Autor der "Kriminalgeschichte des Christenums" Karlheinz Deschner tot

Gigant der Religionskritik arbeitete Verbrechen der Kirche systematisch auf. Initiative gegen Kirchprivilegien: "Schmerzlicher Verlust".

Wien (OTS) - Als "Glücksfall für die säkulare Emanzipationsbewegung" bezeichnet ihn Michael Schmidt-Salomon von der Giordano Bruno Stiftung. 1962 brachte der wortgewaltige Schriftsteller Karlheinz Deschner, der nun im 90.Lebensjahr verstorben ist, mit "Abermals krähte der Hahn" das Grundlagenwerk der modernen Kirchenkritik auf den Markt. Auch wenn Deschner in der Folgezeit keineswegs nur religionskritische Bücher schrieb, so wurde er nach dem sensationellen Erfolg des "Hahns" fortan als Kirchenkritiker wahrgenommen. 1986 kam im Rowohlt Verlag sein erster Band der "Kriminalgeschichte des Christentums" heraus, 9 weitere Bände sollten folgen. Auf 6000 Seiten und mehr als 100.000 Quellenbelegen hat der akribisch recherchierende Moralist eine "Generalabrechnung mit der Religion der Nächstenliebe vorgelegt, die in der Weltliteratur ihresgleichen sucht", so Schmidt-Salomon. Mit weit über 100.000 Exemplaren erlangte das umfangreiche Werk auch eine enorme Breitenwirkung. In seinem 11. Band, "Die Politik der Päpste", beschreibt der die Entwicklungen seit dem 19. Jahrhundert auf mehr als 1200 Seiten.

Vordenker für Trennung von Staat und Kirche Für viele von der Kirche geschädigte Menschen war Deschners Werk ein Befreiungsschlag.

"Im Jahr 2000 entschuldigte sich Papst Johannes Paul II. als erster Papst für Irrtümer und Verbrechen im Namen des Glaubens; als Deschner zu schreiben begann, schien das noch undenkbar" heißt es in der Tageszeitung "Die Presse". Und "Die Zeit" schreibt, man müsse schon bis Voltaire zurückgehen, um "auf eine ähnlich pointierte Auseinandersetzung mit dem pfäffischen Universum zu stoßen." - "Er war einer der ganz großen der Zivilgesellschaft, ein hartnäckiger Kämpfer gegen klerikale Doppelmoral und gegen das kirchliche Feudalsystem. Unsere zivilgesellschaftliche Bewegung hat von ihm vielfache Impulse gegen die Bevormundung und für mehr Gerechtigkeit erhalten, so er hat auch das "Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien" unterstützt. Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust", sagt Christian Fiala von der "Initiative gegen Kirchenprivilegien".

www.deschner.info, www.kirchen-privilegien.at

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