• 25.02.2014, 17:50:52
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Zweites Kuratorium zur Restaurierung von Stift Göttweig

LH Pröll: "Stift ist Kulturjuwel in unserer Verantwortung"

Utl.: LH Pröll: "Stift ist Kulturjuwel in unserer Verantwortung" =

St. Pölten (OTS/NLK) - Anlässlich der zweiten Kuratoriumssitzung zur
Restaurierung von Stift Göttweig luden der Vorsitzende
Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Abt Columban Luser vom
Benediktinerstift Göttweig und Mag. Erwin Hameseder, Präsident des
Fördervereins, heute, Dienstag, zum Pressegespräch ins
Sommerrefektorium des Stiftes ein. "Im vergangenen Jahr fand die
erste Sitzung, das Gründungskuratorium statt, bei dem die
Gesamtrenovierung des Stiftes beschlossen wurde", erinnerte der
Landeshauptmann. Von der Dachsanierung, die es im Jahr 2013 zu
bewältigen galt, sprach Pröll von einer "besonderen Herausforderung",
insbesondere aufgrund der Fläche des Daches. "2013 ist ganz im
Zeichen des Beginns der Renovierungsarbeiten gestanden", zog Pröll
eine erste Bilanz. Aufgewendet wurde im vergangenen Jahr eine Million
Euro. Eine Förderung in der Höhe von 25 Prozent (in absoluten Zahlen:
250.000 Euro) gab es vom Land Niederösterreich.

Nachdem nun im vergangenen Jahr die gesamte Kirche und die Hälfte
des Chorkapellentraktes mit neuen Dachziegeln ausgestattet wurden,
steht im Jahr 2014 nun die zweite Bauetappe von insgesamt sechs
bevor. "Wir werden die Dachsanierung fortsetzen", so Pröll.
Realisiert werden soll heuer der 150 Meter lange Oststrakt, der der
Wohnbereich der Mönche ist und im Zentrum die historische Bibliothek
beherbergt. "Wir werden heuer ein Gesamterfordernis von insgesamt 1,2
Millionen Euro zu bewältigen haben", so der Landeshauptmann. Das Land
Niederösterreich werde dabei wieder einen Anteil von 25 Prozent (in
absoluten Zahlen: 300.000 Euro) an Förderungen leisten. Pröll
appellierte betreffend Förderungen an den Bund, sich in einer
derartigen Höhe zu beteiligen, immerhin stehe es in der gemeinsamen
Verantwortung, die Kulturschätze des Landes miteinander
weiterzutragen. Der Anteil der öffentlichen Hand, nämlich Bund und
Land, sei normalerweise gleich hoch. "Im Jahr 2013 sind die
Förderungen von 25 Prozent beim Bund auf 10,5 Prozent abgesunken", so
der Landeshauptmann.

Zu den Beweggründen des Landes Niederösterreich betreffend
Renovierung des Stift Göttweiges sagte Pröll: "Das Stift Göttweig ist
für uns ein Kulturjuwel in unserer Verantwortung." Gemeinsam mit dem
Stift Melk stehe es am Anfang und am Ende des UNESCO-Weltkulturerbes
Wachau. Derartige Kulturjuwele überliefert zu bekommen sei etwas
Besonderes. Zudem sei das Stift Göttweig durch das Europa
Forum-Wachau ein "internationaler Ort geworden, der weit über
Österreich und Niederösterreich hinaus bekannt ist. Damit hat das
Land Niederösterreich an Profil gewonnen, das seinesgleichen sucht",
so der Landeshauptmann. "Zweitens verbinden wir mit dem Stift
Göttweig wirtschaftliche Aspekte. 100.000 Besucher gehen jährlich ein
und aus", so Pröll. Der Kulturtourismus sei außerdem auch ein
wesentlicher Faktor im Hinblick auf den Arbeitsmarkt. "Das muss uns
etwas wert sein, und das ist uns etwas wert", so Pröll dazu.

Der Landeshauptmann bedankte sich bei Abt Columban Luser für sein
Engagement, für die "unglaubliche Herausforderung", die er bereit
war, einzugehen, bei Vereinsobmann Mag. Erwin Hameseder dafür, "die
Chance und die Möglichkeit zu nutzen, Verantwortung spürbar zu
machen", bei Baumeister Ing. Peter Griebaum für die Überwachung und
das Vorantreiben der Arbeiten, bei Wirtschaftsdirektor Mag. Gerhard
Grabner für die Einhaltung der Finanzplanung und bei Bezirkshauptfrau
Dr. Elfriede Mayrhofer für die Überwachung dieser mit "kritischen
Augen".

Abt Columban Luser gab den Dank an Landeshauptmann Pröll zurück
und hob die historischen Besonderheiten des Osttraktes, der damals
(1720-1724) in einer Rekordzeit von vier Jahren errichtet wurde,
hervor. Die Bibliothek als "Speicher des Wissens", die sich dort
befinde, umfasse 145.000 Bände, darunter 1.150 Handschriften.
Ausgestattet sei die Bibliothek mit Stuck. "Um das zu schützen,
braucht es höchste Qualität", so der Abt.

Zum Verein der Freunde des Benediktinerstiftes Göttweig sagte
Obmann Hameseder, dass es voriges Jahr gelungen sei, 370.000 Euro
einzusammeln. "Das Ergebnis zeugt von unglaublich viel Unterstützung
aus der Region und darüber hinaus", so Hameseder. Als Aktivitäten des
Vereins nannte er beispielhaft ein Benefiz-Open-Air-Konzert der
Militärmusik Niederösterreich, ein Benefiz-Golfturnier, "Klassik
unter Sternen" mit Elina Garanca und die Sonderbriefmarke, mit der
bei Endabrechnung ein Absatz von 30.000 Euro zu erwarten sei. "Wir
sind bemüht, uns auch für heuer wieder etwas zu überlegen", so
Hameseder.

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