- 05.11.2013, 10:01:16
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Werden bald 15% aller Österreicher " alkoholkrank" diagnostiziert?
Psychiater bejubeln die Einführung von Diagnosekriterien, die noch mehr Österreicher psychisch krank stempeln.
Utl.: Psychiater bejubeln die Einführung von Diagnosekriterien, die
noch mehr Österreicher psychisch krank stempeln. =
Wien (OTS) - Anlässlich der Konferenz der World Psychiatric
Association, die letzte Woche eher dünn besucht im Austrian Center
stattfand, brachte die Bürgerkommission für Menschenrechte die
Ausstellung "Psychiatrie - Hilfe oder Tod" nach Wien, die noch bis
zum 9. November im Gasometer in Wien zu besichtigen ist.
Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Psychiatrie von seinen
Anfängen bis zur Gegenwart, die sich in jedem ihrer Zeitabschnitte,
wie keine andere Disziplin durch menschenunwürdige Methoden, wie
Gehirnverstümmelung, E-Schocks, Insulinschocks, Drogenbehandlung und
Mord ausgezeichnet hat.
Ein Schwerpunkt der Ausstellung befasst sich mit der Erfindung
psychiatrischer Krankheiten, dem DSM -Diagnostischen Statistischen
Manual der American Psychiatric Association. Dieses Buch, auch als
"Billing Bible" bekannt, schreibt fest, was eine psychiatrische
"Krankheit" ist. Mit steigendem Erfolg! Es fing mit 112
Geisteskrankheiten an und brachte es bei DSM IV bereits auf 374
Störungen, die in der neuen Ausgabe neuerlich umfassend erweitert
wurden.
Etwa 340.000 Österreicherinnen und Österreicher sollen angeblich
alkoholkrank sein. Weitere 760.000 Erwachsene könnten unter die neuen
Kriterien des DSM V fallen, da sie angeblich regelmäßig Alkohol
konsumieren und daher gefährdet sind. Zitat Dr. Musalek: "Die neuen
Diagnosekriterien DSM-5 haben im Zusammenhang mit Alkoholabhängigkeit
eine kaum zu überschätzende praktische Bedeutung". DSM V ermöglicht
eine phantastische "Kunden-Akquise", wie es sich jeder Verkäufer nur
erträumen kann.
Die Psychiatrie der Gegenwart, wie sie in der Ausstellung
"Psychiatrie - Hilfe oder Tod" gezeigt wird, ist schon erschütternd
genug. Nicht zuletzt wird dies durch das Feedback der Betroffenen,
Angehörigen und Experten wie Ärzte und Psychotherapeuten bestätigt,
die die Ausstellung besuchten.
Eine "Psychiatrie der Zukunft", in der eine durch Psychiatrie
kontrollierte Gesellschaft erschaffen wird, zugedröhnt mit
Psychopillen, in der schon Kinder mit erfundene Störungen
stigmatisiert werden, ist nicht wünschenswert.
In der bis zum 9. November zu besichtigenden Ausstellung
"Psychiatrie - "Hilfe oder Tod", kann man sich einschlägig über das
DSM V informieren, und ebenfalls eine ausführliche Dokumentation zu
diesem Buch ansehen.
Die Bürgerkommission für Menschenrechte (Citizens Commission on
Human Rights) sammelt und dokumentiert seit ihrer Gründung im
Jahre1969 Fälle von Menschenrechtsverletzungen aus dem Bereich der
Psychiatrie. Viele Gesetze, oder Gesetzesänderungen konnten zumSchutz
von Patienten in den unterschiedlichsten Ländern bewirkt werden. CCHR
arbeitet weltweit mit Ärzten, unter denen auch viele Psychiater
sind, mitRechtsanwälten, Menschenrechtsexperten und vielen weiteren
kritischen Mitstreitern aus den verschiedensten Gebieten zusammen, um
Menschenrechte von Patienten zu schützen.
Wann: 30.Oktober bis 9. November 2013
Montag bis Samstag von 10.00 bis 20:00
Sonntag von 13:00 bis 18:00
Ort: Gasometer City, C; Guglgasse 8 - 1110 Wien
Spezielle Führungen können unter der E-Mail Adresse pr@cchr.at
angefragt werden.
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