Massive Polizeigewalt gegen antifaschistische Kundgebungen

5.000 friedliche Demonstrant_innen bei Bündnis "Offensive gegen Rechts" - Tausende Polizisten schützen 400 Rechtsextreme

Wien (OTS/OGR) - Wien - Mehrere tausend Menschen demonstrierten heute in der Wiener Innenstadt gegen den von rechtsextremen Burschenschaften veranstalteten Akademikerball in der Wiener Hofburg. Die Polizei griff unverhältnismäßig hart gegen die Kundgebungsteilnehmer_innen durch - im Pressebüro der "Offensive gegen Rechts" gingen bis 21 Uhr laufend Meldungen über massive Polizeigewalt und Verletzte ein. Es kam zum Einsatz von Tränengas, Pfefferspray und Schlagstöcken. Die Infozentrale verwandelte sich im Laufe des Abends zu einem Lazarett. Die Aktivistin Clara Z.: "Die Personen sahen sehr schlimm zugerichtet aus, es bedurfte eines sehr langen Rettungseinsatzes, um alle zu versorgen. Einige Leute mussten geführt werden, weil sie auf Grund des Pfeffersprays die Augen nicht mehr öffnen konnten. Andere hatten heftige Platzwunden. Wir sind sehr schockiert und danken der Wiener Berufsrettung für ihren schnellen Einsatz."

Dem Aufruf des Bündnisses "Offensive gegen Rechts", dem über 40 Organisationen angehören, folgten über 5.000 Protestierende. Demgegenüber stand ein riesiges Aufgebot an Polizist_innen, welche den spärlich besuchten Ball der Rechten schützte.

Laut dem Fernsehsender Puls4 nahmen an dem Netzwerktreffen der europäischen Faschist_innen lediglich 400 Ballgäste teil, für den es rund um die Hofburg eine Sperrzone in der Größe von Eisenstadt gab. Zum Vergleich: letztes Jahr nahmen 700 teil und es galt als Fiasko.

Die Wiener Polizei unternahm bereits im Vorfeld der Demonstrationen alles, um die Lage unnötig aufzuheizen. Mit der weitreichenden Platzsperre und dem "Schalverbot" versuchte man den legitimen Protest gegen Faschismus zu kriminalisieren. Während die Eskalation von der Polizei systematisch vorangetrieben wurde, legten rechte Gruppierungen noch ein Schäufchen nach. Sie verbreiteten über soziale Medien Bilder von brennenden Polizisten, die nachweislich nicht von der heutigen Demonstration stammen. Auch FP-Obmann Heinz Christian Strache schlug in dieselbe Kerbe und verbreitete via Facebook alte Bilder von brennenden Barrikaden.

Abschließend betont Clara Z. noch einmal, wie gefährlich der eskalierende Einsatz der Polizei war und fragt Richtung Regierung und Innenministerium: "Leben wir noch in einer Demokratie oder ist das schon ein Polizeistaat?"

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