- 25.04.2014, 10:18:11
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Sparen bei der Ganztagsschule?
ÖFR fordert Gender Budgeting - auch bei Sparmaßnahmen!
Utl.: ÖFR fordert Gender Budgeting - auch bei Sparmaßnahmen! =
Wien (OTS) - Finanz- und Wirtschaftskrise und das Hypo-Desaster
haben zu enormen Belastungen des Staatshaushaltes geführt - der
Sparkurs trifft auch den Bildungsbereich. Dort soll bei den
Ganztagsschulen gespart werden. Ein Beispiel unter vielen, das Frauen
besonders hart trifft: Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist
gerade für Frauen immer noch eine Hürde auf dem Weg zur faktischen
Gleichstellung.
Das in der Verfassung verankerte Gender Budgeting erfordert eine
Analyse aller budgetären Maßnahmen - also auch sämtlicher
Sparmaßnahmen - auf ihre genderspezifische Wirkung.
Entlastung der Frauen statt Entlastung der Banken
Frauen in Österreich sind häufiger von Armut betroffen, verfügen
über weniger Einkommen und tragen die Hauptlast unbezahlter
Betreuungsarbeit, sie sind somit besonders stark auf öffentliche
Leistungen angewiesen. Dies betrifft die soziale Infrastruktur für
Kinderbetreuung oder Pflege, das Angebot ganztägiger Schulformen
ebenso wie Beratungsangebote für Frauen.
Der Frauenring fordert daher:
1) Kein Sparen auf dem Rücken von Müttern und Kindern - mehr Geld
für Kinderbetreuung und Ganztagsschulen!
Konjunkturmaßnahmen, die existenzsichernde Arbeitsplätze schaffen
und Frauen entlasten. Dazu gehört der dringende Ausbau und die
Qualitätsverbesserung im Bereich Kinderbetreuung, Ganztagsschulen und
Pflege sowie mehr finanzielle Mittel, um die Arbeitsbedingungen der
Beschäftigten zu verbessern.
2) Halbe-Halbe hilft Sparen und fördert die faktische
Gleichstellung von Frauen und Männern!
Anreize für eine ausgewogene Verteilung von bezahlter und
unbezahlter Arbeit zwischen den Geschlechtern wie Förderung von
Väterkarenz und gleicher Arbeitszeit sowie Beseitigung von Systemen,
die eine unausgewogene Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern
fördern. Dabei sind teilweise auch Einsparungen möglich, die frei
werdenden Mittel sind für die partnerschaftliche Arbeitsteilung
einzusetzen.
3) Kein Kaputt-Sparen von Beratungseinrichtungen und mehr
Förderung von Frauen in Kultur und Medien!
Ausreichend Ressourcen für frauenspezifische
Unterstützungsangebote wie Beratung, Aus- und Weiterbildung sowie
Förderung von Initiativen, die das künstlerische Schaffen von Frauen
im ORF, sonstigen Medien und Einrichtungen sichtbar machen.
"Gender Budgeting steht seit 2009 am Papier - sogar am
Verfassungs-Papier! Papier ist bekanntlich geduldig, wir haben
mittlerweile aber die Geduld verloren", so Christa Pölzlbauer,
Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings.
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