Burgtheater - Ostermayer zu Hartmann-Abberufung: "Aufgrund der Fakten blieb keine andere Möglichkeit"

"Schritt fiel menschlich sehr schwer" - Interimistischer künstlerischer GF bis 19. März - Ausschreibung für dauerhafte Lösung unverzüglich vornehmen - "Ruhe ins Haus bringen"

Wien (OTS/SK) - Bundesminister Josef Ostermayer hat heute, Dienstag, gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Burgtheater GmbH, Georg Springer bei einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage und weitere Schritte in der Causa Burgtheater berichtet. "Ich muss Sie informieren, dass wir heute Matthias Hartmann als Burgtheaterdirektor abberufen mussten und Georg Springer als Chef der Bundestheaterholding den Dienstvertrag mit Hartmann aufgelöst und eine Entlassung ausgesprochen hat", sagte Ostermayer. Aufgrund der vorliegenden Fakten sowie zweier Rechtsgutachten und um "weiteren Schaden für die Republik und das Burgtheater abzuwenden, mussten diese Schritte, die uns persönlich und menschlich sehr schwer fielen, gesetzt werden", betonte der Minister. Springer informierte darüber, dass er "nicht mehr Mitglied im Aufsichtsrat sein wird". Bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung am 19. März "müssen wir versuchen -jedenfalls interimistisch - einen künstlerischen Geschäftsführer zu finden", sagte Ostermayer zum weitern Procedere. ****

Minister Ostermayer betonte, dass er heute früh den Aufsichtsrat über den Inhalt des Gutachtens informiert hat. "In diesem Gutachten wird festgestellt, dass Matthias Hartmann erhebliche Verletzungen der Sorgfaltspflicht eines Geschäftsführers treffen, dass Mängel im Rechnungswesen und im Kontrollsystem, das zu den ureigensten Aufgaben eines Geschäftsführers gehört, nicht behoben wurden." Daher musste der Schritt der Abberufung Hartmanns gesetzt werden, so Ostermayer, der unterstrich: "Persönlich ist das ein extrem unerfreulicher Moment. Ich bin jetzt seit 1. März formal zuständig für Kunst und Kultur und hätte mir den Start gerne anders vorgestellt. Aufgrund der vorliegenden Fakten und zweier Rechtsgutachten ist uns leider keine andere Möglichkeit geblieben." Der Minister ergänzte, dass beide Geschäftsführer (der künstlerische und der kaufmännische) eine gemeinsame Verantwortung auch entsprechend des Bundestheaterorganisationsgesetztes haben. "Diese Verantwortung kann nicht getrennt werden", sagte Ostermayer.

Bis zum 19. März müsse versucht werden, eine interimistische künstlerische Geschäftsführerin bzw. einen interimistischen künstlerischen Geschäftsführer zu finden. Für eine dauerhafte Lösung sei eine Ausschreibung notwendig, die unverzüglich vorgenommen werden muss. Der neue künstlerische Geschäftsführer müsse fähig sein, "die Kluft, die es zum Teil im Ensemble gibt, zu schließen, und gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer die Vergangenheit zu bewältigen und gleichzeitig auch die Weichen für die Zukunft zu stellen". Wesentlich sei es jetzt, "wieder Ruhe ins Haus zu bringen und dafür zu sorgen, dass wieder über die Stücke auf der Bühne und nicht über das Theater hinter der Bühne gesprochen wird", betonte Ostermayer. Der Minister zeigte sich überzeugt, dass "wir das gemeinsam mit dem Ensemble und allen weiteren Beschäftigten schaffen werden". (Schluss) mb/ah

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