• 28.04.2014, 14:00:16
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Ausstellung "Connecting Sound Etc. Cable Works, Cable Sounds, Cables Everywhere" im quartier21/MuseumsQuartier Wien

Wien (OTS) - Als zentraler Beitrag zum "MQ Summer of Sounds" widmet
sich mit "Connecting Sound Etc. Cable Works, Cable Sounds, Cables
Everywhere" zum ersten Mal eine Ausstellung explizit dem Kabel in der
Kunst. Einzelpositionen von über 50 internationalen KünstlerInnen
bieten einen Einblick in das vielfältige Spektrum zeitgenössischer
Auseinandersetzung mit dem vermeintlich einfachen Material. Oft auf
deren bloße Funktionalität reduziert, erfahren Kabel durch die
künstlerischen Tendenzen der letzten Jahre aktuell eine verstärkte
Wertschätzung. Die von Georg Weckwerth kuratierte und
interdisziplinär angelegte Schau im freiraum quartier21 INTERNATIONAL
wird bereits am 04.06. um 19h mit einem Pre-Opening eröffnet, um 11
Uhr findet ein Presserundgang durch die Ausstellung und die Außen-
und Satelliteninstallationen statt.

"Connecting Sound Etc. Cable Works, Cable Sounds, Cables
Everywhere" würdigt das Kabel in all seinen Facetten. Das
Allerweltsmaterial, das genaugenommen ein Hightechprodukt ist,
fasziniert in vielerlei Hinsicht KünstlerInnen gerade jetzt", so
Kurator Georg Weckwerth.

Dr. Christian Strasser, Direktor MuseumsQuartier Wien ergänzt:
"Wir laden unsere BesucherInnen ein, die vielen gestalterischen
Möglichkeiten und kontextuellen Bezugnahmen auf Kabel zu entdecken
und ich bin sicher, sie werden Augen und vor allem auch Ohren
machen".

Raumgreifende Kabelinterventionen, Sound- und Lichtinstallationen,
Mixed-Media und Videoinstallationen, bildnerische Arbeiten,
Fotografien und kontextuelle Werke geben Einblick in die Bandbreite
künstlerischer Interpretation und demonstrieren sinnlich die
faktische Funktionsweise von Kabeln als "verbindendes" Element und
Leiter für Licht, Klang, Bewegung, Datenstrom etc. Dabei werden frühe
und klassische Positionen kabelbasierter Kunst zeitgenössischen
Positionen in bildender Kunst, Klangkunst und Medienkunst
gegenübergestellt und in der Ausstellung im freiraum sowie in der
Electric Avenue und im öffentlichen Raum des MQ präsentiert.
Entstehen wird ein bewusst überbordender, synästhetischer
Erfahrungsraum, der nicht zuletzt zur formalästhetischen
Auseinandersetzung mit Werken aktueller Kunst anregen soll.

Eines der zentralen Werke der Ausstellung ist die raumgreifende
elektromagnetische Klanginstallation "CLOUD" der bedeutenden
deutschen Klangkünstlerin Christina Kubisch. Die gewaltige Wolke, aus
1500 Meter starrem blauen Monokabel geformt, schwebt zentral in der
großen Ausstellungshalle auf Köpfhöhe der BesucherInnen. Der Titel
der Arbeit spielt mit dem inzwischen jedermann geläufigen Begriff der
"Cloud" als nicht sichtbarem Datenspeicher. In Kubischs Version ist
der Speicher als Skulptur unübersehbar, die darin versteckte
akustische Welt jedoch nur mittels Spezialkopfhörer zu erlauschen.

Demgegenüber sind in der faszinierenden wie fesselnden
Lichtinstallation "Lyrical Lights" des Tiroler Landespreisträgers für
zeitgenössische Kunst 2011 sowie Gestalters des Österreichbeitrags
zur 13. Architektur-Biennale in Venedig 2012, Rens Veltman, die
verschiedenen Medien sofort und unmittelbar erfahrbar. Es ist als
betritt man ein Kino oder Theater: Die ästhetisch herausragenden
Arbeit bestehend aus zweimal 456 Glasfaserkabeln, die der vielseitige
Künstler und "protowissenschaftliche Denker" gemeinsam mit der
Innsbrucker Lichtfabrik HALOTECH entwickelt und produziert hat, ist
nichts weniger als eine filmische Erzählung in 4D bestehend aus
animiertem Licht, Text, Musik und Laserprojektion.

Der selbsternannte Totalkünstler Timm Ulrichs ist mit gleich drei
Werken in der Ausstellung vertreten, die allesamt exemplarischen
Charakter haben: "Teile und herrsche" (1969/1972), ein
Telekommunikationskabel als bildliche Interpretation der lateinischen
Redewendung "Divide et impera"; "Höhlengleichnis" (1984), eine
raumgreifende, figurativ-narrative Kabelwandzeichnung mit
integriertem Fernsehgerät, frei nach Platons gleichnamigen Gleichnis
aus der antiken Philosophie; und "Laokoon" (1986/2009), ein
fußballgroßer, schwarzer Kabelknäul in dessen inneren Licht in Form
einer Glühbirne einen nicht endenden Todeskampf bestreitet (Kabel als
Sinnbild für die Schlange).

Schlange ist auch das Stichwort für den Beitrag von Peter Weibel,
Medienkünstler und frischgebackener Oskar- Kokoschka-Preisträger
2014: In seiner Soloausstellung "Der elektrische Krieg" von 1983 gab
es unter anderem eine Giftschlange hinter Glas in einem freigelegten
Kabelschacht in der Wand. Im freiraum wird an diese Ausstellung
erinnert und ein Installationselement rekonstruiert.

Wiederaufgeführt werden auch frühe Kabelinstallationen und
-skulpturen aus den 1990er Jahren des Österreichers Werner Reiterer.
Allesamt ohne Titel persiflieren und personifizieren sie Kabel,
Steckdosen und Stecker in unnachahmlicher Weise. Sein "Universal
Measuring Tape" von 2006 wiederum steht sinnbildlich für "Kabel
umspannen die Welt": "Das Universum ist laut jüngsten Berechnungen
ca. 13,5 Milliarden Jahre alt. Werner Reiterer überträgt diese
Zeitdauer proportional auf ein Kabel von 270 Metern Länge und setzt
entsprechende Zeitmarkierungen darauf, um wichtige Ereignisse der
Evolution anzuzeigen."

Der gemeinsam mit EIKON präsentierte deutsche Medienkunst-Pionier
und Performancekünstler Jürgen Klauke wird mit vier großformatigen
Fotoarbeiten in der Ausstellung sowie als Satellit im "EIKON
Schaufenster" in der Electric Avenue im quartier21 vertreten sein.
Ein gemeinsamer Beitrag von "SCHAURAUM Angewandte" und "freiraum
quartier21 INTERNATIONAL" ist die raumgreifende Klanginstallation von
Robert Mathy in der Electric Avenue. "Volume" besteht aus 800 Meter
Audiokabel und 30 modifizierten Motoren, die die Materialien des
Ausstellungsraumes zum Klingen bringen und zu einer akustischen
Raumwahrnehmung einladen. Ein weiteres wichtiges Werk der Ausstellung
stammt vom Österreicher Leopold Kessler, der 2004 ein eineinhalb
Kilometer langes Stromkabel zwischen seinem Atelier und seiner
Wohnung am Praterstern verlegte. Mit Video dokumentierte er die
Demontage dieses Kabels als "Abnabelungsprozess" von seiner
Studienzeit an der Akademie der bildenden Künste.

Die junge norwegische Künstlerin Serina Erfjord macht in "Sparkle"
(2008) vermeintliche Kabelkurzschlüsse sicht- und hörbar. In "I
Transcend Encapsulation" (2011) wiederum entfernt Medienkünstlerin
Judith Fegerl aus Österreich eine vorhandene Steckdose aus der Wand,
bettet sie in eine an der Wand lehnende Glasplatte ein und schließt
sie wieder an den Strom an. Die in Graz lebende deutsche
Klangkünstlerin Clara Oppel erzeugt ein Klang-Stillleben, indem sie
für "Die fernen Hügel sind grün" (2012) einen Teppich aus Kabeln
knüpft und Emerging Artist Ulla Rauter spannt zarte weiße Kabel als
Klaviersaiten in ihr bekanntestes Werk "Lichtklavier" (2011). Licht
ist auch das zentrale Element in der magischen Rauminstallation
"Séance" (1999) der Deutschen Ursula Neugebauer (Lehrende an der UdK
Berlin), in der ein alter Holztisch, gehalten von einem Kabel, knapp
über dem Boden schwebt. Sabine Groschup, Trägerin des Innsbrucker
Kunstpreises, widmet sich in der eigens für die Ausstellung
entstehenden zweiteiligen Videoarbeit "Seelenbrand. In der Adern
Erinnerung" der unbekannten träumerischen Seele des Kabels, sowie dem
bekannten und gefährlichen Kabelbrand.

Der in Seoul lebende Koreaner Young-Sup Kim, Meisterschüler von
Christina Kubisch, wird eine auf den Ausstellungsort zugeschnittene
Fassung seiner gestalterisch und klanglich einzigartigen
Bodeninstallation "Koexistenz" realisieren. Allein für diese Arbeit
werden drei Kilometer weiße Lautsprecherkabel vom Künstler in
Handarbeit zu Klangskulpturen geformt. Ferner entwirft der
amerikanische Post-Konzept-Künstler Warren Neidich eine komplexe
Diagrammstruktur zum Thema der Ausstellung. Sie wird als große
Wandarbeit mit mehreren farbigen Neonelementen, u. a. drei Gehirnen
umgesetzt. Das slowenische Künstlerduo son:DA bespielt die zentrale
Eingangswand des freiraums mit einer ihrer unnachahmlichen, auf den
Ort zugeschnittenen Kabelinstallationen. Darin eingebettet ist eine
Art Archivpräsentation ihrer fantastischen "Mouse-Computer-Drawings",
die Mensch und Kabel in teils grotesker, teils beängstigender
Verknüpfung zum Thema haben.

Als Artists-in-Residence des quartier21 werden u.a. Serina Erfjord
(NOR), Klaus Ferentschik (GER), Ina Hagen (NOR), Young-Sup Kim (KOR),
Daisuke Kosugi (JPN), Emmanuel Madan (CAN), Ali Miharbi (TUR), Robin
Minard (CAN), Warren Neidich (USA) und das slowenische Künstlerpaar
Metka Golec & Miha Horvath alias son:DA (SLO) anlässlich der
Ausstellung in den nächsten Monaten im MQ Wien leben und arbeiten.

Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen
Rahmenprogramm mit Performances, Vorträgen, Lectures, Präsentationen,
Künstlergesprächen, Kuratorenführungen und Workshops für Kinder und
Jugendliche. Inhaltlich wird das Angebot in Zusammenarbeit mit der
Universität für angewandte Kunst Wien, Abteilung Digitale Kunst
(Prof. Ruth Schnell, Wolfgang Fiel und Gastkuratorin Isin Önol)
realisiert und räumlich im SCHAURAUM Angewandte/quartier21, in der
Electric Avenue und im Raum D/quartier21, sowie der Buchhandlung
Walther König im MuseumsQuartier präsentiert.
Der öffentliche Aufruf "Bitte hängen Sie weitere Kabel an Norbert
Maths "Kabelgarderobe" für ein kreatives Recycling von alten Kabeln,
wird darüber hinaus eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem
allgegenwärtigen Massenprodukt befördern.

Teilnehmenden KünstlerInnen:

Tyler Adams (USA), Dominique Blais (FRA), Nina Canell (SWE), Jozef
Cseres (SVK/CZE), Julius Deutschbauer (AUT), Adam Donovan (AUS),
William Eggleston (USA), Thomas Ehgartner (AUT/GER), Róza El-Hassan
(HUN/SYR), Serina Erfjord (NOR), VALIE EXPORT/Peter Weibel (AUT),
Judith Fegerl (AUT), Klaus Ferentschik (GER), Thomas Feuerstein
(AUT), Sabine Groschup (AUT), Shilpa Gupta (IND), Tim Hawkinson
(USA), Ina Hagen (NOR), Pieter Hugo (RSA), Leopold Kessler (AUT),
Günther Kieser (GER), Young-Sup Kim (KOR), Jürgen Klauke (GER),
Daisuke Kosugi (JPN/NOR), Christina Kubisch (GER), Mirko Lazovic
(SRB/NED), Paul Albert Leitner (AUT), Via Lewandowsky (GER), Maik +
Dirk Löbbert (GER), Emmanuel Madan (CAN/GER), Nicolas Mahler (AUT),
Norbert Math (ITA/AUT), Robert Mathy (AUT), Ali Miharbi (TUR), Robin
Minard (CAN), Warren Neidich (USA), Ursula Neugebauer (GER), Clara
Oppel (GER/AUT), Ben Patterson (USA/GER), Ulla Rauter (AUT), Werner
Reiterer (AUT), Marc Ries (LUX/AUT), Valentin Ruhry (AUT), Rudolf
Schwarzkogler (AUT), son:DA (SLO), Viktors Svikis (LAT), Atsuko
Tanaka (JPN), Ulrich Troyer (AUT), Timm Ulrichs (GER), Rens Veltman
(AUT), Peter Weibel (AUT).

"Connecting Sound Etc. Cable Works, Cable Sounds, Cables
Everywhere" wird in Kooperation mit dem Bundesministerium für
europäische und internationale Angelegenheiten organisiert.

In Vorbereitung ist ein Künstlerbuch zur Ausstellung, das die
junge norwegische Künstlerin Ina Hagen im Rahmen ihrer
Artist-in-Residence gestalten wird. Der Artist-in-Residence-Beitrag
des Berliner Schriftstellers und Pataphysikers Klaus Ferentschik
wiederum ist die eigens zur Ausstellung entstehende weltweit erste
"Kabelenzyklopädie". Sie definiert 555 Begriffe der deutschen
Sprache, in denen das Wort "Kabel" enthalten ist. Dazu gehören
Kabelader und Kabelsystem ebenso wie Kabeljau und Vokabel (DER
KONTERFEI 003 / Paperback / Deutsch / 60 S. / ISBN 978-3-9503749-3-3
/ Erscheinungsdatum: Juni 2014).

Connecting Sound Etc. Cable Works, Cable Sounds, Cabels Everywhere
Dauer: 06.06. bis 24.08.2014, Di bis So 13-19h, Eintritt frei

Presserundgang: Mi 04.06., 11h

Pre-Opening: Mi 04.06., 19h (bereits ab 17h Eröffnungen der Außen-
und Satelliteninstallationen)

Eröffnung: Do 05.06., 17h

Ort: freiraum quartier21 INTERNATIONAL/MuseumsQuartier Wien,
Museumsplatz 1, 1070 Wien www.quartier21.at
http://connectingsoundetc.tonspur.at

Direktor MuseumsQuartier Wien: Dr. Christian Strasser

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MQW

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