• 22.04.2014, 11:59:31
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Bibliotheken: "Können den freien Zugang zu Literatur und Information nicht weiter gewährleisten!"

Wien (OTS) - Bibliotheken sind besorgt. Gerade in einer Zeit, in der
technologische Fortschritte den Zugang zu Information und Literatur
erleichtern sollten, werden Bibliotheken am Kauf und Verleih von
E-Books gehindert. Das beschneidet sie in ihren Möglichkeiten, den
fast 100 Millionen BibliotheksnutzerInnen in Europa freien Zugang zu
Informationen zu bieten. Zugleich werden wichtige Fragen zu
Demokratie, Lernen und Forschung sowie zur effektiven Einbindung
aller Bürgerinnen und Bürger in die Wissensgesellschaft aufgeworfen.

Gerald Leitner, Geschäftsführer des Büchereiverbandes Österreichs,
bringt die Probleme auf den Punkt:

- Bibliotheken wollen ihre NutzerInnen mit den neuesten E-Books
versorgen, so wie wir es auch mit gedruckten Büchern tun!
Aber einige Verlage weigern sich, an Bibliotheken die notwendigen
Lizenzen zu verkaufen. Umfragen zeigen, dass über 50 Prozent der
E-Book-Bestseller für Bibliotheken nicht zu erwerben sind.

- Bibliotheken wollen E-Books zu fairen Preisen und angemessenen
Konditionen kaufen!
Aber viele Verlage verkaufen E-Books zu hohen Preisen oder bieten sie
gar nicht an - mit dem Ergebnis, dass Bibliotheken nicht in der Lage
sind, einen guten Service für die Öffentlichkeit zu bieten.

- Bibliotheken wollen, dass AutorInnen eine faire Vergütung für den
Verleih von E-Books erhalten, wie es auch bei gedruckten Büchern der
Fall ist. Dafür müsste das Verleihrecht auf den Verleih von E-Books
durch Bibliotheken ausgedehnt werden!
Derzeit erhalten AutorInnen in den meisten EU-Ländern keinerlei
Vergütung für den Verleih ihrer E-Books durch Bibliotheken, da das
Urheberrecht keine entsprechende Regelung vorsieht.

- Bibliotheken wollen, dass alle Bürgerinnen und Bürger - nicht nur
jene, die es sich finanziell leisten können - vom freien Zugang zu
E-Books in Bibliotheken profitieren!

Deshalb haben sich am 23. April - dem Welttag des Buches -
europaweit 65.000 Bibliotheken zusammengeschlossen und eine
Online-Petition unter http://www.ots.at/redirect/elektronisches-lesen
lanciert, in der sie von der EU-Kommission ein präzises Urheberrecht
fordern, das den Bibliotheken erlaubt, E-Books zu erwerben, zu
verleihen und dafür den AutorInnen und RechteinhaberInnen eine
angemessene Vergütung zu erstatten.

Die Petition kann bis 31. Oktober unterschrieben werden und soll
die Europäische Kommission von der Dringlichkeit dieses Anliegens
überzeugen.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NEF

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