- 19.11.2013, 12:29:59
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ÖGfE-Schmidt: Salzburger in grenznahen Gemeinden für verstärkte Zusammenarbeit mit bayerischen Nachbarn
Problembereiche: Verkehr, Zuzug von Studierenden | 86 Prozent - Ende der Grenzkontrollen positiv | 66 Prozent - Euro trägt zum Zusammenwachsen der Regionen bei - Umfrage
Utl.: Problembereiche: Verkehr, Zuzug von Studierenden | 86 Prozent
- Ende der Grenzkontrollen positiv | 66 Prozent - Euro trägt
zum Zusammenwachsen der Regionen bei - Umfrage =
Wien (OTS) - "Die überwiegende Mehrheit der Salzburger in der
Grenzregion steht den bayerischen Nachbarn positiv gegenüber.
Bilaterale Problembereiche werden wenig aufgezeigt. Am dringlichsten
wird die Verkehrsfrage eingeschätzt", erklärt Paul Schmidt, Leiter
der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), das
Ergebnis einer aktuellen ÖGfE-Umfrage in grenznahen Salzburger
Gemeinden, die im Rahmen des Projekts "Gelebte Nachbarschaft"
durchgeführt wurde.
Abbau der Grenzkontrollen und Euro-Einführung gut für die
Region
"Für die positive Sicht des Nachbarn haben auch europäische
Entscheidungen einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. Besonders
gilt das für das Ende der Grenzkontrollen. Aber auch die Einführung
des Euro wird mehrheitlich als vorteilhaft für das Zusammenwachsen
der Regionen gesehen", meint Schmidt.
86 Prozent der Befragten geben an, dass der Wegfall der
Grenzkontrollen zu Bayern rückblickend richtig gewesen ist (11
Prozent "falsch"). Insgesamt 66 Prozent sagen, dass die Einführung
des Euro in beiden Ländern "auf jeden Fall" (27 Prozent) bzw. "eher
schon" (39 Prozent) zu einem stärkeren Zusammenwachsen der Regionen
beigetragen hat (20 Prozent "eher nicht" | 9 Prozent "gar nicht").*
Positive Entwicklungen in den grenzüberschreitenden
Beziehungen
Was die Entwicklung der grenzüberschreitenden Beziehungen in den
letzten Jahren angeht, so zeigen sich die Befragten in folgenden
Punkten zufrieden. Im Bereich "Nachbarschaftliches Verhältnis der
Gemeinden" sehen 53 Prozent positive und 3 Prozent negative
Entwicklungen (33 Prozent keine Veränderung), ein ähnliches Bild
zeigt sich beim kulturellen Austausch (52 Prozent positiv | 4 Prozent
negativ | 27 Prozent keine Veränderung) sowie beim Tourismus (48
Prozent positiv | 5 Prozent negativ | 28 Prozent keine Veränderung).
Bilaterale Problembereiche: Verkehrsaufkommen und Zuzug von
Studierenden
Skepsis herrscht hingegen hinsichtlich der Verkehrsbelastung: 9
Prozent haben hier Verbesserungen registriert, 42 Prozent
Verschlechterungen (38 Prozent keine Veränderung). Im Punkt
"Kriminalität" sehen 8 Prozent positive Tendenzen, 12 Prozent
explizit negative Entwicklungen (54 Prozent keine Veränderung).
Der Zuzug von Studierenden aus Bayern wird von 26 Prozent als ein
potentieller Problembereich für das nachbarschaftliche Verhältnis
angesehen. Damit wird dieser Bereich für deutlich "problematischer"
gehalten als etwa Zweitwohnsitze von Bayern in Salzburg (15 Prozent),
der Zuzug von bayerischen Arbeitskräften oder die Abwanderung von
Betrieben nach Bayern (je 10 Prozent).
Subjektiv hohes Informationsniveau über Nachbarregion
Generell fühlen sich die Befragten recht gut über die
Nachbarregion in Bayern informiert - 22 Prozent "sehr", 53 Prozent
"eher gut" (18 Prozent eher schlecht | 5 Prozent sehr schlecht). Mit
höherem Alter steigt der Informationsgrad an.
73 Prozent geben an, dass sie sich zumindest einmal im Monat in
der Nachbarregion aufhalten (22 Prozent seltener | 5 Prozent nie).
Als häufigstes Motiv für den Aufenthalt jenseits der Grenze wird das
Einkaufen (65 Prozent) genannt, gefolgt von Urlaub und Ausflügen (52
Prozent) und dem Besuch von Freunden und Verwandten (28 Prozent). Das
Motiv Arbeit wird hingegen nur von 6 Prozent der Befragten angeführt.
Weiterer Ausbau der überregionalen Zusammenarbeit gewünscht
Für 84 Prozent wäre eine intensivierte Zusammenarbeit in der
Europaregion Salzburg-Berchtesgadener Land-Traunstein (sehr) wichtig.
92 Prozent nennen hier den Umweltschutz, über 80 Prozent die Bereiche
Wirtschaft, Tourismus, Bildung, Verkehr und Kultur. Rund zwei Drittel
halten verstärkte Kooperationen im Sport und auf Vereinsebene für
(sehr) wichtig.**
36 Prozent geben an, dass ihnen Projekte in ihrer Region bekannt
sind, die von der Europäischen Union mit finanziellen Mitteln
gefördert werden. 57 Prozent kennen solche, nach eigenen Angaben,
jedoch nicht.
"In den grenznahen Gemeinden von Salzburg ist der Wunsch nach
verstärkter Zusammenarbeit mit den bayerischen Nachbarn klar zu
erkennen", resümiert Schmidt. "Das gilt auch für jene Bereiche, die
heute noch als mögliche Problemfelder identifiziert werden."
Download Grafiken:
http://www.oegfe.at/cms/uploads/media/Grafiken_Salzburg_2013.pdf
Das Projekt "Gelebte Nachbarschaft in der Grenzregion"
Die Umfrage wurde - mit finanzieller Unterstützung des Landes
Salzburg - im Rahmen des ÖGfE-Projekts "Gelebte Nachbarschaft in der
Grenzregion" durchgeführt. Durch Umfragen in sämtlichen Grenzregionen
Österreichs soll ein Einblick in das Meinungsbild der Bevölkerung zu
unterschiedlichen Aspekten des Zusammenlebens mit den Nachbarregionen
jenseits der Grenze gewonnen werden. Weitere Informationen:
www.oegfe.at
Die Umfrage wurde vom Market Institut (Linz) im Juli 2013 im
Auftrag der ÖGfE durchgeführt. Befragt wurden 500 Personen per
Telefon (repräsentativ für die Salzburger Bevölkerung ab 18
Jahre/Gewichtung nach Geschlecht und Alter) in grenznahen Salzburger
Gemeinden in den Bezirken Salzburg-Umgebung, Hallein, Zell am See
sowie Salzburg-Stadt.
* Für alle (und folgende) Werte gilt: Rest auf 100 Prozent = "weiß
nicht/Keine Angabe".
** Rest auf 100 Prozent = "eher nicht/gar nicht wichtig" und "weiß
nicht/Keine Angabe"
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