• 06.11.2013, 12:12:11
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"dok.film" über die Google-Buch-Affäre: "Google - Netzwerk der Macht" am 10. November um 23.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Bereits 1937 sagte der Science-Fiction-Autor H. G. Wells
die Schaffung eines "Weltgehirns" voraus, das alles Wissen der Welt
enthalten und jedem Menschen zugänglich sein sollte. Er prophezeite
aber auch, dass diese Organisation jedes menschliche Wesen auf dem
Planeten überwachen könnte. Mit dem Internet ist dieses Weltgehirn
heute Realität geworden. Suchmaschinen auf der ganzen Welt arbeiten
daran, ihr eigenes Weltgehirn aufzubauen. Aber keine hatte einen so
verwegenen, weitreichenden und umwälzenden Plan wie Google mit dem
"Google Buchprojekt". H. G. Wells' Utopie der Allmacht eines
Weltgehirns soll nach den Vorstellungen von Google keine Fiktion
bleiben. Der US-Konzern will alle Bücher digitalisieren, Wissen
zentral vereinen. Doch was steckt dahinter? Welche Motive bewegen
Befürworter und Gegner? Regisseur Ben Lewis sucht in seiner 2012
entstandenen Dokumentation "Google - Netzwerk der Macht" Antworten
und gibt überraschende Einblicke in ein komplexes Thema.
Der Film, den "dok.film" am Sonntag, dem 10. November 2013, um 23.05
Uhr in ORF 2 präsentiert, widmet sich aber nicht nur der
Google-Buch-Affäre, sondern behandelt auch affine Themen von
allgemeiner Brisanz: von Datenraub und Datenschutz über die vor allem
auch für die klassischen Medien wichtigen Fragen wie Downloads und
Urheberrecht bis hin zu Themen wie Freiheit und Überwachung.

Mehr zum Inhalt:

2002 begann Google, Weltliteratur einzuscannen. Man schloss Verträge
mit den größten Universitätsbibliotheken wie Michigan, Harvard und
Stanford in den USA, der Bodleian Library in England und der
Katalanischen Bibliothek in Spanien. Das Ziel war nicht nur eine
riesige, globale Bibliothek aufzubauen, sondern all dieses Wissen
sollte noch einem verschwiegenen Zusatzzweck erfüllen: Man wollte
eine neue Form von "Artificial Intelligence", künstlicher
Intelligenz, entwickeln.

Google wurde aber bei der Realisierung des Projekts mit Problemen
konfrontiert: Mehr als die rund sechs Millionen dieser Bücher waren
urheberrechtlich geschützt. Autorinnen und Autoren auf der ganzen
Welt begannen, einen Feldzug gegen Google zu starten. Im Herbst 2005
reichten sowohl der Verband amerikanischer Autoren, "The Authors
Guild of America", als auch die amerikanische Verlegervereinigung
"The Association of American Publishers" Klage ein.

Drei Jahre später kam dabei die Google-Buch-Regelung, das "Google
Book Settlement" heraus. Diese Vereinbarung umfasste 350 Seiten und
wurde im Oktober 2008 veröffentlicht. Das Abkommen hätte Google
unglaubliche neue Macht verschaffen können. Die Google-Buch-Webseite
war drauf und dran, nicht nur die weltgrößte Buchhandlung zu werden,
sondern auch eine gebührenpflichtige Bücherei mit dem Monopol auf die
Mehrheit der im 20. Jahrhundert veröffentlichten Bücher.

Im März 2011 entschied dann Richter Denny Chin nach Anhörungen gegen
die Rechtsgültigkeit der Google-Buch-Regelung. Am Ende hatte eine
bunte, kleine Armee von Autoren und Buchhändlern eines der weltweit
mächtigsten Unternehmen besiegt.

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