- 15.10.2013, 12:47:11
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Ärztekammer: Höhere Überlebensraten bei Herzstillstand sind machbar
Erster Europäischer Tag der Wiederbelebung: Kinder als Lebensretter
Utl.: Erster Europäischer Tag der Wiederbelebung: Kinder als
Lebensretter =
Wien (OTS) - Schwerpunkt des ersten "Europäischen Tags der
Wiederbelebung" am 16. Oktober ist die Reanimation durch Kinder und
Jugendliche. Europaweit würden jährlich 350.000 Menschen einen
Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses erleiden. Das
seien zwölfmal mehr, als im Straßenverkehr ums Leben kommen. Für
Österreich gehen Experten von 10.000 bis 12.000 Betroffenen jährlich
aus, von denen nur jeder zehnte gerettet werden kann. Grund ist die
geringe Zahl an Ersthelfern, die sich eine Herzdruckmassage zutrauen.
Bis zu viermal höhere Raten gebe es in Nordeuropa, wo
Wiederbelebungsmaßnahmen vielfach Teil des Pflichtunterrichts seien.
Ziel müsse es daher sein, Reanimation auch in Österreich
verpflichtend in den Lehrplan aufzunehmen, sagte der Leiter des
Referats für Notfall- und Rettungsdienste sowie Katastrophenmedizin
in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Michael Lang, anlässlich
einer Pressekonferenz am Dienstag.
Angst und Unkenntnis
Rund 60 Prozent der Ersthelfer in den Niederlanden und in Schweden
seien bereit, im Notfall Reanimationsmaßnahmen umzusetzen, was sich
in Überlebensraten von bis zu 40 Prozent äußere. - Laut Experten ein
Erfolg des Reanimationsunterrichts in den Schulen, der dort seit 20,
in Norwegen gar schon seit 50 Jahren verpflichtend ist. Hingegen
seien nur 15 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher in der
Lage, die lebensrettende Herzdruckmassage bei
Herz-Kreislauf-Stillstand durchzuführen. Meist liege es an mangelnden
Kenntnissen sowie der Angst, etwas falsch zu machen und dafür belangt
zu werden. "Tatsächlich hat das Gros der Österreicher Wiederbelebung
nur einmal, im Rahmen des Führerscheinkurses, gelernt und das meiste
nach spätestens drei Jahren wieder vergessen", sagte Lang.
Gesundheitliche Schäden infolge einer Wiederbelebung seien jedoch
nicht strafbar und falsch sei de facto nur das Nichtstun.
Zeitfenster von drei Minuten
"Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand entstehen nach drei Minuten die
ersten irreparablen Schäden im Gehirn", erklärte der Präsident des
Österreichischen Rats für Wiederbelebung (ARC), Univ.-Doz. Michael
Baubin von der Innsbrucker Uniklinik. Dieses Zeitfenster müsse ein
Ersthelfer nützen und unverzüglich mit der Herzdruckmassage beginnen.
Denn bis das Rettungsteam am Einsatzort sei, würden durchschnittlich
zehn Minuten vergehen. Diese Spanne sei international relativ
konstant und lasse sich auch in Österreich trotz des dichten
Notarztnetzes nicht mehr verkürzen, ergänzte der Leiter des
ÖÄK-Referats für Notfall- und Rettungswesen, Michael Lang. Nur bei
sofortiger Reanimation habe der Patient eine Chance, so zu überleben,
dass er nach dem Spital wieder in ein selbstständiges Leben führen
kann. Ziel des ARC sei es, die Zahl der Geretteten auf mindestens
2000 pro Jahr zu verdoppeln, so Notfall-Experte Baubin.
Reanimation soll in den Pflicht-Lehrplan
Um dieses Ziel langfristig zu erreichen, müsse jetzt in die
Ausbildung der Schülerinnen und Schüler investiert werden, sagte die
Leiterin des ÖÄK-Schulärztereferats, Gudrun Weber. "Schon elf-,
zwölfjährige Kinder mit einem Körpergewicht von 40 Kilogramm können
die Herzdruckmassage ausführen." Bei Kindern würde das Wissen
erfahrungsgemäß rasch in Fleisch und Blut übergehen, "wie beim
Schwimmen, das lernt man auch einmal und kann es dann ein Leben
lang". Daher sprachen sich ÖÄK-Vertreter und Notfallmediziner klar
für eine Integration von Wiederbelebungstraining in den
Pflichtunterricht aus. Derzeit hänge es nämlich meist von der
Eigeninitiative engagierter Schulärzte und Lehrer sowie vom guten
Willen der Direktoren ab, ob in einer Schule Reanimationstraining
angeboten würde. (ar)
- Vollständige Presseunterlage unter
http://www.aerztekammer.at/pressekonferenzen
- Infos zum Ersten Europäischen Tag der Wiederbelebung am 16.10.2013:
Kampagne: http://www.restartaheart.eu/
Europäischer Rat für Wiederbelebung: https://www.erc.edu/
Österreichischer Rat für Wiederbelebung: http://www.arc.or.at/
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