- 25.11.2013, 14:55:36
- /
- OTS0179 OTW0179
Medizin darf nicht zum "Callcenter" werden
Medizinethiker warnt bei Orthopädiekongress vor Irrläufen in der Medizin
Utl.: Medizinethiker warnt bei Orthopädiekongress vor Irrläufen in
der Medizin =
Wien (OTS) - Der deutsche Medizinethiker und -historiker Professor
Giovanni Maio aus Freiburg warnt vor allzu starken ökonomischen
Einflüsse auf die Medizin und vor einem "medizinischen Kundencenter",
in der supermarkt-ähnlich "Angebote befriedigt werden". Hingegen
sollen Zuwendung, Zeit, Engagement und Wertschätzung bei der
medizinischen Betreuung im Vordergrund stehen, forderte Maio in
seiner Rede im Rahmen der zwölften "Kongresstage der Vinzenz Gruppe".
Rund 300 Medizinerinnen und Mediziner kamen vom 22. und 23. November
2013 im Orthopädischen Spital Speising zusammen, um über die
aktuellen Trends in der Orthopädie zu diskutieren. ++++
Das Prinzip, den Menschen in seiner Gesamtheit zu sehen,
entspricht auch dem Motto der Vinzenz Gruppe: Medizin mit Qualität
und Seele. Offenbar ist dies auch ein Grund, weswegen sich ein
nennenswerter Anteil der orthopädischen Patientinnen und Patienten in
Krankenhäuser der Vinzenz Gruppe behandeln lässt: In Oberösterreich
sind es 30 Prozent (nämlich in den Krankenhäusern der Barmherzigen
Schwestern in Linz und in Ried), in Wien mehr als 40 Prozent (im
Orthopädischen Spital Speising, im Krankenhaus der Barmherzigen
Schwestern und im Herz-Jesu-Krankenhaus).
Orthopädische Behandlungen sind in Österreich aber generell sehr
gefragt. Laut Eurostat erhalten hierzulande 16.240 Personen pro Jahr
ein neues Knie, sowie 19.840 eine künstliche Hüfte* - und somit mehr
als im EU-Durchschnitt; der Trend zeigt dabei eindeutig nach oben.
Auch das Alter jener Patienten, die sich orthopädisch behandeln
lassen, steigt drastisch. Laut Daten aus dem Orthopädischen Spital
Speising ist der Anteil der über-80-jährigen Patienten, die sich
einer Wirbelsäulen-OP unterziehen, in den vergangenen zehn Jahren von
sieben auf 13 Prozent gestiegen. Das Durchschnittsalter der
Patientinnen und Patienten ist dabei von 56 auf 63 Jahre gestiegen.
Fachliche Trends und Standespolitik
Die fachlichen Themen an der Tagung spannten sich von der Hüft-
und Knieprothetik (hier wurden etwa neue OP-Navigationsmethoden
vorgestellt), über die Wirbelsäulenchirurgie bis hin zur Kinder- und
Jugendorthopädie sowie zur "Konservativen Orthopädie" - also der
orthopädischen Behandlung ohne Operation. "Die Vielfalt der Themen
zeigt auch eines: Es geht heutezutage nicht ohne Spezialisierung in
Sub-Fächern", sagt Univ. Prof. Dr. Martin Dominkus, Tagungspräsident
und Vorstand der Abteilung für Hüft - und Kniegelenksersatz im
Orthopädischen Spital Speising.
Auch die standespolitische Bedeutung der Orthopädie zeigte der
Präsident der Österreichischen Gesellschaft der Orthopädie - Univ.
Prof. Dr. Stefan Nehrer - in seiner Ansprache über die Zukunft der
Orthopädie auf: In Österreich ändert sich 2015 nämlich das
Ausbildungscurriculum für Orthopäden: Dann wird es eine gemeinsame
Ausbildung für Orthopäden und Unfallchirurgen geben - und somit auch
einen gemeinsamen Facharzttitel. In der Europäischen Union ist
übrigens Österreich und derzeit noch Ungarn das einzige Land, in dem
diese Fächer noch getrennt sind.
*laut Eurostat Health Data 2012, Statistik pro 100.000 Personen,
hochgerechnet auf 8 Mio. Einwohner
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VGK






