- 16.10.2013, 17:40:09
- /
- OTS0187 OTW0187
Wilde Abgeordnete
"Ihre Ansage ist eine Ohrfeige für Ehrenamtliche" Lindner. ÖVPler kritisieren Ex-ORF-Chefin scharf
Utl.: "Ihre Ansage ist eine Ohrfeige für Ehrenamtliche"
Lindner. ÖVPler kritisieren Ex-ORF-Chefin scharf =
Wien (OTS) - Monika Lindner bringt sich immer mehr in die Bredouille.
Nicht nur, dass sie das gut dotierte Nationalratsmandat nun doch
annimmt, erregt Freund und Feind; auch ihre Begründung dafür empört.
Auf die Gage verzichte sie nicht, weil "ehrenamtliche, unentgeltliche
Tätigkeiten nicht ernst genommen" würden. Der ehemalige
ÖVP-Abgeordnete Ferdinand Maier urteilt via KURIER: "Ihre Ansage ist
eine Ohrfeige für alle ehrenamtlichen Helfer in diesem Land. Ich rate
ihr, dass sie das Mandat aus Selbstschutz zurücklegt."
Kein Vorbild
Lindner hat den Parlamentssitz Frank Stronach zu verdanken. Er hat
sie auf die Wahlliste genommen; die Ex-ORF-Generalin sagte sich nach
drei Tagen aber von ihm los - und beteuerte, nicht in den Nationalrat
zu gehen. Nun tut sie es doch. Für Ex-ÖVP-Klubchef Heinrich Neisser
ist das verwerflich. Lindner habe nicht wahlgekämpft, die Stimmen
habe nicht sie, sondern Stronach bekommen. Ihr Verhalten sei,
"vornehm ausgedrückt", demokratisch kein Vorbild. Kurt Bergmann,
ehemals ÖVP-Abgeordneter, dann ORF-Generalsekretär, empfiehlt
Lindner, ihr Nationalratssalär (rund 8300 Euro brutto im Monat)
"Licht ins Dunkel" zu spenden.
Wie wird in Hilfsorganisationen Lindners Urteil über Ehrenamtliche
gewertet? Sie ist immerhin Vizepräsidentin des "Roten Kreuzes". "Ich
habe mit ihr darüber gesprochen. Das Ganze war ein Missverständnis.
Sie hat gemeint, dass die Arbeit von Ehrenamtlichen öffentlich nicht
ernst genommen wird", sagt "Rot Kreuz"-Präsident Gerald Schöpfer dem
KURIER. Einstweilen behält Lindner ihre Funktion. Schöpfer geht aber
davon aus, dass sie im Mai 2014 nicht erneut kandidiert - mangels
Zeit.
Ein anderes Ehrenamt hat sie zurückgelegt: die Präsidentschaft des
Hilfswerks Austria International. Warum, erklärt sie so: "Ich möchte
mich ganz meiner Tätigkeit als Abgeordnete widmen." Hilfswerk-Chef
und ÖVP-EU-Mandatar Othmar Karas bedankt sich öffentlich zwar für ihr
Engagement. Es ist wohl Pflicht-Lob. Tatsächlich zürnen die
Schwarzen. Sie haben die Karriere der 69-Jährigen gefördert, unter
Schwarz-Blau wurde sie gar Chefin des ORF.
Jetzt möchte kein ÖVPler mehr mit Lindner zu schaffen haben. "Ich
habe null Kontakt zu ihr", sagt etwa Klubchef Karlheinz Kopf. Im
Parlament wolle er mit der "wilden" Abgeordneten "normalen" Umgang
pflegen. Wie werden es die anderen halten? Kopfs SPÖ-Pendant Josef
Cap bleibt vage: "Sollte sie ihr Mandat wirklich ausüben, wird sich
alles andere weisen." FPÖ-Mandatar Harald Vilimsky befindet
lediglich: "Der parlamentarische Knotenpunkt wird Frau Lindner nicht
sein."
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKU