• 08.10.2013, 14:00:33
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Gutachter im Spannungsfeld zwischen Recht und Medizin: Neue Zeitschrift soll Dialog stärken

Pressekonferenz am 7. Oktober mit Christina Wehringer (BMASK), Ilse Huber (OGH) und Rudolf Müller (PVA)

Utl.: Pressekonferenz am 7. Oktober mit Christina Wehringer (BMASK),
Ilse Huber (OGH) und Rudolf Müller (PVA) =

Wien (OTS) - Ärztliche Gutachten stehen meist nur bei spektakulären
Mordprozessen im Fokus der Öffentlichkeit. Vielen ist der Stellenwert
von Gutachten auch im Alltag nicht bewusst. So spielen Gutachten
immer dann eine Rolle, wenn eine Leistung des Staates in Anspruch
genommen wird. In Österreich werden jährlich rund eine halbe Million
Gutachten erstattet.

Die soeben bei MANZ neu erschienene "Österreichische Zeitschrift für
das ärztliche Gutachten" will dieser Wichtigkeit von Gutachten
Rechnung tragen. Christina Wehringer, Chefredakteurin und Leiterin
der ärztlichen Abteilung der Sektion IV im BMASK, fasste in einer
Pressekonferenz am 7. Oktober 2013 den Stellenwert von Gutachten in
verschiedensten Lebensbereichen zusammen:

"Gutachten werden zum Beispiel erstattet, wenn Sie einen Führerschein
brauchen, wenn Sie Pflegegeld beantragen, wenn Sie für ihr Kind
erhöhte Familienbeihilfe beziehen wollen oder wenn Sie eine Pension
beantragen. Oder wenn Sie überfallen werden und nun Schmerzengeld vom
Widersacher einfordern wollen."

Ärztliche Gutachter vermitteln an der Schnittstelle von
Medizin und Recht

Die wichtigste Aufgabe, aber auch größte Herausforderung ärztlicher
Gutachter ist es, an der Schnittstelle von Medizin und Recht zu
vermitteln, indem hochkomplexe medizinische Zusammenhänge auf das
Wesentliche heruntergebrochen und in eine allgemein verständliche
Sprache übersetzt werden.

Ilse Huber, Vizepräsidentin des Obersten Gerichtshofs, hob hervor,
dass Gutachter auch häufig unter Druck stünden: In ihren Gutachten
behandeln sie häufig Dinge, die für die Betroffenen nur schwer
erträglich seien; nachträglich gerieten sie dann häufig unter
Beschuss und würden gar mit Befangenheitsvorwürfen oder
Schadenersatzklagen konfrontiert. Aber, so Huber: "Nicht der
Gutachter entscheidet, sondern der Richter!" Huber begrüßte
ausdrücklich die neue Zeitschrift als Hilfestellung für
Gerichtssachverständige.

"Gutachten müssen wissenschaftlich fundiert, nachvollziehbar
und verständlich sein"

Rudolf Müller, Facharzt für Innere Medizin, Chefarzt der
Pensionsversicherungsanstalt sowie Redakteur der neuen Zeitschrift,
ging dann darauf ein, wie Gutachten beschaffen sein müssten, um
diesen Spagat zwischen Recht und Medizin zu schaffen:
"Sie müssen wissenschaftlich fundiert sein und sie müssen
nachvollziehbar und in sich schlüssig sein. Obendrein sollen sie
natürlich auch in einer verständlichen Sprache erstellt werden, weil
ja einerseits der Richter auch damit zu Rande kommen muss, aber
andererseits auch der Betroffene selbst ein Recht hat, das Gutachten
und damit die Entscheidung des Gerichts zu verstehen."

Neue Zeitschrift befördert Dialog zwischen Medizin und
Judikatur

Genau hier setze die "Österreichische Zeitschrift für das ärztliche
Gutachten" an, so Chefredakteurin Christina Wehringer: "Die neue
Zeitschrift informiert Gutachter über neue medizinische Erkenntnisse
zu gutachterlichen Themen und bietet die neueste Judikatur - das
heißt die Rechtsrahmen, in denen sich Sachverständige bewegen müssen
- speziell für Ärzte aufbreitet."

Infos zur Zeitschrift:
Österreichische Zeitschrift für das ärztliche Gutachten (DAG)
Zeitschriften-Portal: http://dag.manz.at
Heft 1 online: http://issuu.com/adminmanz/docs/dag_01_2013
iPad-App: http://bit.ly/1ff27cl

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