- 25.09.2013, 10:01:30
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Ö1-Programmänderung in "Logos" am 28.9.: Auszüge aus Papst Franziskus-Interview in deutschsprachiger Radiofassung
Wien (OTS) - Am Samstag, den 28. September bringt "Logos" die
wichtigsten Auszüge des "La Civiltà Cattolica"-Interviews mit Papst
Franziskus in einer deutschsprachigen Radiofassung, die vom
Deutschlandfunk produziert worden ist: "Papst Franziskus: Vom Mut, in
der Freiheit zu leben" - ab 19.05 Uhr in Ö1.
Es war ein Mammut-Interview, das Papst Franziskus, über mehrere
Tage verteilt, mit dem Direktor der italienischen Zeitschrift "La
Civiltà Cattolica", Antonio Spadaro SJ geführt hat. Das sechsstündige
Interview wurde vor wenigen Tagen in Rom und zeitgleich in mehreren
Sprachen in europäischen und außereuropäischen Jesuitenzeitschriften
veröffentlicht. Vatikan-Experten reagieren darauf mit Begeisterung
und selbst kirchenkritisch eingestellte Beobachter sind erstaunt.
"Was die Kirche heute braucht, ist die Fähigkeit, die Wunden zu
heilen und die Herzen der Menschen zu wärmen", sagt Papst Franziskus
beispielsweise. Die Kirche habe damit eine Aufgabe "so wie ein
Feldlazarett nach einer Schlacht, wo Wunden geheilt würden".
Der Papst spricht auch sogenannte "heiße Eisen" an. Es dürfe keine
"spirituelle Einmischung in das persönliche Leben geben", so
Franziskus. Die Religion habe zwar das Recht, "die eigene Überzeugung
im Dienst am Menschen auszudrücken", Gott habe die Menschen in der
Schöpfung jedoch "frei" gemacht. Zugleich bekräftigt der Papst seine
Treue zur Morallehre der katholischen Kirche. Die Kirche müsse sich
jedoch wieder auf das Wesentliche konzentrieren: die
Glaubensverkündigung. Diese solle in ein "neues Gleichgewicht" mit
den Äußerungen zu moralischen Fragen gebracht werden. Andernfalls
falle auch "das moralische Gebäude der Kirche wie ein Kartenhaus
zusammen". Auch dürften die römischen Kurienbehörden keine
"Zensurstellen" sein. Die jeweiligen Bischofskonferenzen sollten
"besser an Ort und Stelle" Konflikte selbst regeln. Die vatikanischen
Stellen seien "Einrichtungen des Dienstes" und nicht "autonom". Sie
müssten als Vermittler auftreten und den Ortskirchen oder den
Bischofskonferenzen helfen. Ebenso lässt Franziskus mit seinen
Aussagen zu den Themen Frauen in der katholischen Kirche, seine
Haltung zu homosexuell orientierten Mitmenschen und über sich selbst
("ich bin ein Sünder") aufhorchen. Weiters erfährt man, dass er in
der bildenden Kunst Caravaggio und Chagall besonders schätzt,
bevorzugt Mozart, Bach, Beethoven, Puccini und Wagner hört, sowie ein
großer Fan von Fellinis Filmen ist. "Logos" bringt die wichtigsten
Auszüge des Interviews in einer deutschsprachigen Radiofassung, die
vom Deutschlandfunk produziert worden ist.
Die ursprünglich für 28. September geplante Sendung "Was glauben
Sie? - Der Vorarlberger Bischof Benno Elbs" wird am Samstag, den 19.
Oktober ausgestrahlt. Nähere Informationen zum Programm von Ö1 sind
abrufbar unter http://oe1.orf.at.
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