- 03.09.2013, 13:51:36
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Ö-Stromkennzeichnung verhindert nicht die Finanzierung von Atomstrom
Kleinwasserkraftausbau braucht faire Tarife
Utl.: Kleinwasserkraftausbau braucht faire Tarife =
Wien (OTS) - Kleinwasserkraft Österreich Sprecher Erwin Mayer
kritisiert die Kommunikation der Bundesregierung und der E-Control,
daß die österreichische Stromkennzeichnung Atomstromimporte
reduzieren würde und dem Ausbau von Ökostrom in Österreich helfe.
"Durch die EU-rechtlich gebotene Handelbarkeit von
Ursprungszeugnissen, separat vom Stromgeschäft, fließt noch immer und
über 2015 hinaus Geld der österreichischen Stromkunden zu den AKW
Betreibern von Temelin, Mochovce und in Resteuropa" erklärt Mayer die
Problematik. Um das aber zu vermeiden dürften der Handel von Strom
und jener von Herkunftsnachweisen nicht getrennt erfolgen.
Gleichzeitig droht die Schließung zahlreicher Kleinwasserkraftwerke
in Österreich durch zu niedrige "Marktpreise" von unter 40 Euro/MWh.
Die Umwelt-NGOs haben mit der Bundesregierung zusammen innerhalb der
EU-rechtlichen Möglichkeiten ein bestmögliches Kennzeichnungspaket
geschnürt. Aber sowohl die für eine echte Stromkennzeichnung
notwendige Verpflichtung für Europas AKW-Betreiber ihren Strom ab
Einspeisung in das Stromnetz zu kennzeichnen, als auch die
Verpflichtung das Ursprungszeugnis gemeinsam mit dem produzierten
Strom an die Stromhändler zu liefern, sind EU-rechtlich derzeit
nicht verankert. Aktuell gibt es EU-weit nur die Möglichkeit
erneuerbaren Strom zu kennzeichnen und ab 1.1. 2015 in Österreich die
Verpflichtung ausreichend Herkunftsnachweise für fossilen und
erneuerbaren Strom für die an Endkunden abgegebene Strommenge
vorzuweisen. Diese atomstromfreien Herkunftsnachweise können aber
auch - bildhaft gesprochen - auf eine importierte Kilowattstunde
Atomstrom aus Tschechien geklebt werden. Dann fließen derzeit von
österreichischen Stromkunden rund 35 Euro/MWh an die CEZ
(tschechischer Atomstromanbieter) und nur 0,2 bis 4 Euro/MWh an den
Ökostromproduzenten, wie z.B. einem Kleinwasserkraftwerk in
Österreich oder in der EU. Auf der Stromrechnung des Endkunden
erscheint dieser Atomstrombezug irreführend als "100% atomstromfrei".
Das bedeutet, dass der aktuelle Stromkennzeichnungsbericht über
die Stromkennzeichnung auch keine Auskunft darüber geben kann, ob
sich die Atomstromimporte nach Österreich, wie von der E-Control
behauptet, auf unter 3% verringert oder der Anteil von Ökostrom auf
knapp 75% erhöht hat. "Wir brauchen einen echten Ökostromausbau in
Österreich durch z.B. mehr Kleinwasserkraftwerke, die in das
österreichische Stromnetz einspeisen und nicht nur das Zusammenzählen
von auch aus Norwegen gekauften Herkunftsnachweisen für Ökostrom"
betont Mayer den Unterschied zwischen Energiewende und
Ökostromkosmetik.
Die Kleinwasserkraft verkauft ihren Strom zu knapp 80% zu
"Marktpreisen" und ist damit am stärksten von allen Ökostromanbietern
dem stark verzerrten europäischen Strommarkt ausgesetzt. Die weitaus
zu niedrigen "Marktpreise" für Ökostrom von unter 40 Euro/MWh können
durch "die paar Cent pro Megawattstunde" für Herkunftsnachweise der
Kleinwasserkraft kein Überleben unter solchen Bedingungen
ermöglichen. Es braucht einen europaweit ausreichend hohen Preis für
CO2 von bis zu 100 Euro/Tonne CO2 und die Einrechnung der Atomrisiken
im Strompreis sowie faire Einspeisetarife. "Aber davon sind weit und
breit keine Anzeichen zu erkennen und die trügerischen Zahlen des
Stromkennzeichnungsberichts verschleiern die eigentlich notwendige
Debatte zur Energiewende" schließt Mayer.
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