• 19.06.2013, 12:01:05
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Leitl zu Alpine-Insolvenz: "Das Eis, auf dem die Betriebe derzeit arbeiten, ist sehr dünn geworden"

Rettung von Arbeitsplätzen im Vordergrund - Konjunktur-Impulsprogramm für Wachstum und Beschäftigung nötig - Appell an ÖGB: keine zusätzlichen Belastungen für Betriebe

Utl.: Rettung von Arbeitsplätzen im Vordergrund -
Konjunktur-Impulsprogramm für Wachstum und Beschäftigung
nötig - Appell an ÖGB: keine zusätzlichen Belastungen für
Betriebe =

Wien (OTS/PWK432) - "Die Insolvenz des Baukonzerns Alpine zeigt vor
allem auch, wie dünn das wirtschaftliche Eis ist, auf dem die
Betriebe derzeit arbeiten", bedauert WKÖ-Präsident Christoph Leitl,
dass die Rettung der Salzburger Baufirma trotz aller Bemühungen nicht
gelungen ist. Unabhängig von internen und externen Faktoren
(Stichwort: Einbruch in Osteuropa), welche die großen Schwierigkeiten
der Baufirma mit herbeigeführt hätten, müssten sich nun alle
Bemühungen darauf konzentrieren, die Folgeschäden möglichst klein zu
halten. Leitl: "Die Einrichtung von Arbeitsstiftungen ist zu
begrüßen. Es geht aber vor allem jetzt darum, für tausende betroffene
Alpine-Mitarbeiter in Österreich möglichst rasch neue sichere
Arbeitsplätze bei Betrieben zu finden. Und es geht auch um die
Sicherung von Arbeitsplätzen bei den vielen Subunternehmern und
Zulieferbetrieben."

Der WKÖ-Präsident fordert deshalb ein Konjunktur-Impulsprogramm,
um das stagnierende Wachstum in Österreich anzukurbeln. So müsse die
Regierung etwa das von ihr derzeit vorbereitete Bauprogramm
beschleunigen, um neue Arbeitsplätze im Baubereich zu schaffen.
Leitl: "Die Regierung hat richtigerweise erkannt, dass gegenüber dem
tatsächlichen Bedarf um 10.000 Wohnungen pro Jahr zu wenig gebaut
wurden und dass die thermische Sanierungsquote mit 1 Prozent weit
unter dem von der EU geforderten Wert von drei Prozent liegt. Beide
Bereiche wären wichtige Ansatzpunkte, um fehlende Aufträge einer
arbeitsplatzintensiven Branche mit vorwiegend inländischer
Wertschöpfung zu ermöglichen." Hilfreich wären auch klare
Investitionsanreize für Unternehmen. Leitl: "Es geht nicht um
Wahlkampfzuckerln, wie sie etwa 2008 verteilt wurden, es geht jetzt
um budgetschonende Impulse für Wachstum und Beschäftigung, die wir
angesichts der schleppenden Wirtschaftslage dringend brauchen." Wird
nicht gegengesteuert, könnten auch andere Unternehmen in anderen
Branchen - und damit Arbeitsplätze - in Schwierigkeiten kommen.

An die Gewerkschaft appelliert der WKÖ-Chef, ein klares Bekenntnis
zu Wachstum und Beschäftigung beim ÖGB-Kongress zu geben: "Das hat
jetzt absoluten Vorrang. Wünsche, welche die Lohnnebenkosten erhöhen
oder die Betriebe zusätzlich belasten, sind hintanzustellen. Sie sind
für den Standort und die Beschäftigung kontraproduktiv." (RH)

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