Morgen 25.9.2013: ANIMAL SPIRIT bei "Schlachtfohlen"-Auktion in Maishofen

Auch heuer landen wieder Hunderte Fohlen in "Rösslbraten", Salami oder Leberkäse

Laaben (OTS) - Morgen Mittwoch findet die erste "Schlachtfohlen"-Versteigerung von Norikern im Salzburger Maishofen statt, aber heuer bereits die zehnte im süddeutschen Sprachraum (Bayern und Österreich). Fast 200 Hengstfohlen und -Jährlinge sind dort wieder zur Versteigerung angemeldet, also kaum weniger als in den letzten Jahren. Und gerade bei dieser jährlichen Hengstfohlen-Auktion werden wieder in erster Linie die bekannten Pferdehändler und Metzger anwesend sein, welche die Tierkinder - die jüngsten sind gerade mal 4 Monate "alt" - oft zum Kilo-Ausrufpreis aufkaufen und nach Italien zum Zwischen-Mästen bzw. zum Schlachthof karren.

Bereits seit zehn Jahren arbeitet die Tierschutzorganisation ANIMAL SPIRIT daran, die Gepflogenheiten der Zuchtverbände bekannt zu machen und die überbordende "Fohlenzucht für den Schlachthof" zumindest einzudämmen. Dazu Dr. Franz-Joseph Plank, Obmann von ANIMAL SPIRIT: "Unter dem Deckmantel der `Erhaltung seltener Haustierrassen` produzieren Züchter - mit Hilfe von AMA- bzw. EU-Subventionen - Jahr für Jahr noch immer viel zu viele Fohlen, obwohl mittlerweile allen Beteiligten klar ist, daß ein Großteil dieser Fohlen im `Alter` von nur vier bis sechs Monaten zu Schleuderpreisen in die Fleischproduktion verschachert werden. Weil sie eben nicht `schön` genug für die Weiterzucht sind bzw. zu wenig private Käufer an den v.a. männlichen Fohlen der Rassen Noriker und Haflinger Interesse haben und diese somit `Überschußware` sind."

ANIMAL SPIRIT (www.animal-spirit.at) hat heuer bereits 20 Tierkinder freikaufen und auf gute private Plätze vermitteln können und plant auch für morgen, mindestens 10 Norikerfohlen freizusteigern, für die sich im Vorfeld private ÜbernehmerInnen in Deutschland und Österreich gemeldet haben. Auch haben wir mehr als ein Dutzend - vom Tiroler Haflinger-Zuchtverband in Ebbs ausselektierte und somit "todgeweihte" - Haflingerfohlen freigekauft und werden dies in den kommenden Wochen auch weiterhin tun; diese kommen ebenfalls auf vorkontrollierte Lebens-Plätze in Österreich und Deutschland.

Verzweiflung bei Fohlen und Stuten

Nach einem idyllischen Sommer auf der Alm, bei dem sie u.a. als Touristen-Attraktion herhalten "durften", müssen die Fohlen weg, weil im Herbst kein Platz im Stall ist und fast alle Stuten wieder trächtig sind - wohlwissend, daß im kommenden Jahr das gleiche Drama warten wird: So werden jeden Herbst aufs Neue die Pferdekinder und ihre Mütter brutal auseinandergerissen - ein für beide Seiten schrecklicher Schmerz. Die Kleinen sträuben sich oft vehement, den Transporter alleine zu besteigen und so wird die Mutterstute hineingeführt, das Fohlen folgt ihr voll Vertrauen. Dann wird die Stute weggerissen, die Klappe geht zu und ein wenige Monate junges Tierkind steht laut wiehernd alleine im Dunkeln, wird über rumpelnde Straßen fortgekarrt. Zusätzlich wird seit Neuestem mit Marketingkreationen wie etwa "Milchsaugfohlen" bzw. "Rößl-Braten" versucht, einen in Österreich bislang kaum vorhandenen Markt für Fohlen- und Pferdefleisch aufzubauschen.

Dr. Plank abschließend: "Jedes Jahr spielt sich auf österreichischen Fohlenauktionen das gleiche Drama ab und bis auf kleine Rückgänge wird weiterhin gezüchtet, was das Zeug hält. Denn die Überzüchtung wird nach wie vor mit direkten und indirekten Subventionen gefördert: vom Zuchtverband, von der AMA, von der EU -letztlich unser Steuergeld für Fohlenschlachtungen! ANIMAL SPIRIT fordert daher seit vielen Jahren nicht nur einen Stopp für diese sinnlosen Förderungen, sondern generell das Ende der reinen `Vermehrungszucht` für das Schlachthaus sowie der Langstrecken-Pferdetransporte. Doch gesetzliche Regelungen dafür werden von `unseren` Politikern nicht einmal angedacht bzw. sogar in erster Linie von der ÖVP verhindert - wie auch vieles andere im Tierschutz. Kommenden Sonntag bietet sich für das Wahlvolk eine der seltenen Gelegenheiten, diesem Umstand Rechnung zu tragen!"

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Animal Spirit
Dr. Franz-Joseph Plank
Tel.: 0676 708 24 34
office@animal-spirit.at
http://www.animal-spirit.at

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