- 30.04.2014, 16:13:42
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"Entfernung. Österreich in Auschwitz"
Wien (OTS) -
- Team um Hannes Sulzenbacher und Albert Lichtblau mit Neugestaltung
der Österreich-Ausstellung in Auschwitz beauftragt.
Bewertungskommission bezeichnet Konzept als "wegweisend"
Gewinner der europaweiten Ausschreibung "Kuratierung und
wissenschaftliche Leitung" zur Neugestaltung der österreichischen
Ausstellung im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau ist das Team um
den Kurator Mag. Hannes Sulzenbacher und den wissenschaftlichen
Leiter Univ.-Prof. Dr. Albert Lichtblau. Sulzenbacher kuratierte
zahlreiche Ausstellungen, unter anderem an den jüdischen Museen
Hohenems, München, Frankfurt/M. und Berlin und zu schwul/lesbischer
Kultur und Geschichte. Lichtblau ist Universitätsprofessor am
Fachbereich Geschichte der Universität Salzburg, stellvertretender
Leiter des Zentrums für jüdische Kulturgeschichte und leitete unter
anderem Oral-History-Projekte zur Verfolgung und Vertreibung im
Nationalsozialismus. Mitglieder des Teams sind die
Kulturwissenschafterin und Kuratorin Mag.a Birgit Johler, Dipl.-Kfm.
Christoph Mai, die Historikerin Dr.in Christiane Rothländer sowie die
Historikerin und Kuratorin Dr.in Barbara Staudinger.
Unter dem Vorsitz des Nationalfonds prüfte eine Kommission von
zehn Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland die im Zuge des
Vergabeverfahrens vorgestellten Ausstellungsideen. Sämtliche Konzepte
zeichneten sich durch hohe Qualität und intensive Auseinandersetzung
mit der Thematik aus. Die Ausstellungsidee von Sulzenbacher/Lichtblau
und Team "Entfernung. Österreich in Auschwitz" erachtete die
Kommission als besonders innovativ und wegweisend im Diskurs um
Gedenk- und Erinnerungsräume.
Kurator Sulzenbacher zur Ausstellungsidee: "Unser Konzepttitel
verweist auf die geografische Entfernung zwischen Österreich und
Auschwitz. Zugleich aber verweist er auch auf die physische
Entfernung der nach Auschwitz Deportierten, also aus Österreich und
aus dem Leben. Die Ausstellung setzt diese Entfernungen in den
Mittelpunkt und bringt diesen Teil der österreichischen Geschichte
den BesucherInnen nahe, 'ent-fernt' ihn also gleichsam." Um diese
Ebenen der "Entfernung" erfahrbar zu machen, soll eine reale
Ausstellung die Geschichte in Auschwitz vor Ort zeigen, während
alles, was sich mit der Geschichte in Österreich beschäftigt, als
großflächige Projektion zu sehen sein wird. Sulzenbacher: "Dem realen
Ort Auschwitz wird ein virtueller Ort Österreich gegenübergestellt."
Zur inhaltlichen Ausrichtung bemerkt er: "Die Ausstellung verschränkt
die Geschichte der österreichischen Opfer und TäterInnen und trägt
somit zu einer adäquaten Vermittlung der Rolle Österreichs in der
Geschichte des Nationalsozialismus bei."
Generalsekretärin des Nationalfonds Hannah Lessing zur
Beauftragung: "Ich danke den Mitgliedern der fachkundigen
Bewertungskommission und freue mich, dass ein ausgezeichnetes Team
gefunden wurde, um diese besonders wichtige und sensible Aufgabe zu
erfüllen."
Das Ausstellungsteam hat die inhaltlichen Arbeiten bereits
aufgenommen. In den kommenden Wochen schreibt der Nationalfonds
gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt in einem europaweiten Verfahren
die Beauftragung der gestalterischen Umsetzung der Ausstellungsidee
aus.
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