• 10.12.2013, 12:00:35
  • /
  • OTS0122 OTW0122

Neu in Oberösterreich: Strahlentherapie während der Operation

Linz (OTS) - Die Barmherzigen Schwestern Linz setzen als
Onkologisches Leitspital erstmals in Oberösterreich eine spezielle
Form der Krebstherapie ein, die Intraoperative Radiotherapie (IORT).
Diese Bestrahlungseinheit steht im Rahmen einer trägerübergreifenden
Kooperationsvereinbarung allen onkologisch tätigen Krankenhäusern in
OÖ zur Verfügung und kommt vorrangig bei der Behandlung von
Brustkrebs zum Einsatz.

Bei der IORT erfolgt die Bestrahlung während der Operation noch
direkt am OP-Tisch. Die wesentlichen Vorteile gegenüber der
konventionellen Strahlentherapie sind eine kürzere Behandlungsdauer
und eine bessere Zielgenauigkeit für das bestrahlte Gewebe.

Mit der Intraoperativen Strahlentherapie gibt es eine neue Form der
Krebstherapie in Oberösterreich. Für Frauen mit Brustkrebs besteht
damit die Möglichkeit einer einmaligen Bestrahlung schon während des
Eingriffes.

In der medizinischen Praxis ist die IORT in Oberösterreich eine
absolute Neuanschaffung, die erst seit einigen Tagen zum Einsatz
kommt.

Neben der Therapie, die erstmals in Oberösterreich angeboten wird,
ist die Technik herausragend: Das Bestrahlungsgerät ist ein mobiler
Linearbeschleuniger, der mit Elektronen arbeitet. Verglichen mit
anderen IORT-Techniken ist diese Behandlung deutlich schneller und
bietet eine bessere Verteilung der Dosis im Zielgebiet. Das
freigelegte Tumorbett wird bis zu einer genau festgelegten Tiefe mit
Elektronen bestrahlt.

"Die Neuanschaffung des IORT zur modernsten Strahlentherapie zeigt,
dass Oberösterreichs Krankenanstalten am neuesten Stand der Technik
sind. Es zeigt aber auch, dass unsere Patientinnen und Patienten in
unseren Spitäler bestens aufgehoben sind. Mit der Investition in das
neue Gerät wird eine innovative Therapiemethode etabliert, die der
oö. Spitalslandschaft auch weiterhin einen Platz im medizinischen
Spitzenfeld sichert. Durch ein vorbildliches Kooperationskonzept ist
es zudem erstmals gelungen, alle Krankenanstalten des Bundeslandes in
die Planung und Organisation dieses Therapieangebotes einzubinden",
so Landeshauptmann und Gesundheitsreferent Dr. Josef Pühringer.

Bestrahlung während der OP
Diese innovative und fokussierte Form der Bestrahlung erfolgt in
Narkose während der Operation und setzt direkt am Tumorgewebe an. Bei
kleineren Tumoren mit günstiger Prognose kann die IORT sogar weitere
strahlentherapeutische Behandlungen ersetzen.

Die Bestrahlung selbst dauert nur wenige Minuten. Da das Tumorbett
während der Operation sichtbar ist, wird eine präzise Strahlung auf
das Zielgebiet sichergestellt. Patientinnen mit Brustkrebs im
Frühstadium erhalten durch diese gezielte Einmalbehandlung nach allen
bisher vorliegenden Daten während der OP die gleiche Wirksamkeit im
ehemaligen Tumorgebiet wie bei einer herkömmlichen sechswöchigen
Strahlentherapie.

"Die IORT kommt für Patientinnen in Frage, die brusterhaltend
operiert werden. Sie bringt einen großen Vorteil, weil die
Gesamtbehandlungszeit deutlich verkürzt werden kann", erklärt Prim.
Univ.-Prof. Dr. Hans Geinitz, Vorstand der Abteilung für
Radio-Onkologie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz.

Enge Zusammenarbeit der Experten
Chirurgen, Strahlentherapeuten, Strahlenphysiker und Narkoseärzte
arbeiten beim Eingriff sehr eng zusammen. Nachdem der Tumor bei der
Operation entfernt wurde, kann das Tumorbett an Ort und Stelle
bestrahlt werden, ohne umliegende Organe zu schädigen. Nach exakter
Positionierung des Bestrahlungskopfes, wird die offen liegende Stelle
wenige Minuten direkt behandelt. Dadurch wird eine lokale
Dosiserhöhung erreicht - für den Heilungserfolg ist das eine
wesentliche Grundlage.

"Generell hat die Strahlentherapie während der Operation gegenüber
der Strahlentherapie über die Haut den Vorteil, das Risikogebiet
präziser zu erfassen und strahlensensibles, gesundes Gewebe besser
schonen zu können", erklärt der Vorstand der Chirurgie, Prim.
Univ.-Prof. Dr. Klaus Emmanuel. Nach der Bestrahlung wird die Wunde
in üblicher Weise verschlossen und die Operation beendet.

IORT für Patientinnen in ganz Oberösterreich
Bei einem Großteil der Frauen mit brusterhaltender Operation kann
zumindest ein Teil der Strahlentherapie ersetzt werden - für ein
Drittel dieser Frauen wiederum könnte die alleinige IORT ausreichen.
Dazu erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Reinhold Függer, Vorstand der
chirurgischen Abteilung des Krankenhauses der Elisabethinen: "Die
Einrichtung eines Operationssaales für die intraoperative
Strahlentherapie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern ist zu
begrüßen. Es ermöglicht den Kooperationspartnern dies jenen
Patientinnen mit Brustkrebs anzubieten, die davon profitieren."

Vorteile IORT gegenüber einer konventionellen Bestrahlung:
Direkte Bestrahlung des ursprünglichen Tumorbettes, Zielgenauigkeit

Reduktion der postoperativen Bestrahlungseinheiten

Schonung des umliegenden gesunden Gewebes, Minimierung unerwünschter
Nebenwirkungen und in vielen Fällen verbessertes kosmetisches
Ergebnis

Frühzeitige Bestrahlung mit hoher Effektivität, ohne dass Wundheilung
oder Chemotherapie abgewartet werden müssen

Bildmaterial verfügbar unter www.vinzenzgruppe.at/presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VGK

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel