- 08.04.2014, 13:19:25
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Falter: Novomatic zahlte zwei Millionen an Grassers Freunde
Gutachter kann keine Gegenleistungen von Meischberger entdecken / zugleich auffällige Kontenbewegungen bei Grasser
Utl.: Gutachter kann keine Gegenleistungen von Meischberger
entdecken / zugleich auffällige Kontenbewegungen bei Grasser =
Wien (OTS) - Die Wiener Wochenzeitung Falter veröffentlicht in ihrer
morgen Mittwoch erscheinenden Ausgabe ein spektakuläres
Gerichtsgutachten im Kriminalfall Karl-Heinz Grasser.
Der Wiener Gerichtsgutachter Matthias Kopetzky untersuchte, welche
Beträge der Glückspielkonzern Novomatic an die Lobbyisten von
Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger und Peter Hochegger zahlte.
In Summe wurden zwei Millionen für Lobbying und Strategieberatung
bezahlt. Fast 800.000 Euro reichte Hochegger an den Subauftragnehmer
Meischberger weiter.
Gutachter Kopetzky hält fest, es gebe keine dokumentierten
Leistungen Meischbergers. Die Verträge zwischen Meischberger und der
Novomatic seien entgegen den internen Vorschriften nicht schriftlich
abgefasst worden. Hochegger habe seine Leistungen hingegen
dokumentiert.
Meischberger sei vermutlich der "Meldegänger" ins
Finanzministerium gewesen. Als Grasser sein Amt aufgab, habe auch
Meischberger nichts mehr verdient. Als die Gelder bezahlt wurden,
sollen Mitarbeiter Grassers im Nationalrat massiv für eine
Liberalisierung des Glückspielgesetzes interveniert haben. Der
ehemalige ÖVP-Abgeordnete Michael Ikrath, damals im Finanzausschuss,
spricht im Falter von einer "Sauerei", weil das Parlament überrumpelt
hätte werden sollen.
Meischberger soll einen Teil des Novomatic- Geldes für seinen
Hausbau verwendet haben, etwa 500.000 Euro wurden jedoch in bar von
seinen Konten behoben, die Spur des Geldes verliere sich.
Der Gutachter hegt den Verdacht, dass etwa 50.000 Euro auf jenem
berüchtigten Liechtensteiner Konto "400815" gelandet sein könnten,
das die Ermittler Grasser zuordnen, weil dort auch 2,5 Millionen an
Buwog-Provisionen lagern. Kontenbewegungen legen das nahe.
Von diesem Vaduzer Konto sollen mehr als 600.000 Euro bar behoben
worden sein. Rund 235.000 Euro seien "zeitlich und betraglich
korrelierend" auf Grassers Konten bei der Meinl-Bank und dem Bankhaus
Spängler einbezahlt worden. Grassers Anwalt Manfred Ainedter hält
fest, sein Mandant werde durch das Gutachten entlastet. Direkte
Zahlungsflüsse von der Novomatic oder von Meischberger und Hochegger
an Grasser seien nicht dokumentiert worden. Die Novomatic hält fest,
sie sei mit Hocheggers und Meischbergers Leistungen zufrieden
gewesen. Eine Bestechung Grassers wird entschieden in Abrede
gestellt.
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