- 16.01.2014, 13:07:34
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LH Pröll unterzeichnete gemeinsames Arbeitsprogramm mit Südmähren, Südböhmen und Vysocina
Grenzüberschreitende Fachhochschul-Studiengänge sollen 2015 starten
Utl.: Grenzüberschreitende Fachhochschul-Studiengänge sollen 2015
starten =
St. Pölten (OTS/NLK) - Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll unterzeichnete
heute, Donnerstag, in Brünn das gemeinsame Arbeitsprogramm des Landes
Niederösterreich und der tschechischen Kreise Südböhmen, Südmähren
und Vysocina für die Jahre 2014 bis 2017. Pröll sprach dabei von
einem "historischen Zusammentreffen": "Es ist dies nicht nur das
bereits elfte Arbeitsübereinkommen zwischen Niederösterreich und den
Regionen auf tschechischer Seite, sondern wir befinden uns auch in
einem historischen Jahr, in dem wir 25 Jahre Fall des Eisernen
Vorhanges und zehn Jahre EU-Erweiterung feiern."
Neben dem niederösterreichischen Landeshauptmann unterzeichneten
auch die Kreishauptleute Dr. Michal Hasek (Südmähren), Dr. Jiri
Behounek (Vysocina) und Mag. Jiri Zimola (Südböhmen) das
Übereinkommen, anwesend war auch der Premierminister der
tschechischen Republik, Ing. Jiri Rusnok.
Die Unterzeichnung des ersten Arbeitsübereinkommens habe noch
unter "vollkommen anderen Begleitumständen" stattgefunden, erinnerte
Pröll: "Damals waren wir benachbarte Fremde, heute sind wir Freunde."
Man habe die "historische Verpflichtung, einen Beitrag dazu zu
leisten, dass wir weiter zusammenwachsen", betonte der
Landeshauptmann. Er freue sich deshalb sehr, dass es im Rahmen dieses
Arbeitsübereinkommens nun möglich sei, eine grenzüberschreitende
Zusammenarbeit auf Ebene der Fachhochschulen zu fixieren: "Für die
jungen Menschen, die an dieser Fachhochschule studieren, wird es in
20, 30 Jahren selbstverständlich sein, dass sie in einer gemeinsamen
Region leben und arbeiten. Es gibt nichts zukunftsträchtigeres, als
der Jugend diese Chance zu bieten."
Pröll betonte auch, dass man das heute unterzeichnete
Arbeitsprogramm bis 2017 "Schritt für Schritt abarbeiten" werde:
"Jeder und jede von uns muss sich tagtäglich bemühen, dieses Programm
umzusetzen. Das wird in vielen Bereichen sehr freundschaftlich sein,
in anderen Bereichen werden wir uns anstrengen und miteinander
diskutieren müssen, etwa in Fragen, die uns noch auf Distance halten,
so etwa in der Frage der atomaren Nutzung." Es dürfe jedoch kein
Thema geben, "wo es keine Kooperation und vor allem auch
Kommunikation gibt", so Pröll.
Premierminister Rusnok sprach von einem "wesentlichen Schritt der
grenzüberschreitenden Zusammenarbeit", denn es brauche "konkrete
Schritte, um Menschen zusammenzubringen". Er sehe in der
Zusammenarbeit zwischen den tschechischen und österreichischen
Regionen "großes Potenzial", so Rusnok.
"Wir haben eine reiche Vergangenheit und möchten daran eine
gemeinsame Zukunft anknüpfen", sagte der südmährische Kreishauptmann
Hasek in seiner Stellungnahme. Kreishauptmann Behounek aus Vysocina
betonte wie auch sein Amtskollege Zimola aus Südböhmen die
Bereitschaft, das Arbeitsübereinkommen zu realisieren.
Auf Basis der früheren Arbeitsübereinkommen zwischen dem Land
Niederösterreich und den tschechischen Kreisen Südmähren, Südböhmen
und Vysocina wurden bereits zahlreiche Projekte umgesetzt, so zum
Beispiel das grenzüberschreitende Hochwasser-Frühwarnsystem oder auch
kulturelle Initiativen wie die grenzüberschreitende Landesaustellung
im Jahr 2009.
Das neue, heute unterzeichnete Arbeitsübereinkommen sieht nun die
Einrichtung von grenzüberschreitenden Fachhochschul-Studiengängen
unter der Führung der IMC Fachhochschule Krems (mit einem
Außenstandort Hollabrunn) und der Mendel Universität Brünn vor.
Geplant sind die Bachelorstudiengänge "Agrarwirtschaft/Agrobusiness"
sowie "Lebensmittelmanagement mit Schwerpunkt
Lebensmittelsicherheit". Die beiden Studiengänge sollen im September
2015 starten. Themen des neuen Arbeitsübereinkommens sind auch die
Nordautobahn (der Abschnitt Schrick - Poysdorf Nord soll Ende 2016
fertig sein, der Abschnitt Poysdorf Nord - Drasenhofen soll Ende
2016/2017 die Verkehrsfreigabe erhalten) sowie die vertiefende
Zusammenarbeit bei der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung.
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