

Die Lebensmittelindustrie zählt zu Österreichs wichtigsten
Wirtschaftszweigen und sichert im Interesse der Konsumentinnen und
Konsumenten tagtäglich die Versorgung mit sicheren, qualitativ
hochwertigen und preiswerten Lebensmitteln und Getränken. Die rund
200 Unternehmen der österreichischen Lebensmittelindustrie mit ihren
27.000 Beschäftigten erwirtschafteten im Jahr 2013 ein
Produktionsvolumen in Höhe von rund 8 Mrd. Euro. Rund 60 % davon
werden in 180 Länder der Welt exportiert. Der Fachverband unterstützt
die Mitglieder der Branche durch umfassende Informationsangebote,
Beratungsleistungen und internationale Vernetzung dabei, weiterhin
den gewohnt hohen Grad an Lebensmittelsicherheit, Qualität und Genuss
unserer Lebensmittel anbieten zu können.

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