- 20.06.2013, 11:12:12
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Was Frauen wollen - Für mehr Weiblichkeit und weniger Klischee in der Gastronomie!
Wien (TP/OTS) - 80 % aller Kaufentscheidungen werden von Frauen
getroffen. con.os unterstützt Gastronomen dabei, diese Zielgruppe mit
einigen gelungenen Maßnahmen emotional zu gewinnen, ohne die
männlichen Gäste zu verlieren.
Der aktuelle McDonalds-TV-Spot für dessen neueste Salatkreationen
endet mit dem Slogan: "Salate speziell für Frauen - und alle, die
Salat lieben". Für mich stellt sich die Frage, ob ein polarisierender
Zugang nützlich für ein Unternehmen ist, um frauenfreundlich
wahrgenommen zu werden. Bildsprache, Marketing, Produktgestaltung und
Angebot wenden sich in diesem Fall ganz gezielt an die weibliche
Kundschaft, vergessen wird aus meiner Sicht, dass damit Klischees
bedient werden, die nicht mehr zeitgemäß sind und somit fast
frauenfeindlich wirken", erläutert Peter Grander, BA,
Gastronomieexperte der con.os tourismus.consulting gmbh, dem
zweitgrößten Tourismusconsulting-Unternehmen Österreichs.
Frauen essen anders als Männer, was im Wesentlichen auf Körperbau
bzw. den höheren Anspruch an "ess-tätische" Körperformen
zurückzuführen ist. Dies entspricht sowohl dem Klischee als auch der
Wahrheit. Grander: "Ich darf es mit den Worten "Lust & Verzicht" über
den Kamm scheren. Während Männer Studien zufolge mehr "Lust" auf
starke Produkte wie Alkohol und von der Flamme geküsstes Fleisch
haben, übt sich die bessere Hälfte unserer Gesellschaft bei Obst,
Gemüse und Aromawässerchen bereits früh im angeblichen Verzicht."
Dass die klassische Gastronomie auch aus innerbetrieblicher Sicht
immer noch männlich dominiert scheint, hilft in dieser Situation
wenig. Neben einer Johanna Maier oder einer Lisl Wagner-Bacher
leuchten nicht viele Sterneköchinnen vom österreichischen
Gastro-Himmel. Auch wenn bei genauerer Betrachtung innovative
Gastro-Konzepte aus weiblicher Hand stammen - die Guerilla Bakery in
Wien, Annemarie Foidls Angereralm in St. Johann i.T. oder Sarah
Wieners Restaurant-Imperium in Deutschland, um nur einige zu
würdigen.
Das sollte GastronomInnen aber nicht daran hindern, gendersensible
Aspekte in ihre Unternehmen zu bringen. Zwischen schwarz & weiß,
männlich & weiblich, Grillkotelett & Salatblatt haben nämlich noch
eine Menge anderer Facetten Platz.
Peter Grander formuliert 5 Tipps, wie die Gastronomie weiblicher
werden kann, ohne die Sexismus-Keule zu schwingen:
1) Beverage - Home made und Wohl bekomm's!
Die Vergeschlechterung beginnt schon beim Aperitif: "Für die Dame
ein Glas Sekt, für den Herren ein kleines Bier?" Im Getränkebereich
geht es um anziehende Kreationen jenseits von Cola und Co. Es tut
sich einiges am Getränkesektor. Aromawässerchen, Smoothies und kleine
regionale Hersteller von Fruchtsäften boomen und werden sowohl von
Männern als auch von Frauen geliebkost(et). Ein Getränkesortiment
abseits von Großhändlern und Mainstream ist von Vorteil.
2) Es braucht Food jenseits von Gemüsegröstl und Käsespätzle!
Viele klassische Gastronomiebetriebe haben den Trend zu leichten
und vegetarischen Gerichten noch nicht erkannt. Jenseits von
Käsespätzle, gebackenen Champignons oder Gemüsegröstl rührt sich bei
der Produktgestaltung oft nicht allzu viel. Was McDonalds erkannt
hat: Begeistert wird die weibliche Zielgruppe oft von gesünderen,
leichteren und raffinierten Gerichten. Frauen wollen Glamour auf dem
Teller, New-Fusion, freie & farbenfrohe Gerichte - und JA, es darf
auch mal Gemüse in den Mittelpunkt eines Gerichtes gestellt werden,
ohne dass "SalatesserInnen" klischeehaft in Szene gesetzt werden.
3) Kommunikation mit Herz und Hirn & und vom Bauer nebenan
Nicht nur bei Produkten & Angeboten scheint eine innovative
Ausrichtung nötig zu werden. Was das Marketing betrifft, wollen
Männer überzeugt und Frauen quasi umworben werden. Transparenz und
Qualität spielen eine wichtige Rolle für Frauen. Frauen möchten
wissen, was sie essen. Herkunftsbeschreibungen geben Sicherheit und
wecken Emotion. Der Zugang sollte über Emotion erfolgen.
Polarisierende Kommunikation ist absolut fehl am Platz und nicht
fleisch-egal. Regionale Aspekte zu kommunizieren und dabei den
KundInnen ein gutes Gefühl zu geben, darauf kommt es an. So
beschreibt die Labstelle in Wien ihre Küchenlinie mit: "Wie wir
kochen. Regionales, modern interpretiert. Urbaner Lebensstil gepaart
mit Bodenständigkeit. Top Qualität ohne Effekthascherei. Das ist
Labstelle: Ehrliche Küche mit ohne Schnickschnack."
4) Was Man(n) nicht sieht!
"Mir erscheinen Interieur und Ausstattung wichtig, jedoch zeigen
meine persönlichen Erfahrungen, dass die Damenwelt oft sensibler -
oder besser gesagt: differenzierter - auf Ambiente, Atmosphäre,
Design & Geruch reagiert", so Grander weiter. Während klassische Pubs
von männlichen Besuchern bevorzugt besucht werden und Besucherinnen
dort eher als Ergänzungszielgruppe zu sehen sind, werden edle
Cocktailbars von der femininen Zielgruppe favorisiert. Frauen legen
mehr Wert auf Ambiente. Es sind die Kleinigkeiten, wie die brennende
Kerze am Tisch oder eine angenehme Beschallung. Bei der Ausstattung
müssen Thema, Farbenauswahl und gewünschtes Flair einen Konsens
finden. Was der Mann oft nicht sieht, ist der Frau wohl wichtiger.
5) Events jenseits von Tupperware und Wohnzimmer
Die Ausgehlust bei Frauen steigt. Kinder oder zu bekochende Männer
sind lange kein Grund mehr, zu Hause zu bleiben. Frauen wollen gerne
unterhalten werden. Ein Abend rund ums gute Essen, trinken, plaudern
& lachen will auch ins rechte Licht gerückt werden. Es geht um die
Inszenierung & Aufbereitung von Veranstaltungen. So bewirbt Vapiano
beispielsweise einen Ladiesday bei dem ladylike Dekoration, Goodie
Bags mit Überraschungen bereitgestellt werden und köstliche
Kleinigkeiten à la Vapiano geboten werden.
Leaduserinnen: Frauen treffen nicht nur in vielen Lebensbereichen
den Großteil der Kaufentscheidungen, sie haben sich auch als perfekte
Markenbotschafterinnen erwiesen. Peter Grander, BA: "Ob Frauen mehr
Reden als Männer - Klischee oder Tatsache? Erwiesen ist jedoch, dass
Frauen häufiger weiterempfehlen als Männer. Schon allein deshalb
lohnt es sich, diese Zielgruppe bewusst zu adressieren, aber nicht zu
schubladisieren. Es ist empfehlenswert, die weibliche Zielgruppe nach
ihren Bedürfnissen zu fragen und sich dann ausreichend Zeit zum
Zuhören zu nehmen."
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