• 08.01.2014, 11:49:08
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ÖGfE-Schmidt: Jugendliche nachhaltig in Politik einbeziehen, EU-Dialog via Social Media verstärken

Über zwei Drittel bereit, an den EU-Wahlen teilzunehmen - knapp ein Fünftel fühlt sich nicht vertreten - Jugend-Umfrage

Utl.: Über zwei Drittel bereit, an den EU-Wahlen teilzunehmen -
knapp ein Fünftel fühlt sich nicht vertreten - Jugend-Umfrage =

Wien (OTS) - "In einem knappen halben Jahr sind auch die dann
16-jährigen Österreicherinnen und Österreicher dazu aufgerufen, ihre
Stimme bei den Wahlen zum Europäischen Parlament abzugeben. Höchste
Zeit, mit der Jugend über europäische Entwicklungen ins Gespräch zu
kommen", sagt Paul Schmidt, Leiter der Österreichischen Gesellschaft
für Europapolitik (ÖGfE), zum Ergebnis einer im Lauf des Jahres 2013
- im Rahmen der Wanderausstellung "Die EU und DU" - durchgeführten
Umfrage an Österreichs Schulen.

Bekanntheit des EU-Parlaments

42 Prozent der befragten Jugendlichen geben an, zumindest 1 bis 2
Mal pro Woche über das EU- Parlament zu hören. 43 Prozent
registrieren "seltener" Nachrichten über das EU-Parlament, 15 Prozent
"nie". Befragte aus Berufsschulen geben häufiger an, "nie" vom
EU-Parlament zu hören (23 Prozent) als Befragte aus AHS bzw. BHS (8
bzw. 4 Prozent).

"Jugendliche kommen mit dem Europäischen Parlament medial durchaus
in Berührung. Allerdings zeigt unsere Umfrage auch, dass es vielen
schwer fällt, "Europa" mit ihrem eigenen Leben direkt in Verbindung
zu bringen", verweist Schmidt auf weitere Ergebnisse der Befragung.

Für die Mehrzahl der Jugendlichen fallen Entscheidungen, die sie
persönlich betreffen, in erster Linie auf nationaler Ebene (59
Prozent), in zweiter auf regionaler/kommunaler (21 Prozent) und erst
zuletzt auf EU-Ebene (15 Prozent).

"In den vergangenen Jahren hat sich die politische
Entscheidungsfindung immer mehr auf die europäische Ebene verlagert.
Die Wahrnehmung der Jugendlichen spiegelt das nicht wieder - ein
Anzeichen, dass europäische Entscheidungen nur bedingt bekannt sind
und als weit weg empfunden werden. Gerade im Vorfeld der EU-Wahlen
sollte darauf reagiert werden."

Die Kluft zwischen nationaler und europäischer Ebene zeigt sich
unter anderem auch bei der Frage der Interessensvertretung: 4 Prozent
der Jugendlichen sehen ihre Anliegen durch die heimischen
EU-Abgeordneten "voll", 27 Prozent "eher" vertreten. Dagegen fühlen
sich 46 Prozent "eher weniger", 18 Prozent "gar nicht" vertreten. Je
häufiger Jugendliche im Alltag jedoch vom Europäischen Parlament
hören, desto stärker fühlen sie auch ihre Interessen wahrgenommen.
Hohe Wahlbereitschaft

71 Prozent der Jugendlichen können sich - nach dem Besuch der
Wanderausstellung und einer Diskussionsveranstaltung an ihrer Schule
- vorstellen, an den Europawahlen im Mai 2014 teilzunehmen. 27
Prozent antworten, dass das für sie nicht in Frage kommt. Besonders
stark ist die Wahlbereitschaft bei Befragten aus BHS (90 Prozent) und
AHS (82 Prozent); seltener hingegen bei Berufsschülerinnen und
-schülern (63 Prozent).

"In Meinungsumfragen wird die Bereitschaft, wählen zu gehen, oft
höher angegeben, als dann tatsächlich der Fall. Bei den letzten
Europawahlen im Jahr 2009 lag die Wahlbeteiligung der potentiellen
Erstwähler jedoch im unterdurchschnittlichen Bereich", analysiert
Schmidt. "Durch kontinuierlichen Dialog muss daher versucht werden,
gerade die Jungen nachhaltig vom Sinn demokratischer Beteiligung zu
überzeugen. Aus Erstwählern sollten letztlich überzeugte Stammwähler
werden."

EU-Information in sozialen Netzwerken wenig attraktiv
Noch ist das Thema "EU im Web" für junge Menschen wenig attraktiv: 20
Prozent sagen, dass Meldungen und Beiträge zur EU in sozialen
Netzwerken für sie interessant sind. 36 Prozent halten sie für
uninteressant, 42 Prozent haben auf diesen noch nie EU-spezifische
Meldungen gesehen.

"EU-Information und Social Media passen noch nicht wirklich
zusammen. Dabei bilden soziale Netzwerke eine ganz wesentliche
Kommunikations- und Informationsschiene für Jugendliche. Dem immer
wichtiger werdenden Online-Dialog sollte daher auch in der
europapolitischen Kommunikation verstärkt Rechnung getragen werden",
so Schmidt abschließend.

Die ÖGfE verstärkt im Europawahljahr ihr Informations- und
Dialogangebot für Jugendliche. Unter dem Motto "EUROPA was ist
jetzt?" finden, gemeinsam mit den österreichischen Sozialpartnern,
Schuldiskussionen an über 200 Standorten statt. Via
www.facebook.com/wasistjetzt wird der Dialog auch online weiter
intensiviert.

Die Umfrage wurde im Rahmen der Wanderausstellung "Die EU und DU"
2013 österreichweit durchgeführt. 1047 Schülerinnen und Schüler
wurden schriftlich befragt: 16 Prozent 15 Jahre oder jünger, 65
Prozent 16 bis 18 Jahre und 19 Prozent 19 Jahre und älter; Überhang
an Teilnehmerinnen (55 Prozent); alle Schultypen (25 Prozent AHS, 10
NMS, 19 BHS und 46 Berufsschule) einbezogen. Bundesländerverteilung
in Prozent: Burgenland: 2, Kärnten: 1, Niederösterreich: 22,
Oberösterreich: 12, Salzburg: 3, Steiermark: 11, Tirol: 1,
Vorarlberg: 9, Wien: 39. Die Ausstellung "Die EU und DU"
(www.die-eu-und-du.at) ist ein Projekt der ÖGfE, des
Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten
und der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich. 2013
war sie in 36 Schulen zu sehen, 2800 Jugendliche nahmen an
Diskussionsveranstaltungen teil.

In der Summe entspricht bei allen Fragen jeweils die Differenz auf
100 Prozent dem Anteil jener, die keine Angabe machten.

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