- 08.08.2013, 12:32:27
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Hundstorfer: Arbeitszeitflexibilisierung bedeutet höhere tägliche Arbeitszeit und gesundheitliche Nachteile für die Arbeitnehmer
RWR-Card - es gibt keinen Mangel an hochqualifizierten Zuwanderern - 2012 knapp 12.000 Akademiker zugewandert - vor allem aus der EU
Utl.: RWR-Card - es gibt keinen Mangel an hochqualifizierten
Zuwanderern - 2012 knapp 12.000 Akademiker zugewandert - vor
allem aus der EU =
Wien (OTS/SK) - "Arbeit von der man leben kann - das ist der
grundlegende Gedanke sozialdemokratischer Politik. Alles, was man in
den letzten Tagen von der ÖVP gehört hat, widerspricht diesem
Gedanken", unterstrich Sozialminister Rudolf Hundstorfer Donnerstag.
Die ÖVP-Slogans "Entfesselung der Wirtschaft" oder
"Arbeitszeitflexibilisierung" seien bloß die schöngeredete
Ummantelung einer arbeitnehmerfeindlichen Politik.
"Arbeitszeitflexibilisierung nach ÖVP-Lesart bedeutet, dass die
Arbeitnehmer bis zu 12 Stunden am Tag arbeiten müssen, dass sie ihren
Zeitausgleich nicht möglichst rasch, sondern irgendwann innerhalb von
zwei Jahren abbauen können und dass sie letztendlich auch um ihre
Überstundenzuschläge umfallen können", so Hundstorfer. Österreich
zählt jetzt schon zu den Ländern in Europa, wo am meisten Überstunden
gemacht werden. Arbeitnehmer, die regelmäßig Überstunden machen
müssen, leiden verstärkt unter gesundheitlichen Problemen. Ziel müsse
es sein, Überstunden abzubauen und nicht durch 12-stündige
Arbeitstage noch zu erhöhen", so Hundstorfer. ****
"Ein wichtiges Ziel der Bundesregierung war und ist es, das
tatsächliche Pensionsantrittsalter an das gesetzliche Antrittsalter
anzunähern. Mit einer täglichen Höchstarbeitszeit von 12 Stunden
werden wir dieses Ziel sicher nicht erreichen, da durch die
gesundheitlichen Beeinträchtigungen die Zahl der
Invaliditätspensionen wieder steigen würde", sagte Hundstorfer.
Untersuchungen wie der Arbeitsklimaindex zeigen, dass die Menschen
weniger Überstunden machen wollen, selbst wenn sie dadurch
Lohneinbußen haben. "Es kann nicht angehen, dass manche bis zum
Umfallen arbeiten sollen und andere arbeitslos bleiben", sagte der
Minister. Daher müsse man in die andere Richtung gehen - Überstunden
abbauen, Arbeit besser verteilen, All-In-Verträge transparenter
gestalten, unterstrich Hundstorfer.
Auch auf einem anderen Feld verhalte sich die ÖVP ebenfalls zunehmend
arbeitnehmerfeindlich - nämlich bei der Rot-Weiß-Rot-Card. Hier
fordert die Volkspartei immer wieder eine Herabsetzung der
Einstiegsgehälter für Studienabsolventen aus Drittstaaten, da diese
zu hoch seien und für die Wirtschaft nicht zu bezahlen. So sind der
ÖVP offensichtlich 1.400 Euro netto für Akademiker zu viel. "Wir
haben jedoch keinen eklatanten Fachkräftemangel, wie von der ÖVP
dargestellt. Im Jahr 2012 sind netto knapp 12.000 Akademiker
zugewandert; zwei Drittel davon aus der EU, die keine RWR-Card
benötigen. Außerdem werden 50 Prozent der Zuwanderer mit mittlerer
oder höherer Ausbildung deutlich unter ihrer Qualifikation als
Anlern- oder Hilfskraft beschäftigt. Es stellt sich daher die Frage,
ob es der ÖVP nicht vielmehr um ein Lohndumping letztlich auch zu
Lasten einheimischer Arbeitnehmer geht", fragt sich der
Sozialminister abschließend. (Schluss) ah/mp
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