- 03.02.2014, 09:20:54
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Hundstorfer zu Arbeitsmarkt: Steigende Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig steigender Beschäftigung
Weiterhin niedrigste Arbeitslosgikeit in der EU - Beschäftigung ist seit vier Jahre durchgehend im Steigen
Utl.: Weiterhin niedrigste Arbeitslosgikeit in der EU -
Beschäftigung ist seit vier Jahre durchgehend im Steigen =
Wien (OTS/BMASK) - "Auch Ende Jänner 2014 steigt die Zahl der
Personen die am österreichischen Arbeitsmarkt einer unselbständigen
Erwerbstätigkeit nachgehen wollen, stärker als die Zahl der
Arbeitsplätze. Aktuell liegt das Arbeitskräfteangebot um insgesamt
55.000 über dem vergleichbaren Vorjahreswerts. Da zudem Ende Jänner
der Höhepunkt der Saisonarbeitslosigkeit erreicht wird, hat die Zahl
der Personen, die beim Arbeitsmarktservice entweder als arbeitslos
registriert sind oder ein Schulungsangebot angenommen haben, mit
449.668 einen neuen Höchststand erreicht", sagte Sozialminister
Rudolf Hundstorfer anlässlich der Präsentation der Arbeitsmarktdaten
für den Monat Jänner. Die Gesamtzahl ist damit im Vergleich zum
Vorjahr um 9,5 Prozent bzw. um 39.006 Personen gestiegen. Davon sind
369.837 (plus 9,3 Prozent) als arbeitslos registriert und weitere
79.831 (plus 10,5 Prozent) als SchulungsteilnehmerInnen. "Österreich
bleibt mit einer Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent im Vergleich der
EU-Staaten weiterhin ein Musterland und bis zum Sommer wird die Zahl
der beim Arbeitsmarktservice betreuten Personen saisonbedingt auch
wieder um 120.000 zurückgehen. Seit Jahresbeginn sind außerdem 45.943
Personen, das sind um 2.007 mehr als im Vorjahr, aus der
Arbeitslosigkeit oder aus Schulungen des AMS in Beschäftigung
gekommen", so Hundstorfer. ****
Zu Beginn des Jahres 2014 setze sich jedoch auch ein weiterer
Trend am österreichischen Arbeitsmarkt fort. Mit einem Zuwachs von
16.000 Arbeitsplätzen gegenüber dem Vorjahr - auf nunmehr 3,42
Millionen - ist die Zahl der unselbständig Beschäftigten seit beinahe
vier Jahren durchgehend im Steigen, berichtet der Sozialminister.
Seit der Krise 2009 sind damit in Österreich 120.000 neue
Arbeitsplätze entstanden. Vor allem der Dienstleistungsbereich, und
hier wiederum der Handel, der Kommunikations- und IT-Bereich, die
freiberuflichen unternehmensnahen Dienste und der Gesundheits- und
Sozialbereich bieten zusätzliche Arbeitsplätze.
Die Liberalisierung des Arbeitsmarktes für Personen aus Bulgarien
und Rumänien seit Jahresbeginn 2014 hat bei der Zahl der
registrierten Arbeitslosen keine wesentlichen Veränderungen bewirkt.
Der Bestand Personen ohne österreichischem Pass steigt zwar vor allem
branchen- und saisonbedingt mit 15,3 Prozent etwas stärker als der
Durchschnitt, in den Monaten vor der Öffnung lag die Entwicklung mit
Werten von jeweils mehr als 18 Prozent jedoch noch deutlich höher.
Regional ist die gegenwärtige Entwicklung im äußersten Osten mit
einem Zuwachs der Arbeitslosen um 3,6 Prozent im Burgenland noch am
günstigsten. Unterdurchschnittliche Zuwächse verzeichnen auch noch
die Steiermark mit einem Plus von 6,4 Prozent, Kärnten mit einem
Zuwachs 6,6 Prozent, Vorarlberg mit 7,2 Prozent sowie
Niederösterreich mit 8,0 Prozent. Über der gesamtdurchschnittlichen
Entwicklung liegen hingegen Salzburg mit einem Plus von 10,8 Prozent,
Wien mit 11,1 Prozent, Oberösterreich mit 11,7 Prozent und Tirol mit
13,7 Prozent.
Mit 17.043 Personen nimmt die Arbeitslosigkeit bei Männern etwas
stärker als bei Frauen (14.373) zu. Auch dieser Umstand ist auf
unterschiedliche Entwicklungen in den jeweiligen Wirtschaftsbereichen
zurückzuführen. Trotz gleichzeitig steigender Beschäftigung steigt in
stärker frauendominierten Bereichen wie etwa im Handel (5.737), im
Tourismus (4.143) aber auch im Gesundheits- und Sozialwesen die
Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich. Männer sind hingegen stärker
durch den Anstieg in der Warenproduktion (+10,6 Prozent) betroffen.
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei der Arbeitskräfteüberlassung
gilt als ein traditioneller "Frühindikator" des
Wirtschaftsgeschehens. Der unterdurchschnittliche Zuwachs von 7,2
Prozent kann damit als ein positives Zeichen für die Konjunktur 2014
gesehen werden. Darüber hinaus ist auch in der Bauwirtschaft der
Anstieg mit "lediglich" 0,7 Prozent bereits beinahe zum Stillstand
gekommen. In diesen beiden Bereichen sowie vor allem auch im Verkehr,
im IT-Bereich und bei unternehmensnahmen Diensten melden die
Unternehmen nunmehr auch wieder mehr offene Stellen. Insgesamt wurden
dem Arbeitsmarktservice im Jänner um 2,1 Prozent bzw. 850 mehr
Arbeitsplätze zur Besetzung gemeldet.
Der Lehrstellenmarkt scheint dagegen noch etwas nachzuhinken. So
liegt Ende Jänner der Bestand an offenen Lehrstellen um 15,5 Prozent
unter dem Wert des Vorjahres. Die Zahl der (sofort verfügbaren)
Lehrstellensuchenden steigt aktuell um 7,2 Prozent. Die
Lehrstellenlücke liegt in der Folge mit 3.044 um 833 über dem
Vorjahreswert. Die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit lässt
hingegen von Monat zu Monat etwas zuversichtlichere Ausblicke zu. So
steigt Ende Jänner 2014 die Zahl der arbeitslos registrierten
Jugendlichen mit 3,5 Prozent deutlich unterdurchschnittlich und bei
den 15- bis 19-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit mit einem Minus von
3,5 Prozent sogar schon sehr stabil rückläufig. Im internationalen
Vergleich bleibt auch hier die österreichische Position günstig. Mit
einer Jugendarbeitslosenquote von 8,9 Prozent liegt Österreich hinter
Deutschland nach wie vor an zweiter Stelle in der Europäischen Union.
Im EU-Durchschnitt beträgt die Quote 23,2 Prozent.
"Für Personen ab 50 zeigt sich der Arbeitsmarkt hingegen
weiterhin geteilt. Die Beschäftigungsverhältnisse von älteren
Personen sind oftmals sehr stabil, es ist für diese Altersgruppe aber
auch überdurchschnittlich schwer nach dem Verlust des Arbeitsplatzes
wieder in den Arbeitsmarkt zurückzufinden", sagte Hundstorfer. Ende
Jänner sind um rund 35.000 ältere Personen mehr in Beschäftigung als
noch ein Jahr zuvor. Gleichzeitig hat die Zahl der vorgemerkten
Arbeitslosen ab 50 gegenüber dem Vorjahr um 15.544 Personen bzw. 20,4
Prozent zugenommen.
Der langfristige Schlüssel für bessere Chancen am Arbeitsmarkt
bleibt sowohl für Junge als auch für Ältere eine fundierte berufliche
Ausbildung. Ende Jänner haben mit mehr als 170.000 vorgemerkten
Arbeitslosen und 42.400 SchulungsteilnehmerInnen rund 47 Prozent der
vom Arbeitsmarktservice betreuten Personen keine Ausbildung die über
die Pflichtschule hinausreicht. Das Arbeitslosigkeitsrisiko ist hier
mehr als dreimal so hoch wie bei jeder anderen Ausbildungskategorie.
Hundstorfer verwies auf die Ausbildungspflicht, die ab Herbst 2016
gelten soll. "Wer gut ausgebildet ist, hat einfach bessere Chancen;
diese Chancen wollen wir jedem Menschen in Österreich ermöglichen",
schloss der Sozialminister. (Schluss)
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