Schule der Vielfalt: Eröffnung des Bundeszentrums Inklusive Bildung und Sonderpädagogik

Wien (OTS) - Am 15.05.2014 wurde das Bundeszentrum Inklusive Bildung und Sonderpädagogik an der Pädagogischen Hochschule OÖ eröffnet. Die zentralen Aufgaben des österreichweit einzigartigen Zentrums sind die Koordination und Vernetzung der Pädagogischen Hochschulen und Universitäten im Zuge der Umsetzung der PädagogInnenbildung NEU. "Inklusive Bildung" wird ein wesentlicher Bestandteil der neuen LehrerInnenausbildung. Dadurch soll gewährleistet werden, dass alle zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer bestmöglich auf eine Schule der Vielfalt vorbereitet werden. Das bedeutet die professionelle Gestaltung eines gemeinsamen Unterrichts von Schülerinnen und Schüler, unter der Berücksichtigung ihrer Verschiedenheit aufgrund von sprachlichen, soziokulturellen oder körperlich-geistigen Hintergründen.

PH OÖ-Rektorin Ulrike Greiner und der Leiter des Zentrums, Inklusionsexperte Dr. Ewald Feyerer, begrüßten internationale Gäste aus Politik und Bildung. Dr. Rüdiger Teutsch vom BMBF hob in seiner Eröffnungsrede die erfolgreiche österreichweite Curriculumsentwicklung zur PädagogInnenbildung NEU im Sinne der Inklusion hervor. Bildungslandesrätin Mag. Doris Hummer betonte die Wichtigkeit einer inklusiven Haltung in der Gesellschaft. Dr. Amanda Watkins von der European Agency for Special Needs and Inclusive Education brachte in ihrem Vortrag neueste Erkenntnisse aus internationaler Perspektive ein.

Abschaffung des Lehramtes für Sonderschule ab 2015

Hintergrund für die Eröffnung des Bundeszentrums Inklusive Bildung und Sonderpädagogik ist die Reform der LehrerInnenausbildung. Auf lange Sicht sollen die Sonderschulen durch Integrationsklassen ersetzt werden. Das bisher eigenständige Studium für das Lehramt der Sonderpädagogik wird abgeschafft. Dessen Inhalte werden in die Ausbildung für Primar- oder SekundarstufenlehrerInnen integriert, sodass alle zukünftigen LehrerInnen ausreichende Grundkenntnisse im Fachgebiet "Inklusive Pädagogik", also im Umgang mit der Vielfalt von SchülerInnen, erwerben. Darüber hinaus können sich angehende LehrerInnen in Sonderpädagogik spezialisieren: Wer Kinder im Volksschulalter unterrichten will, lässt sich zur/zum PrimarstufenlehrerIn ausbilden und wählt den Schwerpunkt "Sonderpädagogik". Wer ältere SchülerInnen unterrichten möchte, wählt die Ausbildung zur/zum SekundarstufenlehrerIn mit einem Unterrichtsfach und anstelle des zweiten Unterrichtsfachs das Fach Sonderpädagogik. Weiterführende Masterstudienangebote zur Sonderpädagogik sollen die Professionalisierung künftiger SonderpädagogInnen ergänzen.

Internationale Vernetzung

Eine weitere zentrale Aufgabe des Bundeszentrums ist die Kooperation mit europäischen Partnern. So vertritt es Österreich in der European Agency for Special Needs and Inclusive Education, eine unabhängige Einrichtung, die von den EU-Mitgliedsstaaten als Plattform für die Zusammenarbeit im Bereich der sonderpädagogischen Förderung gegründet wurde, um allen Menschen mit Behinderung Chancengleichheit und freien Zugang zu qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten zu ermöglichen. Die Mitgliedsstaaten ermitteln und bearbeiten Themenbereiche, die für die Weiterentwicklung inklusiver Bildung und sonderpädagogischer Förderung in größtmöglicher Integration von bildungspolitischem und praktischem Interesse ist. Basis ihrer Arbeit sind internationale Deklarationen, wie z.B. die UN-Behindertenrechtskonvention, die auch Österreich ratifiziert hat.

Die Pädagogische Hochschule OÖ bietet als tertiäre Bildungs- und Forschungsinstitution des Bundes wissenschaftlich fundierte Aus-, Fort- und Weiterbildung für Pädagoginnen und Pädagogen. Ein wesentlicher Schwerpunkt in Ausbildung, Forschung und Weiterbildung ist die Inklusive Pädagogik. Mit mehr als 2.000 Studentinnen und Studenten, davon ca. ein Drittel berufsbegleitend, und über 60.000 Teilnehmer/innen von Fortbildungsveranstaltungen pro Jahr ist die Pädagogische Hochschule OÖ die zweitgrößte Pädagogische Hochschule des Bundes in Österreich.

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Mag. Gottfried Lutz
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